TV Wetzgau feiert Urteil: Coronatests waren nicht zulässig - KTV Straubenhardt verliert zwei Punkte 

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Zufrieden: Andreas Toba.
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DTL-Entscheidung am Grünen Tisch: Der Wettkampf KTV Straubenhardt gegen TV Wetzgau wird mit 0:0 Punkten gewertet. Die Gerätepunkte dürfen beide Teams behalten.

Schwäbisch Gmünd

Paul Schneider ist erleichtert: „Die Gerechtigkeit muss irgendwann siegen“, sagt der Trainer des TV Wetzgau. Die Deutsche Turnliga (DTL) hat dem Einspruch der Gmünder stattgegeben und die verlorene Partie in Straubenhardt nachträglich mit 0:0 gewertet. Die KTV hat nun zehn Tage Zeit, dagegen Einspruch einzulegen, Schneider glaubt allerdings nicht, dass sich am Urteil noch etwas ändert.

Die DTL habe mehrheitlich entschieden, „aufgrund beiderseitigen unsportlichen Verhaltens der KTV Straubenhardt zwei Minuspunkte anzurechnen und diese nicht dem TV Wetzgau zuzusprechen“, sagt Erstligavertreter Eric Schön. Und: Es erfolge keine Neuansetzung des Duells.

Was ist passiert an diesem 12. November? Die Straubenhardter haben vor dem Wettkampf unangekündigt und kurzfristig Corona-Tests angeordnet. Die Tests der beiden Wetzgauer Top-Turner Andreas Toba und Glenn Trebing waren positiv, beide durften nicht turnen, und die Gmünder kassierten deshalb eine unerwartete Niederlage. „Das haben die mit Absicht gemacht“, sagte Paul Schneider nach dem Wettkampf und kündigte an, Einspruch einzulegen.

Die DTL stellt zwar klar, dass die KTV Straubenhardt als Inhaber des Hausrechts die Tests habe durchführen dürfen. Aber: Die angeordnete Testspiel müsse „verhältnismäßig und Baustein in einem vorhandenen Hygienekonzept sein“. Diese Kriterien seien aber nicht erfüllt gewesen. Laut DTL bestehe die Vermutung, dass die KTV kein besonderes Hygienekonzept für diesen Wettkampf hatte, „mit dem sichergestellt werden sollte, dass sich die Sportler und sonstige Beteiligte des Wettkampfgeschehens sicher nicht mit Corona infizieren“. So sei laut Andreas Toba beispielsweise im Innenraum eine Schulklasse ohne Maske gewesen, und „von denen wurde keiner getestet“. Aus dem Grund war für die DTL die Anordnung von Tests nicht zulässig, denn „das Argument mit dem Schutz der Sportler ist mangels Hygienekonzept offensichtlich vorgeschoben“. Paul Schneider ist glücklich über die Entscheidung. Der Trainer spricht von einem „unsportlichen Verhalten“ der Straubenhardter.

Kritisch hinterfragt hat die DTL auch das Verhalten des TV Wetzgau: So wäre das Wettkampfergebnis korrekt gewesen, wenn man nachweisen könne, dass die beiden Sportler wussten, dass sie positiv sind. Und: In dem Fall wären Toba und Trebing sogar ihrer persönlichen Pflicht zur Absonderung nicht nachgekommen und hätten andere Beteiligte einer Gefährdung ausgesetzt. Die DTL bestätigt, dass „Sanktionen gegen die positiv getesteten Sportler diskutieret wurden.“ Paul Schneider allerdings tritt dem vehement entgegen: „Andreas Toba hat sich an beiden Tagen vor dem Wettkampf selbst getestet und war jeweils negativ. Erst in Straubenhardt wurde er positiv getestet. Er wusste vorher nichts von seiner Infektion.“

Tabelle:⋌Gerätepunkte / Punkte1. TV Wetzgau⋌51:21  102. SC Cottbus⋌49:23  83. TuS Vinnhorst⋌44:28  84. TG Saar⋌29:43  85. KTV Straubenhardt *⋌44:28  66. TSV Pfuhl⋌30:42  47. StTV Singen⋌24:48  28. Siegerländer KV⋌17:55  0*: Der KTV Straubenhardt wurden wegen unsportlichen Verhaltens zwei Punkte abgezogen.

Paul Schneider rechnet mit dem großen Finale und tippt als Gegner den SC Cottbus

Durch das Urteil steht fest: Der TV Wetzgau ist schon vor dem letzten Wettkampf bei der TuS Vinnhorst am kommenden Samstag (18 Uhr) sicher für das kleine Finale um Platz drei qualifiziert.

Damit gibt sich Paul Schneider aber nicht zufrieden. Und der Trainer des TV Wetzgau rechnet fest damit, dass „wir den Einzug ins große Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft schaffen“. Schneider: „Es wird zwar sehr schwer in Vinnhorst, aber wir können das gewinnen, wenn wir unsere Leistung abrufen“, sagt Paul Schneider. Dann stünde der TVW sicher als Tabellenerster im Finale.

Dieses große Finale wird am 3. Dezember in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm ausgetragen. Schneider rechnet damit, dass der Gegner dort der SC Cottbus sein wird. „Die Cottbuser sind sehr stark in dieser Saison.“ Als weitere Gegner kommen nach dem Urteil nur noch die TuS Vinnhorst und die TG Saar in Frage, die ebenso wie Cottbus 8 Punkte haben.⋌alex

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