TSB wartet nach zwei Pleiten auf die Initialzündung

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TSB - Heiningen

Am Sonntag sollen gegen den ebenfalls noch sieglosen TV Weilstetten die ersten Punkte geholt werden.

Schwäbisch Gmünd.

Für beide Seiten wird es ein wegweisendes Spiel. Gegen den ebenfalls noch sieglosen TV Weilstetten will der TSB Gmünd am Sonntag (17 Uhr /Große Sporthalle) an die starken Phasen aus den ersten beiden Partien anknüpfen und die eigenen Schwächephasen reduzieren.

0:4 Punkte nach zwei Spielen – ihren Start nach der monatelangen Corona-Zwangspause hatten sich die „Jets“ völlig anders vorgestellt. Für Dragos Oprea allerdings kein Grund, frühzeitig in Panik zu verfallen. Bereits auf dem Rückweg vom Auswärtsspiel bei der HSG Konstanz II (30:34) widmete sich der TSB-Cheftrainer im Videostudium aufmerksam dem kommenden Gegner, besonders aber der eigenen Leistung. „Wenn ich in beiden Spielen nur ganz schlimme Sachen gesehen hätte, wäre die Stimmung eine ganz andere“, betont Oprea und lobt die selbstkritische Haltung seiner Mannen: „Es freut mich, dass sich die Jungs damit beschäftigen, was nicht funktioniert hat. Wir sind einer Meinung, dass es Kleinigkeiten sind, die uns gegen Heiningen und in der zweiten Halbzeit gegen Konstanz passiert sind.“

Der Auftritt bei der Drittliga-Reserve, als der TSB nach 35 Minuten mit 21:15 führte, hat Mut gemacht und „gezeigt, was wir eigentlich können“, wie der formstarke Rückraumspieler Marian Rascher meint: „Jetzt gilt es, unsere schwache Viertelstunde aufzuarbeiten und die Fehler abzustellen.“ Damit spricht er seinem Trainer aus der Seele. Die „Top-Leistung“ vor der Pause ist für Oprea ein Beweis dafür, dass das von ihm forcierte, schnelle Umschaltspiel durchaus funktioniert. Zumal die Gmünder Abwehr aus dem stehenden Angriff heraus zunächst so gut wie gar nichts zugelassen hatte. „Aber 21 Gegentore in der zweiten Halbzeit sind katastrophal“, fügt Oprea an. „Uns hat die Aggressivität gefehlt, wir haben reagiert anstatt agiert. Das haben wir alles besprochen und trainiert.“

„Jedem ist bewusst, was zu tun ist“, erklärt Oprea: „Für uns zählt einzig und allein ein Sieg, und wenn es nur mit einem Tor Vorsprung ist.“ In der letzten Begegnung vor dem Saisonabbruch im vergangenen Oktober unterlagen die Gmünder auf der Zollernalb knapp mit 32:34. Damals stand man gleichauf mit 4:4 Punkten, aktuell warten beide Teams auf ihren ersten Sieg.

Mit einem neuen Trainergespann stellt sich der Ursprungsverein des Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten nun als ein unbeschriebenes Blatt dar. Der Weg, eigene Spieler zu integrieren, wurde fortgeführt, indem zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft und zwei Talente aus der A-Jugend aufrückten. „Das Konstrukt in Weilstetten ist hochspannend“, erklärt Gerrit Jung. Der 31-Jährige, der bislang bei der Spvgg Mössingen in der Landesliga spielte, steht nun zusammen mit dem früheren TVW-Kreisläufer und -Kapitän Felix Euchner an der Seitenlinie: „Die Jugendarbeit ist hochwertig. Da kommen immer junge, hungrige und talentierte Spieler hoch. Das Niveau ist hoch.“

Die „Lochenfüchse“ haben immerhin schon ihren ersten Punkt in der Tasche, sind damit aber nur bedingt zufrieden. Der deutlichen 25:31-Niederlage beim Vorjahres-Aufsteiger TSV Birkenau folgte in eigener Halle ein 29:29-Unentschieden gegen den TuS Schutterwald. Rechtsaußen Daniel Weckenmann (23), mit elf Toren bislang der zuverlässigste TVW-Schütze, gelang mit der Schlusssirene der umjubelte Ausgleich. „Betrachtet man die letzten drei Minuten, ist es ein gewonnener Punkt“, räumte Gerrit Jung ein. „Wir haben es verpasst, früher wegzukommen und den Sack zuzumachen.“ Der TVW-Trainer haderte mit den Schwächephasen seines Teams – ganz ähnlich wie auch Oprea.

Den früheren Nationalspieler wird dieser Vergleich kaum interessieren. „Wir beschäftigen uns nur mit uns und damit die richtige Taktik zu wählen“, so Oprea. Wohlwissend, dass ein Sieg nicht allein für die Tabelle, sondern vor allem für Moral und Selbstvertrauen extrem wertvoll wäre.

Auf Linksaußen Hannes Kauderer (Sprunggelenk-Verletzung) wird der TSB-Trainer sicher verzichten müssen. Aus dem Perspektivteam, das bereits um 15 Uhr den TSV Süßen empfängt, dürfen sich Philipp Schwenk und der seit Mittwoch 18-jährige Arian Pleißner für einen Einsatz empfehlen. Denn ob Aaron Fröhlich (Wadenprobleme), Christian Waibel (Comeback nach Fingerverletzung) und Valentin Pick (Grippe) mitwirken können, war vor dem Abschlusstraining noch fraglich. „Das darf keine Ausrede sein“, findet Oprea, der mit seinen Mannen konzentriert und fokussiert auf das erste Erfolgserlebnis hinarbeitet. Am Sonntag soll der Knoten platzen.

TSB: Fabian, D. Mühleisen, Immer – Petersen, Watzl, Fröhlich (?), Abt, M. Rascher, N. Rascher, Pick (?), Pleißner, Schwenk, Bächle, Zimmermann, S. Mühleisen, Waldenmaier, Kiesel, Waibel (?).

Wir beschäftigen uns nur mit uns.“

Dragos Oprea, Trainer TSB Gmünd

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