Tennisspieler freuen sich auf draußen

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Den alten Sand von der Anlage scharren, um den neuen aufbringen zu können. Damit sind derzeit viele Tennisvereine in der Region beschäftigt. Auch Peter Krampulz, der Leiter der Tennisabteilung des TSV Ellwangen (unser Foto), hilft mit, damit die Anlage Anfang Mai öffnen kann – sofern die Corona-Pandemie dies zulässt.

Sporttreiben im Verein ist seit Monaten kaum möglich. Nach der derzeitigen Corona-Verordnung darf Tennis gespielt werden. Vielerorts werden die Freiluftplätze gerichtet.

Die Temperaturen steigen und da seit Sonntag wieder die Sommerzeit gilt, ist es abends nun wesentlich länger hell. Auch in Corona-Zeiten zieht es die Menschen nach draußen, damit sie sich sportlich betätigen können. Dr. Niko Schepp (Vorsitzender TC Aalen), Rudi Groß (Vorstand Finanzen TV Schwäbisch Gmünd) und Peter Krampulz (Abteilungsleiter Tennis des TSV Ellwangen) schildern die aktuelle Situation im Tennis.

TC Aalen: Insgesamt zehn Außenplätze stehen für die über 330 Mitglieder, ein Drittel davon sind 18 Jahre oder jünger, zur Verfügung. Sobald es keinen Nachtfrost mehr gibt, will man zunächst einen Teil der Plätze instandsetzen. "Traumhaft wäre es, wenn wir das in den kommenden rund 14 Tagen schaffen könnten. Doch das hängt vom Wetter ab und nicht von unserem Engagement. Das gesamte Technikteam, das für die Plätze zuständig ist, ist hoch motiviert und will schnellstmöglich mit den Arbeiten beginnen. In der Summe ist es unser Ziel, dass alle zehn Plätze so schnell wie möglich bespielbar sind", erklärt Vorsitzender Dr. Niko Schepp.

Die vergangenen Monate trafen den TCA finanziell hart, da in der Wintersaison in der Halle bis auf ganz wenige Wochen nicht gespielt werden konnte. Ein großer Teil des Budgets, das dem Verein das Jahr über zur Verfügung steht, wird auch über Halleneinnahmen erwirtschaftet. "Bei uns macht das mehr als ein Drittel des Budgets aus. Insofern hatten wir durch fast den kompletten Wegfall der Hallensaison einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil. Jeder geschlossene Hallentag bedeutet für uns einen Einnahmeverlust von 250 Euro. In der Woche sind das dann 1 750 Euro", erklärt Dr. Niko Schepp.

Auf finanzielle Unterstützung kann der Verein nicht hoffen. "Denn vor vielen Jahren hat der Aalener Gemeinderat Tennis zur Randsportart erklärt und aus der Sportförderung genommen: Und das, obwohl Tennis die drittbeliebteste Sportart in ganz Deutschland ist", berichtet Schepp.

Dennoch blickt man beim TC auch positiv auf die vergangenen Wochen und Monate zurück. Denn man hat die Zeit genutzt und Arbeiten an der Anlage getätigt. Im Clubhaus wurde die Inneneinrichtung erneuert und modernisiert, die Räume wurden umgebaut und der Boden neu gefliest. Stolz ist der Vorsitzende dabei auf sein Team und lobt den Zusammenhalt. "Wir haben ein hervorragendes ehrenamtliches Team im Technikbereich, dazu haben uns die Mitglieder stark unterstützt."

Dass in den kommenden Monaten und besonders auch nach der Corona-Krise weniger Tennis gespielt wird, daran glaubt Niko Schepp nicht, im Gegenteil. "Ich habe die Hoffnung, dass vielleicht sogar mehr gespielt wird. Denn man braucht nur einen Partner und Tennis erfährt in der momentanen Pandemie wesentlich weniger Einschränkungen als beispielsweise Kontaktsportarten."

Die Verbandsspielrunde soll in diesem Jahr ganz normal stattfinden. Die Termine sind bereits festgelegt. Sofern es coronabedingt möglich ist, plant der TCA in diesem Jahr eine Feier zum 125-jährigen Bestehen.

TV Schwäbisch Gmünd: Auch in Schwäbisch Gmünd bekommt man den fast kompletten Wegfall der Hallensaison finanziell sehr zu spüren. Denn ähnlich wie in Aalen finanziert sich der TVG zu einem großen Teil durch die Halle: "Die ganzen Hallenstunden werden als Abos bereits im Oktober bezahlt. Da unsere gesamte Halle überwiegend mit Abos ausgebucht war, haben wir das Geld zwar in der Kasse. Doch da in der Wintersaison nur bis zum 15. Dezember gespielt werden konnte, errechnen sich zwischenzeitlich Rückforderungsansprüche der Abonnenten in der Größenordnung von rund 25 000 bis 30 000 Euro, die zu erheblichen Liquiditätsengpässen des Vereins führen werden", erklärt Rudi Groß, Vorstand Finanzen. Die Halle des TVG ist ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.

Sofern es Corona zulässt, wird der Spielbetrieb ab dem 1. Mai möglich sein.

Peter Krampulz Abteilungsleiter TSV Ellwangenl

Eigentlich hatte der Verein damit gerechnet, finanzielle Unterstützung im Rahmen der verschiedenen Corona-Hilfen zu erhalten. Dem ist aber nicht so. Denn: "Unterstützung erhalten nur die Unternehmen, die zumindest einen Arbeiter beschäftigen. Da der TV den technischen Dienst und die Reinigungen an einen Subunternehmer vergeben hat, gibt es keinen Zugang zu einem Hilfsprogramm", berichtet Rudi Groß.

Damit ist der TV Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg aber längst nicht allein. Die Hallen, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt werden, fallen alle durch das Raster und bekommen keine finanziellen Corona-Unterstützungen. Der Württembergische Tennis-Bund hat deshalb nun ein Hilfeschreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier geschickt. Groß ist eher skeptisch, dass es etwas bringen wird.

TSV Ellwangen: Zwei Sandplätze warten darauf, dass sie endlich bespielt werden können. In "normalen Zeiten" startet die Saison für die reinen Freizeitspieler immer Anfang Mai und endet je nach Wetterlage zwischen Ende Oktober und Mitte November. Eine Tennis-Halle gibt es beim TSV nicht. Trotz der Pandemie hofft Abteilungsleiter Peter Krampulz, dass man den Zeitplan auch in diesem Jahr einhalten kann. "Sofern es Corona zulässt, wird der Spielbetrieb ab dem 1. Mai möglich sein."

Dabei müssen alle Hygienerichtlinien und Abstandsregeln eingehalten werden. Aus diesem Grund können Duschen oder Umkleideräume nach derzeitigen Vorschriften nicht genutzt werden. Die vergangenen Monate waren für die Abteilung "nicht sehr angenehm. Besonders ab der Zeit, als wir nicht mehr Doppel spielen konnten. Das einzig Gute war, dass die Saison fast schon vorbei war, als der neuerliche Lockdown kam", so Krampulz.

Momentan werden die Plätze für die neue Saison gerichtet: Die alte Oberschicht des Sandes wird weggekratzt, die Linien werden in Ordnung gebracht und es wird gewalzt. "Das ist schon ein großer Aufwand", erklärt Peter Krampulz. Jedes Mitglied im Verein kann die Plätze kostenlos nutzen. Derzeit hat die Tennis-Abteilung knapp 40 Mitglieder. Doch zu Zeiten, als der Sport aufgrund von Boris Becker und Steffi Graf einen großen Boom erlebte, sah das ganz anders aus: 132 Mitglieder gab es damals. Vor vielen Jahren wollte man sogar nochmals zwei zusätzliche Plätze bauen. Dieses Vorhaben scheiterte am Veto von Anwohnern. Heute ist Peter Krampulz aber froh darüber, dass dieses Unterfangen nicht zustande kam. "Es werden ja kaum die beiden Plätze regelmäßig genutzt."

In den vergangenen Jahren gab es mehre negative Vorkommnisse, wie Peter Krampulz berichtet: "Vandalen sind bei uns ins Tennisheim eingedrungen und richteten einen Schaden in Höhe von 2500 Euro an. Außerdem wurde die Tennisanlage mehre Male verwüstet, das uns einiges an Geld kostete."

Für die Zukunft wünscht sich der Abteilungsleiter, dass sich wieder mehr für den Sport mit der gelben Filzkugel begeistern. "Es wäre schön, wenn sich wieder mehr Freizeitspieler, für die nicht die Liga-Spiele im Vordergrund stehen, bei uns melden würden. Auch Nichtmitglieder können bei uns für fünf Euro die Stunde aktiv sein."

Beim TC Aalen wurde die "spielfreie" Zeit für Renovierungsarbeiten genutzt.
Den alten Sand von der Anlage scharren, um den neuen aufbringen zu können. Damit sind derzeit viele Tennisvereine in der Region beschäftigt. Auch Peter Krampulz, der Leiter der Tennisabteilung des TSV Ellwangen (unser Foto), hilft mit, damit die Anlage Anfang Mai öffnen kann – sofern die Corona-Pandemie dies zulässt.

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