Sonst verschenke ich sein Motorrad

+
Teamchef Marcus Haas gibt dem jungen Nachwuchsfahrer Leon Heimann wertvolle Tipps für seine Rennen.

Nachwuchsfahrer Leon Heimann putzt seine Maschine selber. Gemeinsam mit Vater Daniel Heimann und Teamchef Markus Haas werden die Teile überprüft.

Nach jedem Rennen muss Leon Heimann sein Motorrad putzen. Während das andere Fahrer nicht gerne machen, ist das beim Aalener Nachwuchsfahrer anders. "Es kostet zwar Zeit, aber er macht es gerne", erzählt sein Vater Daniel Heimann.

Das Duo Vater-Sohn ist gerade erst von den Weltmeisterschaften im Super-Moto zurückgekommen und dennoch gibt es keine Zeit zum Ausruhen. Das Finale in der internationalen deutschen Meisterschaft im Super-Moto steht an und dafür müssen die Beiden das Motorrad wieder in Schuss bringen. Normalerweise machen sie das in der heimischen Garage, manchmal geht es aber auch nach Böbingen zum MH Racing Team, ist Heimann doch Teil des Teams von Marcus Haas.

Schrauben festdrehen

Dort wird das Motorrad vom Dreck befreit, eine sehr wichtige Aufgabe. "Wenn man die Maschine richtig putzt, sieht man die Risse in den Teilen", erläutert Haas die Bedeutung. Für Daniel Heimann war daher von Beginn an klar, dass der Sohn diese Aufgabe zu erledigen hat. "Viele andere Fahrer schmeißen das Motorrad nach dem Rennen hin und lassen es putzen. Ich habe ihm daher gesagt: ‘Wenn du das einmal machst, verschenke ich das Motorrad an den Nachbarn'", hat er eine strikte Regel.

Dann gilt es die Maschine genauer in Augenschein zu nehmen. Neben dem prüfenden Blick nach Rissen werden zwei Sachen auch immer gemacht. "Nach jedem Rennen wechseln wir die Bremsflüssigkeit, weil das eine besondere ist", sagt Marcus Haas. "Zudem schauen wir auf alle Schrauben", legt Leon Heimann auch selbst gerne Hand an. Überprüft werden auch die Bremsbeläge, der Zylinderkolben und die Speichen im Rad.

Umweltschutz im Motorsport

Wenn man richtig putzt, sieht man die Risse.

Marcus Haas, MH Racing Team Böbingen

Außerdem gibt es einen Blick auf die Reifen, benutzt Leon Heimann doch neben den Slicks auch Regenreifen. Die braucht er, da ein Super-Moto-Rennen zu zwei Drittel auf der Straße und zu ein Drittel auf einer Cross-Strecke stattfindet. "Wir wechseln die alle zwei Rennen", nennt Daniel Heimann den Verschleiß. Doch das geht noch für die 85-ccm-Klasse. "Die Profis brauchen nach jedem Rennen neue, obwohl die jungen Fahrer genauso schnell fahren", lobt der Teamchef die Nachwuchsfahrer.

Zudem muss nach jedem Rennen eine alte Wasserflasche, die an der Maschine befestigt ist, entleert werden. Dort sammelt sich Benzin und Kühlwasser, das beim Sprung überschwappt. "Wir legen auch Wert auf den Schutz der Umwelt", liegt Haas auch die Natur am Herzen.

"Wir beiden sind in zwei bis drei Stunden durch", nennt Haas den Zeitaufwand des Check-ups. Auch mit seinem Vater braucht Leon Heimann dieselbe Zeit in der heimischen Garage. "Das gehört ja dazu und macht schon Spaß, gerade das Technische zu kapieren", genießt er auch die Zeit in der Werkstatt.

Noch ein Rennen im Super-Moto steht für ihn diese Saison an. "Es gibt dort mehr Adrenalin", ist der 13-Jährige begeistert von dem Sport, wo er noch einiges erreichen kann. In Harsewinkel will er deutscher Meister werden und seine starke Debütsaison krönen.

Mehr zum Thema

Ein eingespieltes Team. Vater Daniel Heimann (vorne) und Sohn Leon (im Hintergrund).

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Kommentare