Traum von den Olympischen Spielen

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Philipp Steeb (links) und Kimi Köhnlein präsentieren bei den Deutschen Jugendmeisterschaften erstmals die neuen Trikots des TV Wetzgau: mit Gmünder Skyline und Einhorn.

Wetzgaus Turnyoungster Kimi Köhnlein und Philipp Steeb gehen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Halle an die Geräte. Über ihre Pläne sprechen sie im Interview.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau.

Kimi Köhnlein und Philipp Steeb sind die großen Nachwuchshoffnungen von Wetzgaus Chefcoach Paul Schneider. An diesem Wochenende stehen für die beiden Bundesnachwuchskaderathleten die Deutschen Jugendmeisterschaften in Halle an der Saale an. Schneider wird als Kampfrichter hautnah dabei sein, wenn sich die HBG-Schüler hoffentlich dem Bundestrainer noch einmal mit Nachdruck empfehlen. Im Interview erzählen sie über ihre Ziele.

Kimi und Philipp, wie liefen die Vorbereitungen?

Steeb: Zunächst sollte die DJM Mitte Mai in Leipzig stattfinden. Wir waren beide optimal vorbereitet. Doch dann wurden sie aufgrund der Corona-Lage recht kurzfristig abgesagt.

Köhnlein: Man wusste erst nicht, wann und ob sie überhaupt noch ausgetragen werden konnten. Und so mussten wir uns erst einmal fit halten – mit keinem konkreten Ziel. Das war schwer.

Was habt Ihr Euch vorgenommen?

Köhnlein: Ich hab mir vorgenommen, meine Übungen sauber durch zu turnen – ohne Absteiger. Und dann möchte ich gerne das eine oder andere Gerätefinale erreichen: vielleicht am Barren oder an den Ringen.

Steeb: Ich möchte im Mehrkampf auf jeden Fall auf dem Treppchen stehen und außerdem die Gerätefinals am Pferd, Boden und Reck erreichen. Da möchte ich dann bestmöglich abschneiden – vielleicht sogar gewinnen. Wenn ich meine Übungen sauber durchkriege, kann ich das schaffen. Und wenn wir beide gut sind, können wir den Sprung in den Nachwuchskader 1 schaffen.

Köhnlein: Das heißt, dass wir dann viel mehr Kaderlehrgänge in Kienbaum haben.

Steeb: Und von der Sporthilfe gefördert werden.

Wie sieht Euer Tagesablauf aus?

Köhnlein: Ich stehe früh auf, gehe in die Schule bis 13 Uhr. Dann holt mich meine Mutter ab und ich esse mein Mittagessen auf dem Weg nach Hause im Auto. Dort ziehe ich mich um und fahre spätestens um 13.40 Uhr los an den Olympiastützpunkt nach Stuttgart. Unterwegs holen wir dann noch Philipp ab, denn wir haben eine Fahrgemeinschaft. Training haben wir von 14.30 bis 18.30 Uhr. Danach geht es dann wieder zurück nach Hause, wo es ein schnelles Abendessen gibt und dann noch Schulaufgaben oder das Lernen auf Klassenarbeiten auf uns wartet.

Steeb: Bei mir sieht's genauso aus.

Wie schafft Ihr Schule und Training? Unterstützt Euch die Schule?

Steeb: Wir sind ja beide am HBG – das ist schonmal gut, dass wir an der gleichen Schule sind. Herr Botsch unterstützt uns, dass er uns immer frei stellt, wenn wir Kaderlehrgänge haben oder Wettkämpfe. Es gibt jetzt sogar eine extra Lehrerin, die uns helfen soll, wenn wir einmal Probleme haben sollten. Das ist gut.

Was könnte noch besser laufen?

Köhnlein: Philipp und ich sind ja in unterschiedlichen Klassen. Für unser Training und unsere Fahrgemeinschaft wäre es gut, wenn unsere Stundenpläne aufeinander abgestimmt wären: Also dass wir z.B. am selben Tag Mittagsschule haben könnten oder zur gleichen Zeit Sport, dann könnten wir nämlich gemeinsam Frühtraining haben im Uni-Park bei Paul Schneider. Das haben alle unsere Trainingskameraden, die am Sportgymnasium in Stuttgart an der Schule sind. Und das ist wichtig.

Was sind Eure Ziele für dieses Jahr?

Steeb: Ganz klar: in den NK1 Kader zu kommen. Eventuell nach Russland zu fliegen zu internationalen Wettkämpfen. Und natürlich bei der DJM gut abzuschneiden.

Köhnlein: Ich möchte auch in den NK1 Kader kommen und zu internationalen Wettkämpfen nach Russland fliegen. Ach: und dann wäre es natürlich toll, wenn zum Deutschland-Pokal Ende Oktober in Schwäbisch Gmünd wieder Zuschauer kommen dürften.

Was sind Eure Ziele überhaupt für die Zukunft?

Steeb: Gesund zu bleiben, viele schwere Elemente zu erlernen, sauber zu turnen. Und dann kommt eigentlich alles andere von allein: Mein ganz großes Ziel sind aber die Olympischen Spiele 2028.

Köhnlein: Ich möchte auch auf jeden Fall erst einmal gesund bleiben und dann auch zur JEM und JWM. Und wenn ich dann älter werde zur EM, WM und Olympia.

Euer Heimatverein, der TV Wetzgau, wie unterstützt der Euch?

Steeb: Paul Schneider verfolgt genau unsere Entwicklung und freut sich immer sehr mit uns, wenn wir zum Beispiel neue Elemente lernen.

Köhnlein: Wir konnten auch direkt nach Weihnachten in der Halle im Uni-Park trainieren, so dass wir uns früher fit machen konnten als die anderen. Und die Kadergebühren bezahlt der TV Wetzgau – glaube ich – für uns

Vermisst Ihr etwas neben all dem Training und der Schule?

Köhnlein: Ich vermisse die freie Zeit mit Freunden. Unter der Woche geht es leider gar nicht, sich zu treffen. Am Samstag haben wir ja auch Training und danach ist man meistens so ausgepowert dass man sich nur noch ausruhen will.

Steeb: …oder was für die Schule machen muss. Ich vermisse auch die freie Zeit mit Freunden.

Jetzt freuen wir uns aber erst einmal beide auf die Deutschen Jugendmeisterschaften in Halle. Am Donnerstag geht es los. Am Freitag starten die Wettkämpfe und man kann uns sogar live im Internet verfolgen: www.turnenlive.de überträgt alle Wettkämpfe. Wir sind am Freitag und Samstag ab 13 Uhr dran und am Sonntag hoffentlich ab 11 Uhr.

Und dann möchte ich gerne das eine oder andere Gerätefinale erreichen.“

Kimi Köhnlein, TV Wetzgau

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