TSB: Löchrige Abwehr und viele Fehlwürfe

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Nicola Rascher (am Ball) im Zweikampf.

Dem TSB Gmünd misslingt der Saisonstart. Wenig Stabilität in der Abwehr und eine schwache Chancenverwertung besiegelt die 30:37 (15:20) – Niederlage beim TV Germania Großsachsen.

Hirschberg-Großsachsen

Nur zweimal in seiner nun achtjährigen Oberliga-Zugehörigkeit ist es dem TSB Gmünd gelungen, sein erstes Saisonspiel zu gewinnen – diese Serie setzt sich nun fort, muss aber nicht zwingend schlecht sein, wie das Beispiel der vergangenen Saison zeigt. Damals wurde der TSB im Auftaktspiel vor heimischer Kulisse vom TSV Heiningen vorgeführt, trotz der 28:37-Klatsche stand am Ende der fünfte Tabellenplatz.

Deshalb, aber auch mit Blick auf den laufenden Umbruch, war Trainer Michael Stettner am Samstagabend bemüht, seine Premiere mit dem TSB richtig einzuordnen: „Diese Niederlage ist kein Beinbruch, denn wir wissen, dass die Trauben in Großsaschsen relativ hoch hängen.“

TSB mit 25 Fehlwürfen

Bemüht, aber glücklos – so lässt sich dieses erste Saisonspiel aus Gmünder Sicht treffend beschreiben. Letztlich hat die junge Garde des TSB, in der gleich vier Spieler ihr Oberliga-Debüt feierten, die gesamte Kaltschnäuzigkeit des langjährigen Drittligisten zu spüren bekommen. Allerdings haderten die Gäste auch mit ihren eigenen Schwächen. 25 Fehlwürfe standen in Stettners Statistik zu Buche, so stellte der Trainer ernüchtert fest: „Damit gewinnt du selten ein Spiel. Dass wir acht bis zehn freie Würfe vergeben haben, hat uns besonders weh getan.“ Erschwerend hinzu kam, dass Daniel Mühleisen ein rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Der Tormann, der in der Vorsaison die große Konstante gewesen war, brachte es auf lediglich vier Paraden.

 In der Abwehr fand sich der TSB auf verlorenem Posten wieder. Gleich zu Beginn wurde Mühleisen zweimal von Kreisläufer Simon Reisig überwunden. Trotz des 0:3-Fehlstarts aus den ersten drei Minuten bewiesen die Gmünder Charakter und kämpften sich in die Partie zurück. Das war vor allem den beiden Rückraumspielern Nicola Rascher und Tom Abt zu verdanken, die sich immer wieder entschlossen durchsetzen.

Mit einem verwandelten Strafwurf zum 3:3 (6.) brachte Rascher die Sachsenhalle erstmals zum Schweigen. Besonders im schnellen Umschaltspiel präsentierte sich der TSB gefährlich, war allerdings defensiv genauso anfällig. Auch nach dem 6:8 (11.) bekam das Stettner-Team die Kurve und begegnete dem Drittligisten auf Augenhöhe. Als Daniel Mühleisen einen Siebenmeter parierte und im direkten Gegenzug Moritz Werner mit seinem ersten Oberliga-Tor den 9:9-Ausgleich (15.) erzielte, schien das Momentum zugunsten der Gäste zu wechseln.

 Doch innerhalb von nur 30 Sekunden geriet der TSB völlig aus dem Konzept. Kreisläufer Reisig warf Großsachsen erneut in Führung, durch zwei schnelle Konter mussten die Gmünder dann das 9:12 (16.) und außerdem eine Zeitstrafe gegen Rascher hinnehmen. Es brauchte einige Minuten, bis sich die Jets wieder berappelten und sich auf 14:16 (23.) herantasteten. Andreas Maier scheiterte am immer stärker werdenden TVG-Schlussmann Fabian Lieb, Rascher und Waldenmaier trafen nur das Aluminium. Die Hausherren hingegen versenkten beinahe jeden Wurf im Gmünder Tornetz, so dass der Abstand bis zur Pause auf 15:20 (30.) anwuchs.

Unglücklicher Re-Start des TSB

Auch in der zweiten Hälfte erwischte der TSB einen denkbar unglücklichen Start, denn Rascher vergab seinen ersten Strafwurf. Die Torhüterleistung gab nun den Ausschlag. Während Daniel Mühleisen kaum eine Hand an den Ball bekam, lief sein Gegenüber Fabian Lieb zur Höchstform auf. Auch im Angriff konnte sich Großsachsen auf zwei Unterschiedsspieler verlassen, den trickreichen Rechtsaußen Simon Spilger (10 Tore) und Kreisläufer Reisig (8). Beim Stand von 18:27 (40.) befand sich der TSB bereits auf der Verliererstraße, gab sich aber dennoch nicht auf. Stephan Mühleisen war ein Lichtblick im Gästeteam und verkürzte mit seinem fünften Treffer auf 20:27 (42.). Doch für eine wirkliche Aufholjagd fehlte dem TSB die letzte Überzeugung – vor allem aber eine gute Abwehrleistung. „Alles, was wir probiert haben, hat immer nur kurz gefruchtet“, haderte der TSB-Coach.

Zehn Minuten vor Schluss stand wieder ein Neun Tore-Rückstand auf der Anzeigetafel, das Spiel war damit entschieden. Durch einen Doppelschlag von Waldenmaier kam der TSB noch einmal auf 29:34 (57.) heran, doch dieses letzte Aufbäumen kam zu spät.

 Stettner indes gibt sich kämpferisch: „Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen einfach das Positive aus dem Spiel herausziehen.“ Dazu gehört sicherlich auch die Tatsache, dass in der Schlussphase mit Vincent Pick und Louis Waldraff zwei weitere TSB-Eigengewächse ihre Premiere in der vierthöchsten Spielklasse erlebten – so wie zuvor schon Spindler und Tormann Frederik Füchtner. Beim Drittliga-Absteiger Großsachsen hat diese junge Rasselbande ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. „Daraus gilt es jetzt die richtigen Lehren zu ziehen und an unseren Schwächen zu arbeiten“, betont Stettner mit Blick auf das erste Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Knielingen am kommenden Samstag (19:30 Uhr / Große Sporthalle): „Da sind wir sicherlich in der Favoritenrolle und wollen unbedingt die ersten Punkte einfahren.“

 

TV Großs. - Gmünd⋌37:30 (20:15)

TSB: Daniel Mühleisen, Frederik Füchtner – Nicola Rascher (10), Stephan Mühleisen (5), Tom Abt (4), Andreas Maier (3), Eric Zimmermann (2), Moritz Werner (2), Jonas Waldenmaier (2), Jan Spindler (2), Philipp Schwenk, Louis Waldraff, Jonas Schwenk, Vincent Pick

Siebenmeter: TVG 3/2 – TSB 6/4

Zuschauer: 222

Die Brüder Marcel (l.) und Jan Spindler nach Spielende
Marcel Spindler (TVG, am Ball), im Hintergrund Jan Spindler (l.) und Moritz Werner

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