TSB Gmünd scheitert an vier Sekunden

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TSB Gmünd-TSV Schmieden
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Nach fünf Siegen in Folge vor Weihnachten kommt der TSB Schwäbisch Gmünd gegen den Tabellenvorletzten TSV Schmiden nicht über ein 30:30-Remis hinaus.

Schwäbisch Gmünd.

Nach zuletzt fünf Siegen in Folge vor Weihnachten haben die Oberliga-Handballer des TSB Gmünd ihren Punktspielstart ins neue Jahr vermasselt. Gegen den Tabellenvorletzten TSV Schmiden musste sich das Team von TSB-Coach Dragos Oprea mit einem 30:30-Remis zufrieden geben. Der letztlich verdiente Schlusstreffer der Gäste fiel mit der Schlusssirene.

400 Zuschauer - allesamt mit Impf- bzw. Genesenennachweis sowie FFP2-Maske in der Halle - sahen von der ersten Sekunde an ein Match, bei dem die Gäste unter Anleitung ihres neuen Trainers Almir Mekic selbstbewusst und voller Tatendrang agierten, um sich gegen den drohenden Abstieg zu stemmen.

Gerade einmal etwas mehr als eine Minute war gespielt, da verzeichnete der Hallensprecher bereits vier Treffer - zwei auf jeder Seite. Die Gmünder Führung glich Schmiden jeweils aus, ehe es nach zehn Minuten beim 6:7 erstmals selbst in Führung ging. Kurz zuvor hatte Eric Zimmermann die Chance auf die Gmünder 7:5-Führung vergeben. Sven Petersen und TSB-Kapitän Aaron Fröhlich ließen weitere Möglichkeiten liegen. Und als Fröhlich dann mit einem Siebenmeter scheiterte, lag das Mekic-Team plötzlich 9:7 vorne.

Motiviert bis in die Haarspitzen

Es dauerte bis zur 21. Minute, ehe sich der TSB die Führung wieder zurückgeholt hatte. Dazwischen lagen weitere gute, aber vergebene Torchancen der Gastgeber, während Schmiden sogar in Unterzahl den zwischenzeitlichen Ausgleich wieder in eine Führung gewandelt hatte. Durch viele leichtfertige Ballverluste bot der TSB Gmünd auch fortan dem TSV Schmiden immer wieder beste Gelegenheiten, um ins Spiel zurückzukehren. Die zeigten sich unter ihrem neuen Coach von der ersten bis buchstäblich letzten Sekunde motiviert bis in die Haarspitzen.

Dennoch konnte der TSB Gmünd den furiosen Schlussspurt der ersten Halbzeit für sich entscheiden und nach einem 13:14-Rückstand mit einer 16:14-Führung in die Kabine gehen.

Doch die Gäste kämpften sich in die Partie zurück und zogen die Führung wieder auf ihre Seite. Drei Tore betrug ihr Vorsprung beim 23:26. Starke zehn Minuten waren noch auf der Uhr. Die Jets des TSB erkannten den Ernst der Lage. Dieses Mal waren sie es, die in Unterzahl (Zeitstrafe Schwenk) den Rückstand auf 25:26 verkürzten.

Die Spannung der letzten Minuten hatte es in sich. Zunächst erzielte Tom Abt den Anschlusstreffer zum 26:27. Dann parierte Devin Immer im TSB-Kasten einen Wurf der Gäste. Auf der anderen Seite knallte Wolfgang Bächle einen Siebenmeter an die Querlatte. Und als im Gegenzug Schmidens Robin Mack neben das TSB-Gehäuse gezielt hatte, markierte Bächle dann doch den Ausgleich. Tom Abt stellte auf 28:27. Noch in der selben Minute (57.) baute Nicola Rascher den Vorsprung der Gmünder auf 29:27 aus. Alles schien einem für den TSB guten Ende zuzusteuern.

Weit gefehlt. Plötzlich stand es 29:29. Eine Minute war noch zu spielen. Sven Petersen markierte vier Sekunden vor dem Spielende das scheinbar erlösende 30:29. Doch vier Sekunden reichten den Gästen, um - mit der Schlusssirene - den 30:30-Ausgleich zu erzielen. Während die Gäste den Punktgewinn feierten, als wäre es bereits der Klassenerhalt, schlichen die TSB-Spieler enttäuscht vom Feld. In der Tabelle ist der TSB Gmünd auf den 7. Platz abgerutscht.

TSB Gmünd: D. Mühleisen, Immer - Bächle (9/4), Abt (3), M. Rascher (1), Waibel, N. Rascher (8), Fröhlich (1), Zimmermann (2), Petersen (6), Pleißner, Watzl, Schwenk.

TSB-Zeitstrafen: Abt, N. Rascher, Schwenk.

Rote Karte: M. Rascher

Zuschauer: 400

Die Aggressivität hat gefehlt in der Abwehr und im Angriff. Das muss wieder besser werden.

Dragos Oprea, Cheftrainer des TSB Gmünd
  • Michael Hieber: „Insgesamt ist das kein Problem für uns, dass wir heute nicht gewonnen haben“
  • Dragos Oprea (TSB-Trainer): Mir reicht die letzte Aktion. Sie ist sinnbildlich für das gesamte Spiel. Wir haben keinen Zugriff in der Abwehr bekommen. Vor allem im Mittelblock war es nicht das, was wir uns erwartet haben. Hinzu kommen 20 verworfene Bälle. Das ist zu viel. Dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben, daran sind wir selbst schuld. Wir haben in vielen Phasen zu halbherzig agiert. Die Aggressivität hat gefehlt in der Abwehr und im Angriff. Das muss wieder besser werden.
  • Almir Mekic (Trainer TSV Schmiden): Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir haben ohne Angst und frech agiert und waren voll auf dieses Spiel fokussiert. Das war die Vorgabe. Ich habe meinen Spielern vor der Partie gesagt: Der Gegner interessiert uns nicht. Das Unentschieden ist gerecht. Denn am Ende hätten beide gewinnen können.
  • Michael Hieber (TSB-Abteilungsleiter): Das Unentschieden ist okay. Das entspricht dem Spielverlauf. Aber insgesamt können wir nicht zufrieden sein mit unserem Spiel. Ich verstehe nicht, warum wir so nervös waren. So wie wir in der Tabelle stehen, gibt es keinen Grund dafür. Insgesamt ist das kein Problem für uns, dass wir heute nicht gewonnen haben. Jetzt geht es weiter.
  • Jürgen Rilli (Sportlicher Leiter des TSB): Wir haben in keiner Phase der Partie unsere Leistung abgerufen. Wir haben in der Deckung kein System gefunden und keine Aggressivität gehabt. Deshalb sind wir auch immer einem Rückstand hinterhergelaufen. Natürlich sind wir enttäuscht. Wir hatten eine gute Trainingswoche. Schmiden hat den Punkt verdient mitgenommen. Das ist ärgerlich, aber kein Beinbruch.
  • Aaron Fröhlich (TSB-Kapitän): Es lief heute nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben über die Abwehr nicht zu unserer Sicherheit gefunden. Mit dem Ergebnis müssen wir leben.
  • Christian Waibel (TSB-Spieler): Am Schluss hätten wir gewinnen müssen. Aber wir haben das schlecht geregelt. Wir haben uns in der Defensive immer isolieren lassen und haben nicht gut verdichtet. Das war vor Weihnachten viel besser. Da müssen wir wieder hinkommen.
  • Sven Petersen (TSB-Spieler): Wir können heute glücklich sein mit dem Punkt. Wir haben keine gute Abwehr gespielt und keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. 80 Prozent Leistung reichen für diese Liga einfach nicht. Da müssen wir ansetzen.
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