Später K.O. für den TSB Gmünd

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TSB - Steißlingen

Ein spannender Krimi bot sich den knapp 300 Zuschauern zwischen dem TSB Gmünd und dem TuS Steißlingen. In der Schlusssekunde verloren die Gastgeber mit 28:29.

Schwäbisch Gmünd.

Es liefen die letzten Sekunden eines mitreißenden Spiels, die schlussendlich für Furore und Entsetzen bei der Heimmannschaft aus Gmünd sorgten. Ein fragwürdiger Pfiff des Schiedsrichters ließ den Trainer der „Jets“, Dragos Oprea, wild mit den Armen rudern. Den darauffolgenden 7-Meter-Wurf gegen seine Mannschaft verwandelte Steißlingens Florian Wangler souverän und besiegelte damit die dritte Saisonniederlage der Schwäbisch Gmünder. Neben Aaron Fröhlich (Entzündung am Bein) und Tom Abt (gebrochene Nase) fiel mit Marian Rascher (Fingerverletzung/Bronchitis) auch noch der zweite etatmäßige Spielmacher aus.

„Wir kamen die ganze Zeit über nicht gut ins Spiel rein“, resümierte der enttäuschte TSB-Coach im Anschluss der Partie. Tatsächlich lag der, laut Trainer „personell nicht rosig“ aufgestellte Gastgeber, bereits nach 40 Sekunden mit 0:1 zurück. Der TuS Steißlingen erhöhte vom Punkt zum 0:2 (3.) durch seinen eiskalten Strafwurf-Schützen Wangler. Dann erwachten die Gmünder aus ihrer Lethargie und kämpften sich wieder zurück ins Spiel. Als Eric Zimmermann für die „Jets“ zum 4:5 (10.) traf, drehten die giftigen Gäste aus Steißlingen auf und bauten ihren Vorsprung innerhalb weniger Minuten auf 9:4 (14.) aus. Auch weil die Gmünder ihre Chancen vom Punkt nicht nutzen. Von insgesamt fünf Strafwürfen konnte die Heimmannschaft nur zwei verwandeln. Aber auch „die Abwehr hat in einigen Momenten nicht gezündet“, so Oprea. „Es waren ein paar Fehler zu viel.“ Folgerichtig nahm der TSB-Coach das Time-Out und schwor sein Team beim Stand von 7:12 (19.) neu ein.

Es gelang seinem Team durch sehenswerte Angriffe, besonders über die linke Seite, wieder zum Anschluss zu kommen und so gingen die beiden Mannschaften mit einem knappem 15:13 zugunsten der Gäste aus Steißlingen in die Halbzeitpause. In dieser motivierte Teamchef Oprea seine Spieler und hauchte besonders dem Torjäger der vergangenen beiden Partien, Nicola Rascher, wieder neuen Mut ein. Bis zum Pausenpfiff gelang dem Knipser nur ein einziger Treffer.

Mit wiedererstarktem Selbstvertrauen und neuem Schwung kamen die Gastgeber aus der Pause und glichen in kürzester Zeit durch Sven Petersen und - natürlich - Nicola Rascher zum 15:15 (31.) aus. Das Spiel wurde immer ausgeglichener, auch weil der TSB sich defensiv enorm gesteigert hat und kompakter stand. Aber auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor kehrte wieder zurück. Schließlich kippte die Partie durch den Treffer von Jonas Waldenmaier und der TSB ging mit 18:17 (35.) in Führung. Es begann eine wilde Achterbahnfahrt, in der beide Teams ihre Führung nicht halten konnten.

Als sich die heimischen Fans über einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 22:20 (43.) freuten, nahm der Gegner das Time-Out und beruhigte das Spielgeschehen. Mit neuem Elan erzielten die Gäste postwendend den Ausgleich zum 22:22 (46.). Ein schneller Schlagabtausch mit einem Angriff auf jeder Seite bescherte den Zuschauern wieder ein Remis 23:23 (49.), ehe der starke Jonas Waldenmaier mit Rot das Feld verlassen musste.

Wieder lieferten sich die zwei Mannschaften einen richtigen Fight und es stand abermals unentschieden 26:26 (54.), bevor der TSB wieder in Unterzahl bestehen musste, weil Philipp Schwenk ein Foul beging.

Es folgte eine furiose Schlussphase, in der keines der beiden Teams zurückstecken wollte. Die zwei Torgaranten des Abends Zimmermann (9 Treffer) und Rascher (6 Treffer) egalisierten wieder eine Führung der Steißlinger und so stand es 28:28 (56.). Unglücklicherweise musste Nicola Rascher dann ebenfalls eine Zeitstrafe absitzen, doch das Heimteam warf alles in diese letzten vier Minuten.

Die letzten 20 Sekunden

Als der TSB in den letzten 20 Sekunden des Spiels einen Angriff unsauber abschloss, konterte der TuS und es entwickelte sich ein wildes Durcheinander vor dem Kasten des überragenden TSB-Keepers Sebastian Fabian. Dann die Schrecksekunde für die „Jets“: Für ein unglückliches Foul in der Schlusssekunde, wurde Sven Petersen vom TSB vom Platz gestellt und verursachte einen diskutablen Strafwurf. Es war für den Steißlinger 7-Meter-Spezialisten Florian Wangler der achte Strafwurf an diesem Abend. Sechs Tore erzielte er bis dahin treffsicher vom Punkt und einen aus dem Spiel heraus. Das heimische Publikum gab sein Bestes, um den gegnerischen Schützen aus der Fassung zu bringen, doch mit einer immensen Entschlossenheit wuchtete Wangler den Ball zum 29:28-Sieg der Gäste ins Gmünder-Handball-Herz.

„Keiner verliert gerne“ gab ein niedergeschlagener TSB-Trainer Dragos Oprea zu. „Vor allem nicht auf so eine Art und Weise.“ Dennoch lobte er auch die Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben 60. Minuten gekämpft und alles gegeben. Ein Riesenlob an die Jungs.“

TSB Gmünd: Daniel Mühleisen, Sebastian Fabian - Stephan Mühleisen, Wolfgang Bächle (5/1), Nicola Rascher (6), Christian Waibel, Eric Zimmermann (9/1), Sven Petersen (2), Hannes Kauderer, Patrick Watzl, Jonas Waldenmaier (4), Philipp Schwenk (2), Valentin Pick
Rote Karte: J. Waldenmaier, S. Petersen

„Keiner verliert gerne. Vor allem nicht auf so eine Art und Weise.“

Dragos Oprea, Cheftrainer des TSB Gmünd
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