TSB-Trio ist Beachhandball-Meister

+
Nicola Rascher feiert mit den "Otternasen" den Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Beachhandball.

„Die Otternasen“ sichern sich überraschend den deutschen Meistertitel. Nicola Rascher und Daniel Mühleisen vom TSB Gmünd ragen dabei heraus.

Cuxhaven 

Auch wenige Tage nach dem großen Triumph fällt es Nicola Rascher schwer, die richtigen Worte zu finden. „Es ist immer noch total unbegreifbar. Ich glaube keiner von uns kann bislang richtig verstehen, was da passiert ist“, sagt der 24-Jährige, der üblicherweise für den TSB Gmünd in der Halle auf Torejagd geht.

Die Sommerpause allerdings gehört voll und ganz dem Beachhandball. Ebenso wie seine beiden TSB-Kollegen Daniel und Stephan Mühleisen ist Rascher seit einigen Jahr fester Teil der „Otternasen“. Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Cuxhaven schrieb das Team aus Bartenbach nun Geschichte.

 Acht Stunden blieben auf der Rückfahrt von der Nordseeküste, um während dem Feiermarathon kurz durchzuatmen. Bei der Heimkehr am Montagabend war das ganze Dorf auf den Beinen. „Wir lieben euch“ stand auf einem der zahlreichen Plakate, welche Familie und Freunde spontan gemalt hatten. „Da haben wir erstmals so richtig begriffen, dass wir tatsächlich Meister sind“, erzählt der Kapitän, der selbst als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. 

 „Ich kann das noch gar nicht fassen“, war auch Keeper Daniel Mühleisen sprachlos. „Dieser Titel war unser Ziel, seitdem wir Beachhandball spielen.“ Bislang war es nicht mehr als ein heimlicher Wunsch. Denn erst eine Woche zuvor hatten die Otternasen beim letzten der vier Turniere der German Beach Open (GBO) das Ticket nach Cuxhaven gelöst. Mitgeholfen haben auch Jonas Schwenk und Tom Abt, die beiden Eigengewächse des TSB Gmünd mussten aus privaten Gründen jedoch ihre Teilnahme am Finalwochenende absagen. In den vergangenen fünf Jahren kratzen die Otter mit einem dritten, zwei vierten und einem fünften Platz immer wieder am Finale, verpassten dieses jedoch stets.

 Zum Auftakt wurde die hochgehandelte U21-Auswahl des Serienmeisters Beach & da Gang erst im Penalty-Werfen bezwungen. Nach zwei Niederlagen gegen die Beachmopeten und den Lokalrivalen SG Schurwald aus Rechberghausen ging es im Gruppenfinale schon um Alles oder Nichts. Doch die Otternasen hielten dem Druck stand und siegten mit 2:0.

 In allen drei K.O.-Spielen wurde den Zuschauern maximale Dramatik geboten. Sowohl die Otternasen als auch ihre Gegner gewannen jeweils einen Satz, so dass die Entscheidung dreimal im Shoot-Out fallen musste. Daniel Mühleisen wurde dabei immer wieder aufs Neue zum Matchwinner. Im Viertelfinale gegen die Nordlichter, einen der großen Titelfavoriten, zeigte der Torwart eine Gala-Vorstellung und verhinderte das Aus. Es folgte die Revanche gegen die Beachmopeten. 27:26 siegten die Otternasen im ersten Satz, unterlagen anschließend mit 20:25 und mussten die nächste Zusatzschicht einlegen. Erneut bewiesen die Otter ihre Nervenstärke und zogen ins Finale ein. 

Mit den Otternasen und dem Neuling Beaching Bad Minden standen sich dann zwei Teams gegenüber, die ihre Vorrundengruppe nur als Gruppenvierter abgeschlossen hatten.  Nach einer 22:25-Niederlage im ersten Satz schien der Titel bereits in weite Ferne gerückt. Doch nach der Pause wurden die Otter wach. Die Otternasen siegten mit 26:21, zum nunmehr fünften Mal ging es ins Penalty-Werfen. Dieses hätte Knück mit dem letzten Versuch bereits entscheiden können, doch er verlor den Ball. Im Gegenzug aber wehrte Mühleisen den dritten von fünf gegnerischen Würfen ab, der Jubel kannte keine Grenzen mehr. Neben Kapitän Nicola Rascher erhielt auch Mühleisen eine individuelle Auszeichnung - als bester Torhüter des Turniers.

 Kein Wunder also, dass sowohl Rascher als auch Mühleisen längst im Blickfeld von Beachhandball-Bundestrainer Marten Franke stehen. Die Chancen der beiden TSBler, im kommenden mit zur Europameisterschaft nach Portugal reisen zu dürfen, sind durch den Meistertitel gestiegen. Zuvor aber wartet als weiteres Sahnehäubchen die Teilnahme mit den Otternasen am EHF Champions Cup, der vom 20. bis 23. Oktober auf Madeira stattfindet. 

Wie funktioniert Beachhandball?

Das Feld: Rein optisch fällt zunächst das 27 x 12 Meter große Spielfeld mit zwei rechteckigen, sechs Meter langen Torräumen auf.Der Ball: Ein weicher und rutschfester Gummiball.

Die Regeln: Mit Ball in der Hand sind drei Schritte erlaubt. Der Ball darf einmal im Sand abgelegt und aufgenommen werden. Gespielt werden zwei Sätze à zehn Minuten. Gewinnt jede Mannschaft einen Satz, folgt ein Shoot-Out. Wer nach fünf Werfern mehr Punkte erzielt hat, gewinnt die Partie mit 2:1 nach Sätzen. Anders als beim Hallen-Handball werden im Spiel auf Sand mit den erzielten Toren Punkte gesammelt.

Die "Otternasen" feiern den Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Beachhandball.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Kommentare