Tagesausflug mit Punkten?

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Schrecksekunde: Im Februar 2020 kassierte der VfR Aalen in Elversberg in der Nachspielzeit das 0:1. Torschütze damals war Thomas Gösweiner - ja, jener Stürmer, der am vergangenen Samstag ebenso in der Nachspielzeit das 1:1 für Homburg erzielte.
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Hält die Serie? Der VfR Aalen will an diesem Mittwoch um 18 Uhr bei der SV Elversberg zum siebten Mal in Folge ungeschlagen bleiben.

Aalen.

Es wird ein strapaziöser Mittwoch. Der VfR Aalen verzichtet wie sonst bei den meisten Auswärtsspielen üblich auf eine Hotelübernachtung. Morgens um 10 Uhr absolvieren die Profis ein lockeres Training, um 12 Uhr macht sich der Tross auf die gut 300 Kilometer weite Reise, und um 18 Uhr ist Anpfiff bei der SV Elversberg. Gegen 21 Uhr geht's zurück - möglichst mit drei Punkten im Gepäck.

Uwe Wolf sieht dem Auswärtsspiel beim Tabellendritten gelassen entgegen. Die lange Fahrt direkt vor dem Anpfiff sei kein Problem. „Das ist eine Einstellungssache“, sagt der neue Trainer des VfR Aalen. Außerdem sei es eine lange Warterei, wenn man bei Abendspielen schon am Tag vorher anreise.

Das Wort „Einstellung“ verwendet Wolf grundsätzlich oft. Und so komme es auch bei der nächsten Spitzenmannschaft vorrangig auf diese an, wenn der VfR Aalen seine Serie fortsetzen und auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen bleiben möchte. Dass das bei den finanzstarken Elversbergern kein einfacher Job wird, weiß der Coach. „Der Verein hat vor Saisonbeginn sicherlich höhere Erwartungen gehabt“, sagt Wolf. Heißt: Die Saarländer gehörten zu den Mannschaften, die den Aufstieg in die 3. Liga ins Visier genommen haben. Zehn Spieltage vor Schluss sind die Elversberger zwar Dritter, allerdings mit zehn Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter SC Freiburg II.

Vier Spieler, 49 Tore

„Im Fußball ist schon alles passiert, aber realistisch gesehen glaube ich nicht, dass es noch möglich ist“, sagt Wolf. Dennoch: Der Trainer hat den Gegner akribisch analysiert und außergewöhnliche Qualitäten festgestellt. Vor allem in der Offensive. 73 Tore hat die SVE in der laufenden Runde geschossen, allein 49 gehen auf das Konto von Kevin Koffi (15), Israel Suero Fernandez (14), Luca Schnellbacher (11) und Luca Dürholtz (9). „Auf unsere Defensive kommt viel Arbeit zu, zumal die Elversberger viel Länge haben“, sagt Wolf. Heißt: große Spieler, die bei Standards schwer zu verteidigen sind. Umso mehr schmerzt der Ausfall von Tim Grupp (Rotsperre).

Der 26-Jährige ist einer von sieben Spielern, die dem VfR am Mittwoch fehlen werden. „Unser Kader stellt sich von alleine auf, alle Feldspieler sind dabei“, sagt Wolf, der nicht jammern will. Im Gegenteil. Der Kader sei deshalb breit aufgestellt, „jetzt sind die Spieler gefragt, die zuletzt wenig gespielt haben“. Und: „Diejenigen, an die ich denke, haben im Training einen sehr ordentlichen Eindruck hinterlassen.“ Kai Merk beispielsweise, der die Rolle des verletzten Torjägers Steffen Kienle einnehmen wird. Ohnehin traut der Coach seinen Spielern viel zu. Erst recht nach dem jüngsten Auftritt gegen Homburg (1:1). „Das war ein überragendes Spiel von uns. Jeder hat gezeigt, zu was er in der Lage ist“, lobt der 53-Jährige und stellt klar: „Dieser Auftritt ist die Messlatte für Elversberg.“

Die SVE hat übrigens eine beeindruckende Serie vorzuweisen: Sie ist seit zehn Spielen ungeschlagen. „Es ist eine Riesenherausforderung für uns, erst recht mit unserem Rumpfkader.“ Aber seine Mannschaft werde trotzdem mit der Einstellung ins Saarland fahren, diesen Gegner besiegen zu wollen.“

Thomas Gösweiner, das VfR-Schreckgespenst

Rückblick. 14 Monate ist es her: Da spielte der VfR Aalen zuletzt bei der SV Elversberg. Damals noch unter Trainer Roland Seitz hielten die Ostälbler 93 Minuten lang das 0:0, ehe dem Favoriten in der letzten Minute der Nachspielzeit der 1:0-Siegtreffer gelang.

Torschütze. Das Tor des Tages erzielten die Elversberger per Kopf. Torschütze damals war Thomas Gösweiner.

Kopie. Ja, jener Thomas Gösweiner, der inzwischen das Trikot des FC 08 Homburg trägt und dessen Namen die Aalener wohl so schnell nicht vergessen werden. Denn der 26-jährige Stürmer hat den VfR am vergangenen Samstag erneut geärgert, als er - erneut in der Nachspielzeit - den 1:1-Ausgleich für Homburg erzielte. Das Gute: An diesem Mittwoch ist das VfR-Schreckgespenst weit, weit weg ... alex

Dieser

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

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