TSB-Youngster gewinnen das erste Titel-Endspiel

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Handball, A-Jugend, TSB Gmünd

Beide Torhüter brillieren beim 35:31-Erfolg gegen Blaustein.

Schwäbisch Gmünd.

Die Württembergische Meisterschaft ist für die A-Junioren des TSB Gmünd nur noch einen Schritt entfernt. Angetrieben von zwei herausragenden Keepern und dem 16-fachen Torschützen Arian Pleißner setzen sich die „Jets“ beim TSV Blaustein hochverdient mit 35:31 (19:16) durch. Am Freitag kann sich das Team von Trainer Philipp Schwenk in eigener Halle den Titelgewinn perfekt machen.

 

Seinen Glücksgefühlen ließ Philipp Schwenk nach Spielende freien Lauf. Einen „unfassbaren Kampf und Willen“ attestierte der TSB-Trainer seinen bis in die Haarspitzen motivierten Jungs nach einem famosen Auftritt: „Es war ein hochverdienter Sieg, wir waren die bessere Mannschaft.“ Dennoch weiß er sowohl, dass nach dem ersten von zwei Endspielen noch gar nichts erreicht ist: „Gefühlt haben wir schon gewonnen, doch der letzte Schritt fehlt noch.“ Ihre Titelreife allerdings haben die Gmünder eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sich dabei von Nichts aus der Ruhe bringen lassen. Weder davon, dass der Coach durch das Fehlen von Carlos Schuler sowie den Zwillingen Daniel und Paul Fritz zum Improvisieren gezwungen war. Noch davon, dass der Kracher in Blaustein erst mit einer Verspätung von 30 Minuten begann. Der simple Grund: Beide Schiedsrichter fehlten und so musste kurzfristig für Ersatz gesorgt werden.

 

Anders als beim ersten Aufeinandertreffen im November, als man ein temporeiches Duell mit einer Portion Glück noch mit 39:38 für sich entscheiden konnte, diktierten der TSB das Geschehen von Anfang an. Torjäger Arian Pleißner und Kapitän Benedikt Ocker sorgten prompt für eine 4:1-Führung (5.) vor der großen Kulisse mit 250 Zuschauern. Die zahlreich mitgereisten Gmünder Fans sorgten für einen noch stärkeren Rückhalt, als ihn die eigene Abwehr mit einem glänzend aufgelegten Tormann Frederik Füchtner ohnehin darstellte. Den treffsicheren Blausteiner Linksaußen hatten die Jets vollständig im Griff. Auf der Gegenseite war ein weiteres Pleißner-Festspiel hauptsächlich dafür verantwortlich, dass der TSB den Drittliga-Nachwuchs über 10:6 (15.) und 15:10 (22.) auf Distanz hielt. 16 Tore gingen am Ende auf das Konto des Rückraumlinken, der sich dabei nur vier Fehlwürfe erlaubte. „Er hat wie in der gesamten Saison den Unterschied gemacht“, betonte Schwenk: „Doch ich könnte jetzt zu jedem einzelnen Spieler erzählen, was er überragend gemacht hat.“ Kreisläufer Simeon Kratochwille traf entweder selbst oder holte mehrere Siebenmeter heraus, Ocker war besonders in der umgestellten Abwehr ein wichtiger Faktor. Als Dreh- und Angelpunkt der TSB-Offensive stach Jonathan Leichs heraus, auch wenn der Spielmacher ohne eigenen Torerfolg blieb. „Hinten war er außerdem der Chef, der den Laden zusammen gehalten hat“, ergänzt der Trainer.

 

Durch drei äußerst fragwürdige Zeitstrafen verlor der TSB mit Jonas Schwenk einen Leistungsträger (27.) und nahm dennoch eine souveräne 19:16-Führung mit in die Pause. „Doch die große Leistung dieser Mannschaft ist es, dass wir immer Lösungen finden, egal welche Widrigkeiten auf uns zukommen“, betont Philipp Schwenk. Die Jets knüpften nach dem Seitenwechsel genau dort an, wo sie zuvor aufgehört hatten. Pleißner wurde von Blaustein in Manndeckung genommen, doch umso stärker drückten Louis Waldraff (8 Tore) und Kratochwille (6) der Partie ihren Stempel auf. Zielstrebig und dynamisch wurde der Vorsprung von 20:18 (33.) auf 28:20 (44.) ausgebaut. Die Hausherren wiederum bissen sich auch am zweiten TSB-Keeper die Zähne aus. Füchtners zehn Paraden aus der ersten Hälfte übertrumpfte Devin Immer mit insgesamt 15 Rettungstaten. „Beide waren unfassbar gut, wir hatten ein klares Plus bei der Torhüterleistung“, so Schwenk: „Devin hat einen Freien nach dem anderen gehalten und war damit unser Matchwinner.“

 

Dennoch kam in der Schlussphase noch einmal Spannung aus. Eine Gmünder Schwächephase mit mehreren Zeitstrafen nutzte der TSV eiskalt aus und ließ das Acht Tore-Polster bis auf 31:30 (56.) zusammenschrumpfen. Der TSB aber bewies Charakter und kehrte mit einer Kraftanstrengung zurück auf die Siegerstraße. Magnus Waibel sorgte mit dem 32:30 (56.) nach zuvor sechs torlosen Minuten für die Erlösung. „Er kommt rein, verliert in der Abwehr keinen einzigen Zweikampf und macht vorne ganz arg wichtige Dinger“, zeigte sich der Trainer begeistert von der Leistung des B-Jugendlichen. Pleißner und Waldraff machten dann nach kurzem Zittern den 35:31-Endstand perfekt, womit sich die Gmünder eine optimale Ausgangslage für das „Finale daheim“ am Freitag (20:30 Uhr / Große Sporthalle) gegen den HSC Schmiden/Oeffingen geschaffen haben.

 

„Wir sind unglaublich heiß darauf, dieses große Spiel haben wir uns hart erarbeitet“, unterstreicht Schwenk den Erfolgshunger seines Teams. Denn was kann es schon Schöneres geben als eine Meisterfeier in der eigenen Halle? Eine Prognose will der TSB-Coach aber nicht wagen, denn Schmiden/Oeffingen stellt für ihn bislang ein völlig unbeschriebenes Blatt dar: „Ich weiß Nullkommanull zu diesem sicherlich guten Gegner und kenne nur ihre teilweise verrückten Ergebnisse.“ Auf dem Weg in die Meisterrunde musste der Rivale zwar drei Niederlagen hinnehmen, erzielte allerdings auch ein beachtliches 55:24 gegen den HC Oppenweiler/Backnang. So recht wissen die Gmünder also noch nicht, was sie auf sie zukommt. Doch Zweifel wollen sie nicht mehr aufkommen lassen und ihrem eigenen Publikum den Meisterwimpel präsentieren. Philipp Schwenk hofft erneut auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung: „Wer eine tolle Mannschaft und begeisternden Tempohandball sehen will, der liegt auf jeden Fall nicht falsch, wenn er am Freitag zu uns in die Halle kommt.“

 

TSB : Frederik Füchtner, Devin Immer, Noah Hartmann – Arian Pleißner (16/6), Louis Waldraff (8), Simeon Kratochwille (6), Benedikt Ocker (2), Magnus Waibel (2), Jonas Schwenk (1), Max Sänger, Manuel Menz, Jonathan Leichs, Noel Reibstein

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