Transfer geplatzt: TSV Essingen und Anton Fink einigen sich nicht

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Bleibt beim SSV Ulm 1846: Der Wechsel von Drittliga-Rekordtorjäger Anton Fink zum TSV Essingen ist kurz vor Ablauf der Frist geplatzt.
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Der Wechsel des Drittliga-Rekordtorjägers vom SSV Ulm 1846 platzt kurz vor Ablauf der Frist. Doppelt bitter: TSV-Stürmer Cristian Gilés Sánchez fällt bis Saisonende aus.

Essingen / Ulm

Es wäre der Transfer-Hammer in der Fußball-Verbandsliga gewesen: Der TSV Essingen stand kurz davor, Torjäger Anton Fink vom Regionalliga-Spitzenreiter SSV Ulm 1846 zu verpflichten. Wenige Stunden vor Transferschluss platzte der Deal allerdings. „Wir konnten uns nicht einigen“, sagt TSV-Sportdirektor Patrick Schiehlen.

Anton Fink ist ein Ausnahmestürmer. 77 Spiele (14 Tore) in der 2. Bundesliga, 324 Spiele (136) in der 3. Liga und 86 Spiele (12) in der Regionalliga hat er bislang absolviert. Außerdem ist er der Rekord-Torjäger der 3. Liga. Dennoch: In Ulm hat der 34-Jährige zuletzt kaum noch eine Rolle gespielt und hat in dieser Saison lediglich 8 Punktspiele (0 Tore) bestritten - weshalb SSV-Geschäftsführer Markus Thiele den mit am bestbezahltesten Profi gerne von der Gehaltsliste gehabt hätte. Weil Fink in Ulm einst mit dem Essinger Trainer Stephan Baierl zusammengearbeitet hat, waren die Wege kurz. „Ja, wir standen mit dem SSV, dem Spieler und dessen Berater in Kontakt, und wir hätten Anton sehr gerne verpflichtet“, bestätigt Schiehlen. Bis kurz vor Ende der Wechselfrist habe man versucht, sich zu einigen. Vergeblich. Der Deal kam nicht zustande, Fink bleibt in Ulm.

Gilés Sánchez: Muskelbündelriss

Dass sich der Sechstligist so verbissen um diesen „Königstransfer“ bemüht hat, hat einen einfachen Grund: TSV-Stürmer Cristian Gilés Sánchez, der in der laufenden Runde in 13 Spielen 7 Treffer erzielt hat, fällt monatelang aus. Grund: Beim 29-Jährigen wurde ein Muskelbündelriss diagnostiziert, die Saison ist für den Spanier damit gelaufen. „Das trifft uns sehr hart. Wir mussten reagieren“, sagt Schiehlen. Denn: „Wir möchten unserem Trainer die bestmögliche Flexibilität im Kader bieten.“ Baierl habe im ersten Halbjahr dreimal auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen, „das musste außer uns keiner“, sagt der Sportdirektor.

Und nun? „Nun muss es der jetzige Kader richten“, sagt Schiehlen, dem deshalb nicht bange ist. Im Gegenteil. „Wir wollen den Rückstand auf den Tabellenführer aufholen. Wenn wir von Corona und Verletzungen verschont bleiben, ist uns alles zuzutrauen.“

Auch, weil der in der Hinrunde stark gebeutelte Kader jetzt wieder nahezu komplett ist. Die Langzeitverletzten Dean Melo, Yamoussa Camara und Janik Wiedmann sind wieder einsatzbereit und trainieren mit der Mannschaft. Außerdem hat der TSV Essingen auch ohne Anton Fink personell nachgelegt. In der Winterpause wurden vier Spieler verpflichtet: Endrit Ibishi (von Kórdrengir), Atmir Krasniqi (zuletzt VfB Stuttgart U19), Steffen Lang (zuletzt SC Verl) und Moritz Müller (DJK Schwabsberg). „Wir haben aktuell wieder 19, 20 Feldspieler im Training. Das hatten wir schon lange nicht mehr“, sagt Patrick Schiehlen.

Wir konnten uns nicht einigen.“

Patrick Schiehlen, Sportdirektor des TSV Essingen
  • Anton Fink: Kurzes Gastspiel beim VfR Aalen
  • Ausbildung. Anton Fink wurde in der Jugend bei 1860 München ausgebildet. Für die Sechziger absolvierte er auch seine ersten beiden Aktivenjahre, ehe er im Sommer 2008 zur SpVgg Unterhaching wechselte.
  • Ostalb. Im Januar 2011 kam Fink auf Leihbasis vom Karlsruher SC zum Drittligisten VfR Aalen. Unter dem damaligen Trainer Ralph Hasenhüttl absolvierte der Stürmer 15 Pflichtspiele, in denen er 6 Treffer erzielte und ein weiteres Tor vorbereitete. Im Sommer 2011 kehrte er zum KSC zurück.
  • Stationen. Über den Chemnitzer FC kam der 34-Jährige im Sommer 2020 nach Ulm. Dort hat er einen Vertrag bis 30. Juni 2022.⋌alex

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