TSV Ellwangen verliert 2:3 - und ist dennoch der Sieger?

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Pokalfight: der TSV Ellwangen (links) gegen den SV Fellbach
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Herren des TSV Ellwangen unterliegen mit einer guten Leistung im Pokalviertelfinale gegen Drittligist Fellbach, der allerdings einen fatalen Fehler begeht.

Ellwangen.

Fünf Sätze langhaben die Regionalliga-Volleyballer des TSV Ellwangen dem Drittligisten SV Fellbach im Viertelfinale des Verbandspokals Paroli geboten. Die Gäste konnten sich letztlich erst im entscheidenden fünften Satz mit 2:3 (25:21, 20:25, 25:22, 22:25, 9:15) durchsetzen. Wobei das Ergebnis noch von der zuständigen Instanz des Verbands überprüft werden muss, und so der TSV eventuell doch noch das Halbfinale spielen darf.

Als Bonusspiel hatte der TSV-Trainer Martin Pfitzer dieses Pokalspiel gegen eine klassenhöhere Mannschaft im Vorfeld bezeichnet und entsprechend sollten seine Spieler ohne Druck in die Partie gehen und „es einfach genießen“, wie er sagte.

Den ersten Punkt des Spiels machte unter dem Jubel der rund 70 Zuschauer Yannis Hirschmiller für die Gastgeber. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnden knappen Führungen. Auffällig von Beginn an auf Fellbacher Seite war der 2,03 Meter große Tim Holler, 2017 deutscher Beachvolleyballmeister. Immer wieder machte er Punkte, wenn es eng wurde, ebenso wie Felix Klaue. Aber Ellwangen hielt durch schnelle Angriffe über die Mitte von Lorenz und Linus Liss dagegen, ebenso punktete Diagonalangreifer Jannis Hirschmiller immer wieder. Beim 11:14 und 14:17 konnten sich die Gäste etwas absetzen, doch der TSV schaffte beim 18:19 wieder den Anschluss.

Dann gab es Diskussionen bei einem geplanten Spielerwechsel der Fellbacher, denn der Spieler, der neu kommen sollte, war eigentlich als Libero im Spielberichtsbogen eingetragen, ein anderer, der bisher als Libero agierte, mit einer anderen Nummer als Angreifer. Ein Fehler, der nachträglich zum Spielverlust für die Fellbacher führen könnte. Die Ellwanger spielten unbeeindruckt weiter und gewannen diesen Satz noch mit 25:21.

Starke Abwehrleistung

Gleiches Bild in Satz zwei. Der TSV gestaltete die Partie ausgeglichen, agierte teils stark in der Abwehr und kam selbst zu schön herausgespielten Punkten. Holler war aber aufgrund seiner Größe und seiner variablen Angriffsschläge nicht in den Griff zu bekommen. Er war es auch vornehmlich zusammen mit Klaue, der gegen Satzende den entscheidenden Unterschied machte. Über 17:20 und 18:22 gewann Fellbach den Satz mit 20:25.

Zu Beginn des 3. Satzes brachte TSV-Trainer Pfitzer Robin Vogel als Zuspieler für Pius Mayer. Eine sichere Annahme und teils spektakuläre Abwehraktionen waren die Grundlage, dass sich der TSV Mitte des Satzes etwas absetzen konnte, auch hatte Fellbach immer wieder Probleme mit der ungewohnt niedrigen Halle. Der Satz ging mit 25:22 an die Gastgeber. Im folgenden Satz setzte ging Ellwangen zunächst in Führung, Fellbach machte zwei Netzfehler nacheinander. Beim 16:13 setzte sich der TSV etwas ab, doch Fellbach kam wieder auf. Am Ende setzte sich dann wieder die Routine der Fellbacher durch, auch weil der TSV in Teilen etwas nachließ. Der SV glich mit 22:25 zum 2:2 nach Sätzen aus.

Auch im entscheidenden 5. Satz gingen die Gäste mit 4:0 in Führung. Durch eine Aufschlagserie von Christian Kopp und folgenden guten Angriffen kam der TSV wieder heran zum 7:8, aber dann gelang es Fellbach wieder, mit schnellem Spiel im Angriff und zwei gelungenen Blockaktionen auf 8:12 wegzuziehen. Der gute Außenangreifer Max von Berg und Holler machten dann die Punkte zum 9:15 für die Gäste und sicherten den 3:2-Sieg.

Zufriedener Trainer

„Wir haben das Spiel weitgehend auf Augenhöhe gestaltet, in entscheidenden Phasen eben Tim Holler nicht in den Griff bekommen“, sagte Martin Pfitzer zufrieden. „Wichtig ist aber jetzt ein Sieg am Samstag gegen Fellbach 2, um den Klassenerhalt in der Regionalliga zu sichern“, ergänzte er.

Chance auf Halbfinale

Wie das Spiel letztlich gewertet wird aufgrund des Fehlers der Fellbacher im Spielberichtsbogen, entscheidet jetzt der zuständige Spielwart. Wenn der TSV zum Sieger erklärt wird, trifft er im Halbfinale auf den Sieger des vereinsinternen Duells Allianz Stuttgart 1 (Dritte Liga) gegen Allianz 2 (Regionalliga), vermutlich in einem Heimspiel.

TSV: Pius Mayer, Robin Vogel, Linus und Lorenz Liss, Jannis Hirschmiller, Florian Bruckmüller, David Lohner, Julius Gaugler, Christian Kopp, Julius Schaller; Trainer Martin Pfitzer, Michael Mahler.

Wir haben ein Spiel auf Augenhöhe geliefert.“

Martin Pfitzer,, Trainer TSV Ellwangen

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