TSB-Perspektivteam steigt ungeschlagen in die Bezirksliga auf

+
Die Meistermannschaft des TSB Gmünd II bei der feierlichen Wimpelübergabe in der Großen Sporthalle Stehend von links nach rechts: Patrick Watzl, Trainer Andreas „Rudi“ Rascher, Tom Abt, Benedikt Ocker, Frederik Füchtner, Robert Heer, Kai Kiesel, Jonas Schmutzert, Florian Krazer, Hannes Kauderer, Lukas Lehle, Jonas Schwenk, Dennis Slonek, Louis Waldraff Kniend von links nach rechts: Julian Sacher, Aaron Wild, Martin Reuter, Moritz Kienzle, Vincent Pick, Valentin Pick, Sascha Grützmacher, Can Oktay, Arian Pleißner Es fehlen: Philipp Schwenk, Jochen Leitner, Daniel Derer, Michael Deusch, Manuel Menz

Mit dem 31:18 (12:10) – Kantersieg gegen Schlusslicht Heiningen setzte der TSB Gmünd 2 seiner überragenden Saison die Krone auf. Ohne eine einzige Niederlage sicherte sich die Mannschaft von Trainer Andreas „Rudi“ Rascher die Meisterschaft und ist bereit für größere Aufgaben. 

Schwäbisch Gmünd.

  

Dass die TSG Eislingen zum ursprünglich vorgesehenen Saisonfinale gar nicht erst angetreten war, konnte der Feierlaune keinen Abbruch tun. Als Moritz Kienzle – mit erst 23 Jahren bereits einer der ältesten Spieler in der Aufstiegsmannschaft – am Sonntagabend den Meisterwimpel entgegen nehmen durfte, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. In der Halbzeitpause der Oberliga-Partie gegen den TV Bittenfeld II ließ es das TSB-Perspektivteam vor 300 Zuschauern noch einmal richtig krachen. Während der gesamten Saison hatten die Jets ihren treuen Fans eine hochüberlegenen Leistung geboten.

 

17 Siege, 3 Unentschieden und keine einzige Niederlage – diese herausragende Bilanz stellt selbst für den erfahrenen Chefcoach ein Novum dar. Diese „geile Runde“ war für Andreas „Rudi“ Rascher selbst eine ganz emotionale Sache. „Ich habe mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören, da mir nach vielen Jahren doch ein bisschen die Motivation und das Feuer gefehlt haben“, erklärt der 54-Jährige, der seinen Heimatverein TSV Bartenbach einst bis in die Württembergliga geführt und bis 2019 den heutigen Verbandsligisten HSG Winzingen-Wißgoldingen-Donzdorf trainiert hatte. Beim TSB habe er die Freude zurückgewonnen: „Für mich war es die absolut richtige Entscheidung, dieses Projekt mit vielen jungen Spielern anzugehen.“

 

Der Masterplan ist aufgegangen. Dabei hatte Rascher anfangs bewusst tiefgestapelt, viel zu viel Unbekanntes steckte nach dem verlorenen Corona-Jahr in der Bezirksklasse. Holprig verlief der Start mit einem 29:29-Remis in Königsbronn. Doch sechs deutliche Siege folgten und es war klar, dass die Meisterschaft nur über den TSB gehen würde. Bereits drei Spiele vor Saisonende sicherten sich die Gmünder durch eine wahre Machtdemonstration beim TSV Heiningen 3 den Titel. Drei Wochen darauf verabschiedete sich das Rascher-Team durch ein standesgemäßes 31:18 (12:10) gegen das Schlusslicht aus der Liga. Allerdings waren die Jets erst in der zweiten Halbzeit derart deutlich überlegen wie schon beim 42:18-Erfolg vier Wochen zuvor.

 

„Völlig normal“ findet es der Trainer, dass der Schalter vor dem längst bedeutungslosen Saisonfinale längst umgelegt war: „100 Prozent Einsatz sind dann nicht mehr möglich, da mache ich niemandem einen Vorwurf.“ Ohne die nötige Konzentration geriet der Klassenprimus zunächst mit 3:7 (13.) ins Hintertreffen. Der oberligaerfahrene Gästekeeper Timo Rapp parierte mehrere freie Würfe. „Jeder hat ein bisschen an sich gezweifelt, nachdem wir im Abschluss so schwach waren und einige unglückliche Tore kassiert haben“, meint Rascher. Doch es wurde besser. Robert Heer erzielte den 7:7-Ausgleich (17.), bis zur Pause erkämpfte sich der TSB eine 12:10-Führung. Anschließend folgte ein gewohnt souveräner Auftritt. Über ihr schnelles Umschaltspiel gelang es den Gmünder, schon beim 22:13 (45.) für die Entscheidung zu sorgen. Arian Pleißner – mit 133 Saisontoren ligaweit der beste Werfer – war ebenso wie die beiden Außen Jonas Schmutzert und Vincent Pick (je 4 Tore) maßgeblich daran beteiligt, dass der TSB seine weiße Weste wahrte.

 

Auch ohne die von Eislingen „geschenkten“ Punkte war die Gmünder Dominanz über die gesamte Saison hinweg erdrückend. Besonders in den Duellen mit den schärfsten Verfolgern präsentierte der Meister seine gesamte Qualität. Die beiden deutlichen Erfolge gegen den Tabellenzweiten SG Hofen/Hüttlingen 2 (33:20 und 37:29) waren für Rascher zwei Schlüsselmomente: „Da haben wir eine Klasse gespielt, obwohl zwei Top-Spieler nicht mehr dabei waren.“ Gemeint sind Philipp Schwenk und Patrick Watzl, die sich im Oberliga-Team des TSB unverzichtbar gemacht haben.

 

Im Perspektivteam habe indes jeder Einzelne einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht – und zwar nicht nur die jungen Talente, darauf weist Rascher gerne hin. Martin Reuter (38 Jahre) sowie die beiden Abwehrstrategen Jochen Leitner (41) und Michael Deusch (37) gingen als Führungsfiguren voran. Zu den insgesamt 29 eingesetzten Spielern zählten neben sechs aktuellen A-Jugendlichen elf Akteure, die erst im vergangenen Sommer aus dem Nachwuchsbereich aufgerückt waren. „Die Hauptaufgabe war es, daraus eine geile Mischung zu bilden. Das ist uns gelungen und damit hat es richtig Spaß gemacht“, freut sich der Trainer.

 

Sechs Jahre nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hat der TSB Gmünd nun wieder eine zweite Mannschaft auf ansprechendem Niveau, was auch der Unterstützung des Oberligateams dienen soll. Die vielen Eigengewächse können damit in beiden Ligen gefördert werden. Der Umbruch ist gelungen und Rascher ist sich sicher, für die höheren Aufgaben wieder eine schlagkräftige Truppe aufzubieten. Lediglich Stammkeeper Sascha Grützmacher (studiumsbedingt) sowie Reuter und Deusch (Karriereende) werden ihm künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

 

Der Weg des Perspektivteams ist damit noch längst beendet, doch wie gewohnt vermeidet es Rascher, große Ziele auszusprechen. Oberste Priorität hat der Klassenerhalt: „Wir haben das Zeug dazu, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und dann so viel mitzunehmen wie nur möglich.“ In der höheren Spielklasse kommt es für „Rudi“ Rascher zu einer ganz speziellen Begegnung mit dem TSV Bartenbach, trainiert von Bruder Ralf und mit Neffe Marian Rascher, der vom TSB dorthin wechselt. Für den Gmünder Aufstiegscoach nur ein Beleg für die hohe Qualität der Bezirksliga. Verstecken wollen sich die Jets keinesfalls: „Wenn wir unsere Leistung genauso konstant abrufen wie zuletzt, dann können wir gut mitspielen.“

 

TSB: Julian Sacher, Dennis Slonek – Arian Pleißner (9), Vincent Pick (4), Jonas Schmutzert (4), Louis Waldraff (3), Robert Heer (3), Lukas Lehle (2), Valentin Pick (2), Moritz Kienzle (2), Aaron Wild (1), Kai Kiesel (1), Florian Krazer, Martin Reuter

TSV 3: Timo Rapp – Jakob-Benedikt Dürr (5), Alexander Neumaier (5), Lukas Friedberger (3), Niklas Tom (1), Nils Großmann (1), Dennis Gabosch (1), Moritz Traub (1), Markus Kingeter (1/1), Dominik Lobner, Lukas Gokeler, Alexander Weber, Max Mohring

Siebenmeter: TSB 1/1 – TSV 3/1

Zeitstrafen: TSB 0 Minuten – TSV 4 Minuten

Schiedsrichter: Eugen Pahl, Marius Widmann (1.Heubacher Handballverein)

Zuschauer: 100

 

 

(Text: Nico Schoch – Bild: Enrico Immer)

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

Kommentare