TSB-Trainer Michael Stettner: „Brutal effektiv“

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Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.

Unerwartet deutlich: Der TSB Gmünd gibt mit einem 39:31 (21:12)-Kantersieg gegen den TV Germania Großsachsen die richtige Antwort auf zwei Heimniederlagen zuvor.

Schwäbisch Gmünd

Bei der laufenden Handball-WM sind deutliche Ergebnisse an der Tagesordnung. In der Baden-Württemberg-Oberliga sieht das eigentlich ganz anders aus. Erst recht wenn der TSB Gmünd mit der ligaweit zweitjüngsten Mannschaft, dem langjährigen Drittligisten TV Germania Großsachsen gegenüber steht. So haben sich einige der 450 Zuschauer verwundert die Augen gerieben, als zur Halbzeitpause bereits ein 21:12 für die „Jets“ auf der Anzeigetafel stand.

Extrem positiv überrascht war auch TSB-Trainer Michael Stettner. „Wir hatten da noch eine Rechnung offen und wollten kein zweites Mal gegen Großsachsen verlieren“, sagt dieser mit Blick auf 30:37-Hinspielschlappe in Nordbaden. Gleichzeitig gab sein Team die richtige Antwort auf die 33:39-Niederlage, die man eine Woche zuvor gegen Spitzenreiter VfL Waiblingen einstecken musste. Die Gmünder zeigten wieder ihren mitreißenden Tempo-Handball, mit dem sie in der Hinrunde bereits zwei weitere Drittliga-Absteiger – Söflingen (33:31) und Blaustein (38:30) bezwungen hatten. Der dominante Auftritt gegen Großsachsen war für Stettner ein weiterer Beleg dafür, wie seine Mannschaft an Stärke und Selbstbewusstsein hinzugewonnen hat: „Nicht nur einzelne Spieler, sondern auch im Gesamtkonstrukt haben wir innerhalb von einem halben Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht.“

Denn die vermeintlich favorisierten Gäste waren nicht in Bestbesetzung angetreten. Drei Stammkräfte fehlten. In einer zunächst zerfahrenen Partie benötigte der TSB knapp eine Viertelstunde Anlaufzeit, lag zunächst sogar mit 0:2 (3.) zurück. Nicola Rascher brachte die Hausherren durch einen im Nachwurf verwandelten Strafwurf zum 3:2 (6.) auf Kurs. Auch die Gmünder Flügelzange kam allmählich auf Betriebstemperatur. Wolfgang Bächle und Eric Zimmermann erhöhten auf 7:4 (13.). Der TSB dominierte zunehmend. Als sich Andreas Maier entschlossen durchsetzte, traf er zum 9:7 (16.), Rascher erhöhte in Überzahl auf 11:7 (18.), setzte aber auch immer wieder Jonas Waldenmaier in Szene. Eine „Eins mit Sternchen“ vergab der Trainer an seinen Kreisläufer, der beim 18:11 (26.) bereits zum fünften Mal einnetzte. Gegen das Gmünder Abwehrbollwerk fand Großsachsen keine Mittel mehr, die letzten Minuten vor der Pause wurden zu einer unerwartet einseitigen Angelegenheit. Der TSB nutzte nahezu jede Chance und machte frühzeitig alles klar. Als „brutal effektiv“ lobte Stettner die Vorstellung seiner Mannen.

Torwart Daniel Mühleisen trifft

Großsachsen allerdings gab sich noch längst nicht geschlagen und kam mit ordentlich Wut im Bauch aus der Kabine zurück. Spilger verkürzte auf 17:23 (35.) und bestrafte damit die Unkonzentriertheiten der Gmünder. Wirklich zittern mussten die TSBler dennoch nicht. Besonders ein Mann ließ sich in keinster Weise aus der Ruhe bringen: Daniel Mühleisen. Aus der Distanz traf der gut aufgelegte Tormann ins leerstehende Tor der Gäste. Auf die gleiche Weise schraubte Bächle den Vorsprung wieder auf 26:17 (37.) hinauf. „Wir sind wieder geduldiger geworden und haben die richtigen Entscheidungen getroffen“, hält Stettner zufrieden fest. Waldenmaier stellte beim 28:18 (42.) den alten Abstand wieder her und als Rascher mit seinem neunten Treffer auf 32:21 (46.) stellte, ging es für die Gäste nur noch um Ergebniskosmetik.

Der TSB nutze die Gelegenheit, um Kräfte zu schonen. Anstelle von Mühleisen stellte sich Giovanni Gentile zwischen die Pfosten und parierte prompt einen Strafwurf von Spilger. Zwar verpassten es die Jets, erstmals überhaupt in einem Oberliga-Spiel die 40 Tore-Marke zu knacken. Doch spät eingewechselte Youngster Arian Pleißner sorgte mit einem Doppelpack zum 39:30 (60.) für einen runden Abschluss. An der Ausgangslage „hat sich nichts geändert“, wie Stettner erklärt. Als Tabellensechster (22:12 Punkte) hält der TSB weiterhin ein Acht-Punkte-Polster zu den sechs Abstiegsplätzen. Für den Übungsleiter Beweis genug, dass weiterhin Vorsicht geboten ist. Erst recht beim Auswärtsspiel am kommenden Samstag (20 Uhr / Reinhold-Crocoll-Halle Karlsruhe-Knielingen).

TSB: Mühleisen (1), Gentile – Bächle (9), Rascher (9/1), Waldenmaier (7), Andreas Maier (4), Abt (3), Zimmermann (3), Pleißner (3), Werner, Spindler, Jonas Schwenk, Philipp Schwnek

Siebenmeter: TSB 4/1 – TVG 4/3

Zeitstrafen: TSB 6 Minuten – TVG 10 Minuten

Zuschauer: 450

Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
Die Handballer des TSB Gmünd haben vor heimischem Publikum gespielt.
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