TSB Gmünd: Die ersten 15 Minuten sind das Problem

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Fokussiert: TSB-Trainer Michael Stettner.

Nach zuvor drei Siegen verlieren die Jets beim TSV Wolfschlugen mit 32:33 (14:16).

Wolfschlugen. Michael Stettner brauchte eine Nacht, um die bislang wohl bitterste Niederlage seiner noch jungen Amtszeit als TSB-Trainer zu verkraften. Bitter, weil Aufsteiger Wolfschlugen die tapfer kämpfenden Gmünder mit der Schlusssirene in die Knie zwang. „Ansonsten aber muss man einfach zugeben, dass wir dieses eine Tor schlechter waren“, resümiert Stettner, ohne dabei aber seinen Mannen einen Vorwurf machen zu wollen: „Die Jungs haben sich zu keiner Zeit aufgegeben.“

Es glich einem Wechselbad der Gefühle für den Tabellenvierten. Mit bis zu sieben Toren waren die favorisierten Gäste in den ersten 52 Minuten in Rückstand gelegen, bevor sie zum Ausgleich kamen. In der dramatischen Schlussphase wäre selbst ohne den vom Platz gestellten Kapitän Nicola Rascher der Sieg möglich gewesen. Am Ende aber jubelten die Wolfschlugener, die bislang alle engen Partien in dieser Saison unglücklich verloren hatten. „Sie hatten es dann mehr verdient“, gibt Stettner zu. Wobei der TSB-Trainer betont, dass „wir dieses Spiel auf gar keinen Fall im letzten Angriff verloren haben. Vielmehr müssen wir uns selbst hinterfragen, warum wir in dieser Saison in der ersten Viertelstunde entweder alles zusammenschießen oder uns gleich alle Felle davon schwimmen.“

Schon nach vier Minuten waren die Jets mit 1:4 (4.) ins Hintertreffen geraten und als Stettner wenig später die überfällige Auszeit nahm, stand es bereits 6:11 (15.). „Die ersten 15 Minuten waren das Problem, da müssen wir künftig mehr Stabilität reinbekommen“, kritisiert der Trainer. Der Rückstand wuchs sogar auf 6:13 (17.) an, weil sich der TSB im Angriff zu viele technische Fehler leistete und in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff gegen gallige Hausherren fand.

Besserung folgte erst, als Stettner auf eine 5-1-Abwehr umstellte und im Angriff konsequent auf den siebten Feldspieler setzte. Der frisch von der Bank gekommene Jan Spindler brachte die Gmünder mit dem 14:16 (30.) vor der Pause wieder in Schlagdistanz. „Damit waren wir eigentlich noch gut bedient“, findet Stettner. Doch sein Team war nun im Spiel angekommen.

Umso frustrierender war es, dass nach dem Seitenwechsel ein erneuter Fehlstart folgte. Trotz Überzahl kassierte der TSB drei Tore in Folge zum 17:22 (38.). Die Aufholjagd begann von Neuem. Wieder war es Rascher, der die Jets mit seinen Distanz- und Strafwürfen im Rennen hielt. Der Kapitän selbst und sein Nebenmann Andreas Maier brachten den TSB auf 22:24 (44.) heran. Als Zimmermann den Anschlusstreffer zum 24:25 (48.) erzielte, war wieder alles offen. Der 20 Jahre junge Linksaußen war es auch, der mit dem 27:27 (52.) erstmals seit der zweiten Minute wieder Gleichstand herstellte.

Von der Siebenmeterlinie waren sowohl Rascher für den TSB als auch sein Beachhandball-Teamkollege Patrick Kohl für Wolfschlugen bis dahin ohne Fehlversuch geblieben. Doch mit dem vierten Wurf traf Rascher den Kopf des gegnerischen Torhüters und sah folgerichtig die Rote Karte. Eine große Schwächung für die Gmünder, immerhin hatte es der Torjäger bis dahin auf neun Treffer gebracht.

Doch der TSB steckte auch diesen Nackenschlag weg. Wolfschlugen legte zwar weiterhin ein Tor vor, doch Maier und Zimmermann hatten die schnelle Antwort parat. Für die 350 Zuschauer gab es keine Atempause mehr, nur acht Sekunden nach dem erneuten Rückstand traf Bächle zum 32:32 (58.). Zu Beginn der letzten Minute eroberte die Gmünder Abwehr den Ball und Trainer Stettner nahm seine dritte Auszeit. Einmal im gesamten Spiel zu führen, hätte den Gästen vermutlich zum Sieg gereicht. Doch der TSB kam nicht mehr zum Wurf. Die letzten 26 Sekunden gehörten Wolfschlugen, die mit einem feinen Pass ihren Rechtsaußen Marc Wieder bedienten – dieser erzielte den umjubelten 33:32-Siegtreffer und ließ die Gmünder ein wenig ratlos zurück. Es war die erste Niederlage in dieser Saison, die man vom Überraschungsteam der Oberliga so nicht erwartet hatte.

TSB: Daniel Mühleisen, Giovanni Gentile – Nicola Rascher (9/3), Eric Zimmermann (7), Wolfgang Bächle (6), Andreas Maier (3), Ton Abt (2), Jonas Waldenmaier (2), Jan Spindler (2), Stephan Mühleisen (1), Moritz Werner, Vincent Pick, Arian Pleißner

Siebenmeter: TSV 4/4 – TSB 4/3

Zeitstrafen: TSV 10 Minuten – TSB 8 Minuten

Rote Karte: Nicola Rascher (TSB/55./Kopftreffer beim Siebenmeterwurf)

Zuschauer: 350

Nach zuvor drei Siegen verliert der TSB Gmünd beim TSV Wolfschlugen mit 32:33 (14:16).
Nach zuvor drei Siegen verliert der TSB Gmünd beim TSV Wolfschlugen mit 32:33 (14:16).
Nach zuvor drei Siegen verliert der TSB Gmünd beim TSV Wolfschlugen mit 32:33 (14:16).

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