Solidarität ist selbstverständlich

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Ungewohnte Umgebung: Erstmals wurde die Gmünder Sportlerehrung unter freiem Himmel durchgeführt. Rund 80 Athleten durften auf der Remspark-Bühne ihre Medaillen in Empfang nehmen. Außerdem wurden die Sportler des Jahres 2020 gekürt.
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Beim „Sommerfest des Sports“ auf der Remspark-Bühne werden rund 80 erfolgreiche Athleten geehrt. Ralf Wiedemann kritisiert den Sanierungsstau bei Sportstätten.

Schwäbisch Gmünd.

Eine laue Sommernacht, Ehrungen unter freiem Himmel und ein kleinerer, ausgewählter Kreis - bei der Gmünder Sportlerehrung 2020 war vieles anders als sonst. Den Athleten hat das „Sommerfest des Sports“ auf der Remspark-Bühne gefallen. Und hinterher das gemütliche Beisammensein im Stadtgarten.

Sportamtsleiter Klaus Arnholdt hat immer wieder in den Himmel geschaut. „Hoffentlich hält das Wetter.“ Das Wetter hat gehalten, und die Stadt Gmünd und der Stadtverband konnten die Sportlerehrung erstmals im Freien ausrichten. Waren es in den vergangenen Jahren stets über 200 Sportler, wurden diesmal nur rund 80 Athleten ausgezeichnet - Aktive und Nachwuchs zusammen. Der Grund:_ Corona ließ 2020 kaum Wettbewerbe zu. Und doch waren die Leistungen beachtlich. Es gab Deutsche Meister. Es gab internationale Erfolge. Geglänzt hat der Nachwuchs, beispielsweise durch die Leichtathleten Milaine Ammon und Eric Maihöfer.

„Sie alle werden stellvertretend für die 20 000 Sportler in unseren Vereinen geehrt“, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold bei seiner Rede. Es sei kein einfaches Jahr 2020 gewesen, aber „wir sind im Bereich des Sports so gut organisiert, dass wir die Pandemie überstanden haben“. Der OB fügt hinzu, dass es kaum Vereinsaustritte gegeben habe. „Die Zeit hat uns gezeigt, wie wichtig Zusammengehörigkeitsgefühl ist. Und dass wir uns aufs Wesentliche besinnen. Diese Solidarität ist im Sport selbstverständlich.“

Arnold findet viel Lob für das Projekt „Seepferdchen“, initiiert von Sportbürgermeister Christian Baron und dem SV Gmünd. „100 000 Kinder im Land haben während Corona kaum oder gar nicht schwimmen gelernt“, sagt der OB. „Es kommt jetzt auf die Ideen an. Und aufs Wollen. Deshalb dürfen alle unter 16-Jährigen vom 1. bis 22. August kostenlos in die Freibäder.“

Und die Pandemie hat weitere Spuren hinterlassen. Beispielsweise in der Jugendförderung. „Viele begonnene Projekte konnten nicht fortgesetzt werden, deshalb konnten auch keine Anträge auf Fördermaßnahmen gestellt werden“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende Ralf Wiedemann. Der Stadtverband habe deshalb den Vereinen, die besonders stark von Corona betroffen waren, 13500 Euro ausbezahlt.

Sanierungsstau immer größer

Apropos Unterstützung: Wiedemann kritisiert, dass die ehrenamtlich geführten Amateurvereine bei den Coronahilfen „seitens der Bundesregierung erst in zweiter Linie bedacht werden“. Erst auf vielfaches Drängen sei Besserung eingetreten. Erfreulich sei zudem, dass die Gmünder Profisportler Alexander Zorniger, Carina Vogt, Dominik Kaiser, Andreas Hofmann, Kai Häfner und Simon Tischer ihre jährliche Forderung für die Gmünder Vereine zu Beginn der Pandemie von 10000 Euro auf 20000 Euro aufgestockt hätten.

Sorgen bereitet Wiedemann die Infrastruktur des Sports in Gmünd. „Corona wird die Problematik noch verschärfen.“ Projekte wie beispielsweise der Kunstrasenplatz im Laichle oder das Sportvereinszentrum des TSB würden auf Eis liegen. Und: „Der Sanierungsstau bei Sportanlagen und Sporthallen wird immer größer“, sagt Wiedemann und stellt klar: „Wenn schon keine Neubauten realisierbar sind, dann muss wenigstens die Substanz erhalten bleiben.“

Wiedmann hält trotz aller Hürden an seiner Vision vom „Sportpark auf der grünen Wiese“ fest. Er hoffe, dass sich die betroffenen Vereine bald an einen Tisch setzen.

Corona wird die Problematik verschärfen.“

Ralf Wiedemann, Stadtverbandsvorsitzender

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