Starker Auftritt mit Schönheitsfehler

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Überzeugender Auftritt: Der VfR Aalen mit (von links) Tim Grupp, Kevin Hoffmann, Gino Windmüller, Alessandro Abruscia, Goson Sakai, Dijon Ramaj, Daniel Stanese, Mark Müller und Leon Volz hat auswärts beim FSV Frankfurt hochverdient mit 2:0 (1:0) gewonnen und ist endgültig gesichert.
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Der VfR Aalen gewinnt beim FSV Frankfurt hochverdient mit 2:0 (1:0) und hat den Klassenerhalt endgültig in der Tasche. Der Trainer kritisiert die Chancenverwertung - zurecht.

Frankfurt.

Geglänzt, gewonnen und endgültig gesichert: Der VfR Aalen kann nach dem überzeugenden 2:0 (1:0) beim FSV Frankfurt auch rechnerisch nicht mehr absteigen. Weshalb Innenverteidiger Gino Windmüller eine kritische Frage gleich im Keim erstickte. „Wir können nicht immer alles negativ reden.“ Tun wir auch nicht. Aber die vielen vergebenen Chancen müssen trotzdem thematisiert werden.

Aus der Kabine dröhnte nach dem Schlusspfiff laute Partymusik. Die Profis von der Ostalb feierten die drei Punkte in der Mainmetropole. Weniger Meter abseits: Trainer Uwe Wolf. Und der war gewohnt kritisch. „Es gibt nichts zu feiern. Das gibt es erst, wenn wir wieder in einer anderen Tabellenregion stehen, denn der VfR Aalen muss einen anderen Anspruch haben, als nur die Liga zu halten.“

Allerdings sind die Schwarz-Weißen auf dem besten Weg in andere Tabellenregionen, wenn sie weiterhin so auftreten wie am Samstag. Aggressiv, willig und dominant, so präsentierte sich der VfR bei einer schwachen Frankfurter Elf, die von der ersten Minute fast immer das Nachsehen hatte. Es war über weite Strecken sehr ansehnlich, wie die Aalener die Aufgabe spielerisch lösten. Und sich Chancen über Chancen erarbeiteten. Kai Merk verpasste zweimal knapp (5./ 8.), die Direktabnahme von Djion Ramaj wurde geblockt (9.), und der Kontakt an Mark Müller war zu wenig für einen Elfmeter (18.). Den gab's dann aber kurz darauf. Elmir Muhic foulte Merk, Schiedsrichter Marc Heiker zeigte ohne zu zögern auf den Punkt. Alessandro Abruscia entschied sich für die rechte Ecke, Keeper Kenan Mujezinovic für die andere - 0:1 (27.). Und weiter ging's in Richtung FSV-Tor. Merk verließ allein vor Mujezinovic der Mut (30.), und Goson Sakai schoss aus kurzer Distanz am leeren Tor vorbei (31.). Es lief die 33. Minute, ehe Frankfurt erstmals gefährlich vors Tor kam. Torjäger Arif Güclü fehlten wenige Zentimeter zum Ausgleich.

Senger auf Volz - 2:0

Dann aber war wieder Aalen am Zug: Statt frei vor dem Keeper selbst abzuschließen, passte Ramaj in die Mitte - und zum Gegner (44.). Die Frankfurter hätten sich auch über einen 0:2- oder gar 0:3-Rückstand zur Halbzeitpause nicht beklagen können. Und nach dem Seitenwechsel ging's genau so weiter. Merk scheiterte völlig frei an Keeper Mujezinovic (48.), Daniel Staneses Schuss aus kurzer Distanz wurde geblockt (49.), und erneut der glücklose Merk hämmerte den ball aus kürzester Distanz an den Pfosten (50.). Die Gastgeber wurden nun besser - weil Aalen nachlässiger wurde und phasenweise fast schon um den Ausgleich bettelten. Allerdings: Dem FSV fehlten im letzten Drittel die Ideen, um für ernsthafte Gefahr zu sorgen. Nachdem auch Ouadie Barini eine Großchance ungenutzt ließ, leitete Youngster Mark Müller die Entscheidung ein. Michael Senger steuerte alleine auf den Frankfurter Keeper zu, seinen Querpass schob Leon Volz ins leere Tor - 0:2 (89.).

„Unsere Spielanlage war klasse“, lobte dann auch Uwe Wolf. Allerdings missfielen dem Trainer die Nachlässigkeiten in der Offensive. „Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen. Uns fehlt einfach die letzte Gier, das Tor machen zu wollen.“

Gino Windmüller hat das nach dem hochverdienten Erfolg sicher nicht gern gehört.

Ein Video gibt es unter www.schwaepo.de.

Uns fehlt einfach die letzte Gier.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Stimmen zum Spiel: „Wir haben genügend Dinger reingemacht“

Tim Grupp, VfR-Innenverteidiger: „Es war überragend, was wir gespielt haben. Das muss hier 4:0, 5:0 oder 6:0 ausgehen. Wir hatten sechs, sieben hundertprozentige Chancen. Aber man muss es positiv sehen, wir spielen uns diese Chancen heraus. Wir haben auch die vergangenen Wochen schon sehr gut Fußball gespielt, jetzt haben wir uns endlich belohnt.“

Gino Windmüller, VfR-Innenverteidiger: „Ich sehe das sehr positiv, was wir die vergangenen Wochen gemacht haben. Wir spielen richtig geilen Fußball, erarbeiten uns die Torchancen, und heute haben wir 2:0 gewonnen, also haben wir auch genügend Dinger reingemacht. Ich bin durchweg zufrieden.“

Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: „Ein hochverdienter Sieg, wir hätten schon viel früher den Sack zumachen müssen. Wenn man nur 1:0 führt, kann man immer noch durch einen gegnerischen Standard bestraft werden. Wir hätten wir höher gewinnen können.“

Daniel Bernhardt, VfR-Kapitän: „Der Sieg ist hochverdient. Schade, dass wir das 2:0 erst in der 89. Minute machen, da haben wir unnötig zittern müssen. Auch wenn der Klassenerhalt jetzt geschafft ist, wollen wir über 50 Punkte holen. Wir wollen nicht in der Liga bleiben, weil es am grünen Tisch so entschieden wird. alex

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