SV Neresheim: Gegen Traktorspuren und Trotzigkeit

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Andreas "Bobo" Mayer (Trainer SV Neresheim) trat mit seiner Mannschaft die Auswärtsreise zum FC Blaubeuren umsonst an.
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Aufgrund der Platzverhältnisse wird das Heimspiel des FC Blaubeuren gegen den SV Neresheim nicht angepfiffen. Auf der Suche nach Lösungen stellt sich Blaubeuren quer.

Blaubeuren / Neresheim

Vergangenen Samstag hätte der SV Neresheim eigentlich beim FC Blaubeuren antreten und um drei Auswärtspunkte kämpfen sollen. Doch es kam anders und der Neresheimer Vorstand Harald Zettl, der ebenfalls mit der Mannschaft vor Ort war, sagt: „Ich bin lange dabei, aber das habe ich noch nicht erlebt.“

Was war geschehen? Bereits vergangenen Freitag, einen Tag vor dem geplanten Anpfiff der Begegnung, bekam Harald Zettl einen Anruf von den Verantwortlichen des FC Blaubeuren. „Der Platz sei wahrscheinlich nicht bespielbar“, so Zettl. Traktorspuren seien bei Mäharbeiten auf dem Rasen entstanden. Er führt aus: „Der zuständige Staffelleiter der Landesliga hat sich eingeschaltet und einen Schiedsrichterbeauftragten aus Ulm dorthin geschickt. Dieser meinte, auf dem Platz könne man spielen.“ Ebenso gab der Staffelleiter den Auftrag, dass der Trainingsplatz des FC Blaubeuren („Ein Platz mit Flutlicht, der um drei Klassen besser ist als der Platz auf dem sie sonst spielen“, so Zettl) hergerichtet werden soll - für den Fall, dass die Schiedsrichter am Spieltag wegen widriger Platzverhältnisse das Spiel nicht anpfeifen.

SVN tritt Reise umsonst an

So begab sich der SVN-Tross vergangenen Samstag nach Blaubeuren - völlig umsonst, wie sich herausstellen sollte. „Die Schiedsrichter haben den Platz angeschaut, mit dem Staffelleiter und mit dem Schiedsrichter-Obmann telefoniert und Fotos geschickt“, sagt SVN-Vorstand Zettl. „Dann sind sie zu dem Entschluss gekommen, dass auf dem Platz nicht gespielt werden kann.“ Tatsächlich war der Platz nicht bespielbar. Aber: „Der Rasen war nicht gemäht. Und wenn ich mit einem Bulldog auf ein Spielfeld fahre, dann sehe ich, dass das Schlieren gibt. Aber der gesamte Platz hat so ausgesehen“, gibt Zettl den Sachverhalt wieder.

Anschließend begaben sich die drei Unparteiischen, Harald Zettl und Stefan Aubele (Sportlicher Leiter SVN) sowie der Abteilungsleiter von Blaubeuren zum Trainingsplatz. Doch einfach war dies zunächst nicht. „Blaubeuren hat sich erst geweigert, dem Schiedsrichter den Platz zu zeigen. Der Schiedsrichter hat darauf bestanden, den Platz zu begutachten.“ Dennoch bestanden die Schiedsrichter darauf und auch Zettl war vom Trainingsplatz überzeugt. „Ein sehr guter Rasenplatz, nur nicht hergerichtet für das Spiel. Der Schiedsrichter meinte, der Platz sei in Ordnung und gab Blaubeuren den Auftrag das Spielfeld herzurichten. Das Spiel sollte um circa eine Stunde verschoben werden.“

Doch der Verantwortliche des FC Blaubeuren stellte sich quer. „Er hat gesagt, dass sie den Platz nicht herrichten werden“, sagt der SVN-Vorstand. „Der Schiedsrichter hat es dann genau so aufgenommen. Wir sind zurückgefahren und hatten alle so einen Hals. Wir wollten spielen, kommen mit dem Bus hier her und dann wird dieses Spiel boykottiert.“ Über die Hintergründe will sich der SV Neresheim keinen Spekulationen hingeben. Dennoch merkt Zettl an, dass der einzig plausible Grund für dieses unsportliche Verhalten der war, dass „Blaubeuren eine längere Verletztenliste hatte. Deshalb wollten die nicht spielen und haben alles versucht, dass dieses Spiel nicht stattfinden kann“.

Entscheidung in etwa zehn Tagen

Der Fall wird nun dem Sportgericht vorgelegt. In etwa zehn Tagen kann mit einem Urteil gerechnet werden. Die Neresheimer hoffen auf eine gerechte Entscheidung und eine Wertung zugunsten des SV. „Wenn so etwas durchgeht, wo fangen wir dann an und wo hören wir auf? Das kann nicht sein. Ich verliere den Glauben, wenn das nicht 3:0 für uns ausgeht“, sagt Zettl.

Trainer Andreas „Bobo“ Mayer sieht das genauso. Denn: „Wir wollten unbedingt spielen und haben alles unternommen, dass das Spiel stattfinden kann.“ Man habe Blaubeuren im Vorfeld angeboten, das Heimrecht zu tauschen. Auch das sei abgelehnt worden. „Mehr können wir wirklich nicht tun.“ Auch für Mayer ist es ein einmaliger Vorfall, den er so noch nicht erlebt habt. „Das gibt's nicht einmal in der Kreisliga B ...“

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