Spindlers nehmen Umweg für die Oberliga

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Jan Spindler (am Ball) trifft am Samstag auf seinen Zwillingsbruder Marcel im Trikot von Großsachsen.

TSB Gmünd reist als Außenseiter zum Auftakt gegen die TVG Großsachsen.

Aalen. Der TSB Gmünd reist als Außenseiter zum Auftaktspiel beim Drittliga-Absteiger TV Germania Großsachsen. An der Bergstraße kommt es am Samstag (20 Uhr / Sachsenhalle) direkt zum Aufeinandertreffen der Zwillingsbrüder Jan (TSB) und Marcel Spindler (TVG).

Vor dem in vielerlei Hinsicht speziellen Saisonstart gönnten sich beide Brüder einen All-Inclusive-Urlaub am Mittelmeer: Jan Spindler weilte bis Mitte der Woche in der Türkei, Marcel auf der Insel Kreta. „Als Zwillinge müssen wir immer alles gleichzeitig machen, sofern die Freundinnen mitmachen“, scherzt TSB-Neuzugang Jan Spindler: „Nun sind wir auf alle Fälle ausgeruht und erholt.“ Diesen Sommer war der 28-Jährige vom Württembergliga-Absteiger TSV Alfdorf/Lorch zu den Gmündern gewechselt. Bei seiner Premiere in der vierten Liga wartet gleich der TV Germania Großsachsen, dem sich Marcel Spindler vor einem Jahr angeschlossen hat. So wird der erste Spieltag für beide zu einer ganz besonderen Angelegenheit.

Wobei der TSB-Spielmacher dieses Thema gar nicht zu hoch hängen will: „Es ist mein erstes Spiel für den neuen Verein, da bin ich ohnehin total motiviert. Ich sehe es als ein Pflichtspiel wie jedes andere auch und am wichtigsten ist es, dass wir als Team die ersten beiden Punkte holen.“ Dennoch sei dieses Bruderduell eine einzigartige Sache. Familie und Freunde aus der Heimat haben sich längst angekündigt, wie Marcel begeistert erzählt: „Einige haben mich sogar schon angerufen und gefragt, ob ich in der Nähe von Großsachsen ein Hotel empfehlen kann.“

Aus der Stimme von beiden Brüdern hört man einen berechtigten Stolz heraus. Bis zur A-Jugend spielten sie gemeinsam für Bettringen, in ihrer ersten Aktivensaison 2013/14 waren sie gleich Gegner, damals siegte Marcel, neun Jahre wiederholt sich das Duell. Vorgezeichnet war dieser Weg keinesfalls. „Wir haben uns mit vergleichsweise wenig Talent hoch gekämpft“, meint Jan Spindler, für den einzig der Spaß am Handball als großer Anreiz dient.

Der eigene Anspruch ist unmissverständlich: Großsachsen will zurück in die 3.Liga. „Es ist definitiv unser Ziel, oben mitzuspielen“, betont Marcel Spindler, der sich aber auch der Schwierigkeiten in der mit 34 Spieltagen besonders langen Runde bewusst ist: Die Rollen sind am Samstagabend also klar verteilt. „Wir sind beim Drittliga-Absteiger zu Gast und brauchen nicht darüber nachzudenken, wer Favorit ist“, findet auch Volker Haiser, Co-Trainer des TSB. Für Haiser und Chefcoach Michael Stettner gestaltet sich die Vorbereitung besonders deshalb schwierig, weil es kein aktuelles Videomaterial vom Gegner gibt: „Großsachsen ist eine Unbekannte für uns, deshalb werden wir uns ganz alleine auf unsere Stärken besinnen und dann reagieren.“ Besonders in der Abwehr haben die beiden Übungsleiter beim 41:25-Testspielerfolg gegen Verbandsligist Steinheim am Dienstagabend noch Steigerungspotenzial ausgemacht.

Da kommt es nicht gerade gelegen, dass hinter dem Einsatz von Andreas Maier (Schulterprobleme) mehr als fraglich erscheint. Zudem fehlen Rechtsaußen Wolfgang Bächle, der privat verhindert ist, sowie krankheitsbedingt Tormann Giovanni Gentile. Obwohl Jan Spindler und Kapitän Nicola Rascher aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, ist der TSB daher auf personelle Alternativen aus dem Perspektivteam angewiesen.

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