SVG-Schwimmer zeigen gute Leistungen bei den Deutschen

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Die Mannschaft des Gmünder Schwimmvereins bei der DKM in Wuppertal. Jeweils von links - vorne: Dany Fuchs, Chiara Vetter, Paula Fuchs, Dana Akhmedova, Heike Stotz, Björn Koch. Mitte: Marie Fuchs, Flora Talgner, Vittoria Beverini, Ida Schneider, Kathrin Stotz. Hinten: Johannes Beyer, Fabian Blessing, Jan Klein

Bei den Deutsche Kurzbahnmeisterschaften in Wuppertal zeigen die Gmünde gute Staffelleistungen. Dana Akhmedova wird Siebte im Finale über 50 Meter Brust.

Wuppertal.

Grundsätzlich waren Trainer Björn Koch und seine Kollegin Dany Fuchs mit den bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in der  Wuppertaler „Schwimmoper“ gezeigten Leistungen der Schwimmerinnen und  Schwimmer der Leistungsgruppe 1 des Schwimmvereins Gmünd (SVG) „sehr  zufrieden“. Vor allem war das Gmünder Team in den vergangenen Jahren  zahlenmäßig noch nie so stark wie in diesem Jahr.

Doch der Trainer verhehlt nicht, dass er im Stillen schon auf mehr  als zwei Platzierungen unter den ersten acht in der Offenen Klasse gehofft hatte.  Allerdings waren einige Aktive aus dem SVG-Team in den letzten Wochen corona- oder grippekrank und konnten deshalb nur eingeschränkt trainieren.

Dany Fuchs sagt: „Einige unserer  Athleten waren verständlicherweise sehr nervös, sie absolvierten diese  Meisterschaften aber mit viel Engagement und konnten dabei Selbstvertrauen und  Erfahrungen für ihre weiteren schwimmsportlichen Ziele sammeln.“

Immerhin  verzeichnete das SVG-Team bei 24 Starts zehn persönliche Bestzeiten, vier neue  Vereinsrekorde und vier neue Altersklassenrekorde. „Um den Anschluss an die  nationale Spitze herzustellen, müssen wir im gesamte Trainingsbetrieb noch dicke  Bretter bohren“, weiß Björn Koch, „aber wir sind auf einem guten Weg“.

Eine Endlaufteilnahme

So erreichte in Wuppertal nur Dana Akhmedova trotz Trainingsrückstand wegen  einer Fußverletzung über 50 Meter Brust den Endlauf, den sie in ausgezeichneten  32,02 Sekunden als Siebte beendete. Bei 31,10 Sekunden liegt die  Bestzeit der Ukrainerin, Nele Schulze vom SC Neukölln Berlin wurde in 30,64  Sekunden in Wuppertal Deutsche Meisterin. „In diesen Bereich kann auch Dana  vorstoßen, wenn sie sich voll aufs Schwimmen konzentrieren kann“, ist Koch  überzeugt. Derzeit ist sie als Übungsleiterin beim SVG im Einsatz, absolviert ein  Fernstudium an der Uni in Lwiw und muss mit den psychischen Belastungen des  Überfalls auf ihr Heimatland fertig werden.

Die Staffel überrascht

Überraschend auf Platz 5 in der überragenden Vereinsrekordzeit von 1.45,90  Minuten schlug die Gmünder Frauenstaffel über 4 x 50 Meter Freistil in der Besetzung Paula Fuchs  (26,48 Sekunden), Flora Talgner (26,96), Ida Schneider (26,96) und Marie Fuchs  (25,50) an. Nur die Großvereine SG Frankfurt, SG Essen, Aqua Köln und SC Wiesbaden waren schneller.

„Dass sich alle Schwimmerinnen in der  Staffel voll reinhängten und Bestzeiten schwammen, ist der Beweis für einen tollen  Teamgeist!“ Auch die Mixed-4 x 50 Meter-Freistilstaffel trumpfte mit Platz 9 in 1.38,67  Minuten auf. Beteiligt waren am neuen Vereinsrekord Jan Klein (23,67 Sekunden),  Johannes Beyer (24,05), Paula Fuchs (25,78) und ihre Zwillingsschwester Marie  Fuchs (25,17). „Im nächsten Jahr wollen wir unter 1.37 Minuten schwimmen“, gab  Björn Koch das Ziel aus.

Vier neue persönliche Bestleistungen bei sechs Starts stellte Paula Fuchs (Jahrgang 2005) trotz großer Nervosität auf. Ihre 28,32  Sekunden über 50 Meter Schmetterling (Platz 15) bedeuteten Vereinsrekord, ihre  2.18,63 Minuten über 200 Meter Rücken (19.) und ihre 26,48 Sekunden über 50  Meter Freistil (Staffelstart) neue SVG-Altersklassenrekorde. Die 100 m Freistil legte  sie in 58,29 Sekunden zurück, die 100m Rücken in 1:04,23 Minuten und  die 100 Meter Schmetterling in 1.02,88 Minuten (12.).

Viel Talent ist da

Ida Schneider (2005) brachte das Kunststück fertig, in allen drei Rennen ihre  persönlichen Bestzeiten nochmals zu toppen. Mit 2.20,39 Minuten über 200 Meter Schmetterling verfehlte  sie als Zehnte nur hauchdünn das Finale. Auch über 200 Meter Freistil klopfte  sie mit neuer Vereinsrekordzeit von 2.03,33 Minuten an die „Endlauftür“. Die 100 Meter Schmetterling (23.) legte sie in 1.03,29 Minuten zurück. „Wenn Ida so weiter macht, kann sie über 200 Meter Schmetterling  und Freistil in die absolute Spitzenklasse vorstoßen“, ist Björn Koch  überzeugt.

Trotz Trainingsrückstand blieb Marie Fuchs (2005) über 100 Meter Brust mit  1.11,90 Minuten und über 100 Meter Schmetterling (20.) in 1.03,55 Minuten nur  knapp über ihren Hausrekorden. Je eine neue Bestzeit erzielten die Stotz-Sisters. Heike (2007)  steigerte sich über 100 Meter Brust (31. Jugendwertung) auf  1.15,35 Minuten, über 400 Meter Lagen wurde sie mit 5.13,60 Minuten gestoppt. Kathrin Stotz (2005) überzeugte mit 5.05,00 Minuten über 400 Meter Lagen (21.). Auf den kürzeren Strecken 100 m Lagen (1.07,68) und 200 Meter Lagen  (2.24,58 Minuten) muss sie noch an der Grundschnelligkeit arbeiten.

SVG-Neuzugang Chiara Vetter (2001, zuvor TSG Backnang), zeigte über 50 Meter  Brust (23., 33,03 Sekunden) und über 100 Meter Brust (1.12,43) ordentliche  Leistungen. „Bei ihr ist noch gezieltes Training notwendig“, urteilt Björn Koch. Gastschwimmerin Vittoria Beverini (2007), steigerte sich im  Vergleich zum Mugele-Cup über 200 Meter Schmetterling (39./20.) auf 2.28,78  Minuten.

Jungs sind nervös

Bei den drei Gmünder Jungs war die nervliche Anspannung bei deren ersten  deutschen Meisterschaften der Aktiven besonders groß. So konnte nur Jan Klein  (2005) als Startmann in der 4 x 50 Meter Freistilstaffel mit 23,67 einen neuen SVG-Altersklassenrekord aufstellen. Über 100 Meter Rücken (40./19., 59,14 Sekunden),  200 Meter Rücken (23./15., 2.08,28 Minuten) und 200 Meter Freistil (52./22., 1.56,95)  war er schon schneller. Gleiches gilt für Johannes Beyer (2005) für die 200 Meter  Freistil (58./28., 1.58,19 Minuten).

Fabian Blessing (2000) fehlte nach langer  Erkrankung über 100 Meter Brust (1.05,14 Minuten)) und 200 Meter Brust (2.23,24 Minuten) die Kraft, um an seine Bestzeiten heranzukommen. 

Bereits am kommenden Wochenende startet der SVG mit zwei Mannschaften bei  den Baden-Württembergischen Mannschaftsmeisterschaften in Freiburg zum letzten  Wettkampf im Jahr 2022. „Wir wollen uns 2023 auf die Meisterschaftswettbewerbe  auf der 50-Meter-Bahn konzentrieren“, blickt Björn Koch voraus, „dafür müssen wir  viel und hart trainieren“.

Wassertemperaturen schwierig

Der hauptamtliche Trainer des SVG sieht dabei aber  Probleme auf sein Team zu kommen: „Zum einen stehen unsere Athleten vor der  schwierigen Aufgabe, Leistungssport und die  Anforderungen in der Schule, im Studium oder im Beruf in Einklang zu bringen, zum  anderen wird es bei den abgesenkten Wassertemperaturen im Hallenbad schwer, das für Spitzenleistungen notwendige Trainingsprogramm  ohne Schäden zu absolvieren“.

Frauenstaffel 4 x 50 m Freistil von links: Paula Fuchs, Flora Talgner, Ida Schneider, Marie Fuchs.
Mixstaffel 4 x 50 m Freistil von links: Paula Fuchs, Jan Klein, Marie Fuchs, Johannes Beyer.

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