Tennis ja – duschen geht nicht

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Die Vorstandsmitglieder des Gmünder Tennisvereins, Uwe Sonnentag, Sybille Kurz und Rudi Groß (von links) freuen sich. Ab Montag kann im Schießtal im Freien auf 13 Plätzen gespielt werden.
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Am Montag öffnen zahlreiche Tennisanlagen auf der Ostalb. Coronabedingte Abstands- und Hygienevorschriften müssen beachtet werden. Keine Doppel.

Ja, lasst uns spielen! In großen Lettern springt einem auf der Homepage des Tennisvereins Schwäbisch Gmünd seit Freitag die Freude über die Möglichkeit, endlich die Freiluftsaison starten zu können, ins Auge. Alle 13 Tennisplätze im Gmünder Schießtal sind ab Montag geöffnet. Und nicht nur dort. Viele Tennnisvereine und -abteilungen auf der gesamten Ostalb haben die Netze schon gespannt. Die Coronakrise hatte sie ausgebremst. Jetzt geht es weiter. Aber: "Nicht alle auf einmal." Auch das ist auf der Homepage des TVG zu lesen.

"Wir sind wirklich froh, das es endlich wieder losgehen kann", sagt TVG-Vorsitzender Rudi Groß. Und betont: "Wir sind vorbereitet." Die Umkleiden und Duschen bleiben vorerst noch geschlossen. Das ist Teil eines ausgefeilten Konzepts, das die Landesregierung derzeit wegen der Coronapandemie für die Öffnung von Sportstätten vorgibt. Zentraler Punkt darin: die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Die Bereitstellung von Desinfektionsmittel und das Führen einer Belegungsliste, anhand deren mögliche Infektionsketten nachvollzogen werden können, sind ebenfalls verpflichtender Bestandteil.

Der Tennisverein Schwäbisch Gmünd zählt zu den wenigen Tennisclubs im Ostalbkreis, die ihre Mitglieder und Gäste in die Lage versetzen können, die Plätze online zu buchen. "Wir haben unser Buchungssystem, das wir in der Halle haben, einfach für die Außenanlage erweitert", sagt Rudi Groß. "Das hat den Vorteil, dass die Leute zielgerichtet kommen können und sich nicht unnötig viele Menschen gleichzeitig bei uns aufhalten. Das soll ja momentan vermieden werden."

Hallensaison abgebrochen

Die Öffnung der Tennisplätze im Freien kommt gerade noch rechtzeitig, um eine mögliche Austrittswelle bei den Tennisvereinen zu verhindern. Die Hallensaison musste schließlich bereits abgebrochen werden. Den finanziellen Schaden, der wegen der Rückerstattungsansprüche nicht mehr möglicher Abostunden und Einzelbuchungen seit Mitte März ansteht, schätzt Groß auf ca. 10 000 bis 12 000 Euro. Damit nicht genug. "Unser Trainer ist seitdem ohne Arbeit. Der steht vor dem Nichts." Er wollte eigentlich die Wohnung auf der Anlage beziehen. Das hat er nicht getan. Groß: "Auch diese Miteinnahmen fehlen dem Verein."

Beim TVG hat man indes die Zeit genutzt, die ohnehin vorgesehene Renovierung des Clubheims im Gaststättenbereich inklusive des Küchentraktes zeitlich vorzuziehen. "Die Belastung von 130 000 Euro hätten wir dafür ohnehin tragen müssen", weiß Groß und freut sich, dass die Arbeiten Ende Mai/Anfang Juni fertig sein werden.

Die Tatsache, dass TVG-Cheftrainer Anders Gullberg jetzt wieder Trainerstunden geben darf, wird dessen Terminkalender allerdings nicht gleich komplett füllen. Die Haupteinnahmequelle sind nämlich Gruppenstunden mit bis zu sechs Leuten. Momentan dürfen neben dem Trainer nur zwei Leute auf den Platz. Das ist im gesamten Verbandsgebiet des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) so.

WTB-Verbandstrainer Markus Knödel, der beim TC Aalen zuhause ist, weiß das. Als die Coronakrise losbrach, hat er zusammen mit seinen Kollegen Onlinekonzepte für Trainer und Spieler entwickelt, die auch außerhalb des Tennisplatzes eine tennisspezifische Athletik vermitteln. Die Kids – vor allem die Kaderathleten – wurden online mit wöchentlichen Trainingsplänen und Videoanleitungen versorgt.

Wir haben unser Buchungssystem, das wir in der Halle haben, einfach für die Außenanlage erweitert.

Rudi Groß Vorsitzender TV Schwäbisch Gmünd

Während die Landeskaderathleten bereits in den Landesleistungszentren trainieren, kann ab Montag auch das Kadertraining auf Bezirksebene wieder hochgefahren werden. "Wir dürfen noch nicht wieder in die Halle", sagt Knödel. Aber auf den Plätzen des TC Aalen und in Lorch-Waldhausen wird demnächst wieder trainiert.

Auch der TC Aalen hat seine Anlage im Eibenweg in den vergangenen Wochen auf Vordermann gebracht. Auch dort können ab Montag die Plätze online gebucht werden. Aber auch dort bleiben – wie überall – die Umkleiden geschlossen.

Mit einem Manko müssen die Tennisspieler derzeit landesweit allerdings zudem leben. Das Abstandsgebot verhindert, dass momentan Doppel gespielt werden dürfen. Nur Einzel. "Vor allem unsere älteren Spieler, die gerne Doppel spielen, werden darüber sehr traurig sein", denkt Rudi Groß.

Dies ist auch, was die Verbandsrunde betrifft, noch ein maßgeblicher Hinderungsgrund dafür, dass die Ligasaison gestartet werden kann. Die Runde, die in der Regeln im Mai beginnt, hat der Verband schon vor Wochen um eine unbestimmte Zeit verschoben. Nächste Woche soll entschieden werden, wie weiter verfahren wird. Bayern lässt Doppel bereits zu.

In der Situation, dass Tennis zu den wenigen Sportarten zählt, die jetzt wieder betrieben werden dürfen, sieht Markus Knödel "eine Riesenchance". "Wir dürfen und andere nicht. Die Vereine müssen das nutzen und Mitgliederwerbung betreiben."

Kein Aufnahmebeitrag

Die Tennisabteilung der SG Bettringen zum Beispiel zählt zu jenen, die das bereits erkannt haben. Für alle Nichtmitglieder, die jetzt Lust haben, den Tennissport kennen zu lernen oder wieder damit zu beginnen wollen, gibt es ein besonderes Angebot: Wer sich bis 31. Mai 2020 entscheidet, Mitglied bei der Tennisabteilung der SG Bettringen zu werden, zahlt keinen Aufnahmebeitrag. Schläger für die ersten Spielstunden können vom Verein zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

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