TSB-Trainer Stettner: „Personell auf der letzten Rille“

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Vollen Einsatz zeigte der TSB Gmünd (Tom Abt am Ball) im Testspiel gegen die SG Lauterstein. Am Ende stand eine knappe Niederlage zu Buche.

Die „Jets“ verlieren gegen die klassentiefere SG Lauterstein mit 27:28.

Schwäbisch Gmünd. Beim Blick auf das Ergebnis winkt Michael Stettner nur kopfschüttelnd ab. „Die Niederlage ist überhaupt nicht bedeutend, deshalb sollen sich die Jungs davon komplett freimachen“, machte der TSB-Chefcoach seinem Team überhaupt keinen Vorwurf.

Vor allem hat der vergangene Donnerstagabend die Sorgenfalten bei Stettner und seinem Trainerkollegen Volker Haiser tiefer werden lassen. Drei Spieler – Arian Pleißner, Valentin Pick und Philipp Schwenk – fehlen derzeit ohnehin schon verletzungsbedingt, Neuzugang Jan Spindler und Kapitän Nicola Rascher weilen noch im Urlaub. Dass der TSB mit Andreas Maier und Moritz Werner dann sogar zwei weitere Rückraumspieler verlor, machte das vorletzte Testspiel vor dem Saisonstart endgültig zu einem Muster ohne Wert.

 Symbolisch für diese „extreme Situation“ (O-Ton Stettner) war die 55.Minute. Nach einer Zeitstrafe gegen Stephan Mühleisen konnte das Trainerduo im Angriff keinen zusätzlichen Feldspieler mehr einwechseln, um die Unterzahl zu kompensieren. Eine Notlage, die Stettner nach eigener Aussage noch nie erlebt hat: „Das zeigt nur, dass wir personell derzeit auf der letzten Rille daher gekommen.“ Letztlich der Hauptgrund, weshalb sich dem TSB dem Württembergliga-Vierten der Vorsaison mit 27:28 geschlagen geben musste. Dabei hatte sich das dezimierte Gmünder Aufgebot mehr als ordentlich geschlagen und bis eine Viertelstunde vor Schluss einen Fünf Tore-Vorsprung behauptet.

Drei Minuten dauerte es bis zum ersten Tor durch Andreas Maier. Erst nach knapp sechs Zeigerumdrehungen gelang es den Gästen, das Gmünder Bollwerk und den glänzend aufgelegten Tormann Daniel Mühleisen erstmals zu überwinden. Im Angriff übernahm Spielmacher Tom Abt nicht nur bei eigenen Würfen die Verantwortung, sondern bewies auch immer wieder ein gutes Auge für die beiden Kreisläufer Stephan Mühleisen und Jonas Waldenmaier. Über 3:1 (7.) und 6:3 (11.) zog der TSB auf 10:6 (17.) davon.

 Im Gmünder Team zog sich der Halblinke Moritz Werner eine Rückenprellung zu, als er beim Wurfversuch unsanft aus der Luft gepflückt wurde. Nur kurz darauf bekam Maier einen Schlag auf die linke Schulter verpasst, so dass ans Weiterspielen nicht mehr zu denken war.

 Trotz dieser frühen Hiobsbotschaften gab der TSB das Kommando nicht ab. Mit vier Toren zählte der A-Jugendliche Jonas Schwenk zu den Lichtblicken. Verlass war ebenso auf die offensive 5-1 Abwehrformation mit Abt an der Spitze sowie Daniel Mühleisen. Dieser erwischte die Gäste gerade dann eiskalt, als sich diese allmählich zurück ins Spiel fanden. Mit einem perfekten Distanzwurf traf der Gmünder Rückhalt zum 14:9 (27.) ins verwaiste SG-Gehäuse. Schließlich ging es mit einer hochverdienten 16:12-Führung in die Pause. Nach Wiederanpfiff bekam der TSB auch zu spüren, dass das inzwischen oftmals praktizierte Spiel mit dem siebten Feldspieler durchaus schief gehen kann, sobald man die nötige Konzentration vermissen lässt. Als das Gmünder Tor leer stand, tastete sich Lauterstein rasch wieder auf 17:15 (34.) heran. Trotz fehlender Wechselmöglichkeiten folgte noch einmal eine starke Phase der Jets, in der Daniel Mühleisen der große Faktor blieb. Mit tollem Reaktionsvermögen entschärfte der 25-Jährige einen Strafwurf, Zwillingsbruder Stephan erhöhte kurz darauf auf 22:17 (45.).  

Der Gmünder Vorsprung schmolz innerhalb weniger Minuten auf 23:22 (50.) zusammen. Jonas Waldenmaier verschaffte dem TSB mit dem 25:23 (53.) wieder ein wenig Luft. Stattdessen schwächten sich die Hausherren durch die eingangs angesprochene Zeitstrafe und gerieten mit 25:26 (56.) ins Hintertreffen. Youngster Vincent Pick egalisierte den erstmaligen Rückstand zwar postwendend, doch schließlich schaffte es die SG erneut in Führung zu gehen und diese nicht mehr herzugeben.

 Angespannt war die personelle Lage ohnehin schon – eine Woche vor dem ersten Oberliga-Spieltag in Großsachsen (10.September). Immerhin: Zur Generalprobe gegen den Verbandsligisten TV Steinheim/Albuch am kommenden Dienstag (20 Uhr / Große Sporthalle) kehrt immerhin Kapitän Rascher zurück.

⋌Nico Schoch

Moritz Werner (am Ball) vom TSB Schwäbisch Gmünd.
Jonas Schwenk (am Ball) vom TSB Schwäbisch Gmünd.
Trainer Michael Stettner vom TSB Schwäbisch Gmünd

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