Sieg in nur zwei Minuten verschenkt

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Konsequentes Verteidigen sieht anders aus: Ali Odabas (Mitte) duckt sich weg, Ylber Lokaj hat keine Mühe, den Ball zum 2:2 einzuköpfen. Und für den VfR Aalen kommt's in der heimischen Ostalb-Arena noch schlimmer: Zwei Minuten später schafft der Bahlinger
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Turbulente Schlussphase und Frust pur: Die Ostälbler kassieren zwei einfache Tore und verlieren trotz Überlegenheit mit 2:3 (1:0) gegen den Bahlinger SC. Nur drei Punkte aus vier Spielen.

Sascha Korb hat die Trainerbank umgetreten. Alessandro Abruscia musste beruhigt werden. Und auf der Tribüne: Frust und Kopfschütteln. Der VfR Aalen hat ein Spiel verloren, das er über weite Strecken klar beherrscht hat und in dem er zweimal in Führung lag. Das 2:3 (1:0) gegen den Bahlinger SC ist die dritte Niederlage im vierten Saisonspiel - der Fehlstart ist perfekt.
„Fußball ist auch ein Fehlerspiel“, sagt Uwe Wolf. Was den Trainer des VfR Aalen ärgert: dass seine Profis immer wieder dieselben Fehler machen. Wie schon gegen Schott Mainz und Pirmasens haben die Ostälbler gegen den Bahlinger SC nach einer Standardsituation ein Tor kassiert. Und als ob der späte Ausgleich (88.) nicht gereicht hätte, legte der Gegner sogar noch den 3:2-Siegtreffer nach. „Die Niederlage toppt das, was in Pirmasens passiert ist: Wir haben wieder nach einer klasse Leistung das Spiel verloren“, sagt Wolf. Und: „Besser kannst du fast nicht Fußball spielen, was das Spiel mit dem Ball angeht.“

In der Tat: Nach der Bahlinger Großchance durch Ergi Alihoxha (6.) drehten die Gastgeber richtig auf. Aalen war spielerisch, läuferisch und kämpferisch überlegen. „Das war eine ganz starke VfR-Mannschaft, wir haben jeden Ball verloren“, lobt auch BSC-Trainer Axel Siefert den Gegner. Und: Die Ostälbler erarbeiteten sich eine Vielzahl an Chancen. Abruscia (9.), Benjamin Kindsvater (11.) und Steffen Kienle (13./ 21.) ließen gute Möglichkeiten liegen, ehe Kindsvater eine tolle Einzelleistung zum 1:0 abschloss (26.). Es lief alles nach Plan. Weil Kienle (45.) und Abruscia (45.+2) weitere Chancen ausließen, hätte sich der BSC auch über ein 0:2 oder 0:3 zur Halbzeitpause nicht beklagen können.

Der zweite Treffer war überfällig, und er hätte direkt nach Wiederanpfiff fallen müssen. Steffen Kienle setzte sich im Laufduell stark gegen Tobias Klein durch, schoss dann aber freistehend Keeper Marvin Geng an (48.). Zwei Minuten später entschärfte der Torwart auch einen strammen Schuss von Eduard Heckmann (50.).

Besser kannst du fast nicht Fußball spielen.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Dann der Schock: Nach einem Pass in die Tiefe war Ivan Novakovic frei durch, und der BSC-Angreifer überlistete den viel zu weit vor dem Tor stehenden Matthias Layer mit einem Heber - 1:1 (51.). Bahlingen hätte nachlegen können, zweimal war aber Daniel Stanese zur Stelle (56./ 57.). Auf der anderen Seite war es erneut Kienle, der die größte Chance vergab: Der Torjäger hatte den Keeper bereits umspielt und musste nur noch einschieben, als Nico Gutjahr angerauscht kam und den Ball von der Linie kratzte (58.). Es folgte ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Und einem Geniestreich von Abruscia. Der Spielmacher zirkelte einen Freistoß aus 25 Metern über die Mauer in den Winkel - 2:1. Ein Traumtor (79.). Ausgelassener Jubel auf der VfR-Bank. War das der Siegtreffer? Nein.

Botic erst rein, dann wieder raus

Als Wolf den jungen Manuel Botic nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung wieder vom Feld nahm, gab‘s einen Freistoß für Bahlingen. Wieder hielten die Aalener nicht konsequent dagegen, Ylber Lokaj hatte keine Mühe, zum 2:2 einzuköpfen (88.). Die Ostälbler wollten jetzt den Sieg erzwingen - und wurden klassisch ausgekontert. Hasan Pepic hatte keine Mühe, den Ball vorbei an Layer ins Tor zu schieben - 2:3 (90.). Noch war nicht Schluss, und Stanese gelang sogar noch das 3:3 - doch Schiedsrichter Joshua Herbert entschied auf Abseits. Es war der Schlusspunkt einer turbulenten Partie.
Bei allem Lob weiß Uwe Wolf, dass Fußball nicht nur einen Fehlerspiel, sondern auch ein Ergebnissport ist. Und mit mageren drei Punkten aus vier Spielen ist der VfR Aalen weit entfernt von den eigenen, hohen Ansprüchen.

  • Stimmen zum Spiel: „Null von sechs Punkten - das ist übel“
  • Michael Weißkopf, VfR-Präsidiumsmitglied: „Wir haben ganz klar einen Sieg verschenkt. Wir waren in der ersten Halbzeit drückend überlegen, ein zweiten oder drittes Tor wäre hochverdient gewesen. Dann werden wir dreimal ausgekontert. Das tut weh. Zuletzt waren es null von sechs Punkten - das ist übel.“
  • Daniel Bernhardt, verletzter VfR-Keeper: „Von der Tribüne aus hat es sehr gut ausgesehen, wir haben super kombiniert. Aber am Ende werden Punkte vergeben, und da stehen wir wieder mit leeren Händen da.“
  • Daniel Stanese, VfR-Innenverteidiger: „Wir haben sehr gut gespielt, den Sieg aber hergeschenkt. Wir waren in der Schlussphase nicht konzentriert, vielleicht hätten wir auch tiefer stehen müssen.“
  • Rico Wehrle, BSC-Spieler: „Kompliment an Aalen, zur Pause hätten wir auch 0:2 oder 0:3 zurückliegen können. Aber vorne haben wir viel Qualität.“
  • Axel Siefert, BSC-Trainer: „Wir wussten, dass Aalen in der ersten Hälfte viel Gas gibt und irgendwann die Müdigkeit kommt. Das war unser Plan.“ alex

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