TSB steht vor harten Wochen

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Handball, TSB Gmünd

Die unsichere Corona-Lage trübt die Euphorie beim TSB Gmünd. Team und Mannschaft hoffen, dass Zuschauer am Sonntag gegen Birkenau zugelassen sind.

Schwäbisch Gmünd.

Im letzten Heimspiel des Jahres gegen den TSV Birkenau droht dem seit fünf Partien ungeschlagenen Tabellenfünften das allererste Geisterspiel. Spielbeginn ist am Sonntag um 17 Uhr in der Großen Sporthalle.

Die Zahlen lesen sich beeindruckend. 13:3 Punkte aus den letzten acht Spielen geholt, vier Auswärtsspiele in Folge gewonnen und mit 30 Toren im Schnitt der drittbeste Angriff ligaweit. Es ist die Bilanz eines Spitzenteams, die der TSB Gmünd derzeit aufweist. Oder wie es Dragos Oprea ausdrückt: „Der Zug rollt weiter.“ Ob der Tabellenfünfte damit automatisch zu den Spitzenteams zählen – immerhin liegt Klassenprimus Weinsberg gerade einmal zwei Punkte entfernt – diese Beurteilung überlässt der Trainer lieber den anderen. Es sei in jedem Fall die Bilanz eines Teams, das sich auf „einem richtig guten Weg“ befinde.

Die Arbeit der langen Vorbereitung und der harten Trainingseinheiten zahlt sich immer mehr aus. „Es zeugt aber auch vom Willen der Mannschaft, jede Einheit und jedes Spiel zu nutzen, um immer einen Schritt weiter nach vorne zu kommen“, unterstreicht Oprea: „Die Absprachen in der Abwehr funktionieren von Woche zu Woche besser, die Spielzüge werden immer flüssiger. Das ist das Ergebnis harter Arbeit.“

Vor dem Wochenende schwebt allerdings eine Zahl ganz bedrohlich über allen Oberligisten: Die Null. Abhängig von der Pandemie-Lage und den Beschlüssen der Landesregierung, droht dem TSB sein erstes Geisterspiel. Stand jetzt darf die 1048 Sitzplätze fassende Große Sporthalle zur Hälfte ausgelastet werden, die Zuschauer müssen neben ihrem Impf- oder Genesennachweis einen tagesaktuellen, negativen Corona-Schnelltest vorlegen. Ob die Jets im letzten Heimspiel des Jahres tatsächlich auf die Unterstützung ihrer Fans bauen dürfen, entscheidet sich aber voraussichtlich erst am Freitag oder Samstag.

Der Zuschauerschnitt des TSB (362) ist ligaweit unerreicht, zuletzt hatten sogar 25 treue Anhänger die 200 Kilometer weite Fahrt zum Auswärtsspiel nach Schutterwald angetreten. Sollten die Jets auf ihren „achten Mann“ verzichten müssen, wäre das durchaus ein Rückschlag – auch in finanzieller Hinsicht. Rein sportlich steht für den Trainer fest: „Was wir in unserer Hand haben, werden wir tun. Ohne Zuschauer sind wir als Mannschaft verantwortlich für die Stimmung. Dann muss die Bank noch mehr leben und die Emotionen auf das Spielfeld übertragen.“

Dabei verspricht das Duell mit den Südhessen ein durchaus spannendes zu werden. Vor der vergangenen Runde war der TSV, der mehrere Akteure mit Drittliga-Erfahrung in seinen Reihen hat, nach neun Jahren Abstinenz in die Oberliga zurück. Bislang erlebten die „Falken“ eine Saison mit Höhen und Tiefen, stehen mit 8:10 Punkten auf dem zehnten Platz. In Heiningen (31:30) gelang der bislang einzige Auswärtserfolg, denkbar knapp unterlag der TSV zuletzt dem Aufstiegsfavoriten Köndringen/Teningen mit 24:25 und kassierte die erst zweite Heimniederlage.

Oprea hat jene Begegnung, in der Birkenau nahe dran war an einer Überraschung, natürlich genau unter die Lupe genommen. Sein Fazit: „Sie sind sehr beweglich und spielen einen richtig guten Ball. Allerdings haben sie auch Schwachstellen und die werden wir angreifen.“ Mit Rechtsaußen Simon Spilger, der bereits 65 Saisontore auf dem Konto stehen hat und in der ligaweiten Torschützenliste knapp vor dem Gmünder Nicola Rascher (60) auf Rang drei liegt, ist der Hauptakteur der Gäste schnell ausgemacht. Allerdings schmerzt die Birkenauer derzeit der Ausfall ihres Rückraum-Shooters Lukas Gutsche.

Unabhängig davon will sich der TSB seinen Fans – sofern sie dabei sein dürfen – das nächste Erfolgserlebnis bescheren. Zumal der TSB (13:7 Punkte) sich noch vor Weihnachten als Spitzenteam beweisen könnte. Denn auf das Heimspiel folgen zwei harte Auswärtsaufgaben beim Zweiten Köndringen (15:5) sowie beim Tabellennachbarn Bittenfeld 2 (13:7). Diese beiden Topspiele hat auch der Trainer bereits im Hinterkopf.

Das Selbstbewusstsein ist riesig, dennoch besteht immer noch Luft nach oben. Dazu zählt der Trainer auch seinen Torwart Daniel Mühleisen, der in Schutterwald mit 25 Paraden zum Matchwinner avancierte: „Dieses Niveau will er halten, dieses Niveau wollen auch wir als Mannschaft halten.“

Erfreulich ist es da, dass sich die personelle Situation beim TSB allmählich entspannt. Rechtsaußen Wolfgang Bächle und Kapitän Aaron Fröhlich sind nach ihrer Verletzungspause wieder ins Training zurückgekehrt, Nicola Rascher hat seine Kniebeschwerden abgeschüttelt. Somit blickt Oprea positiv gestimmt der Aufgabe gegen Birkenau entgegen, warnt aber weiterhin. Vorausgesetzt, die Pandemie zwingt den TSB-Zug nicht zur ungewollten Notbremse.

Der Zug rollt immer weiter.“

Dragos Oprea, Trainer TSB Gmünd

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