TV Wetzgau hat einen Olympiasieger

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Herausragende Vorstellung: Artur Dalaloyan vom TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau lieferte bei den Olympischen Spielen im Mannschaftsfinale eine famose Leistung ab - genauso wie seine Teamkollegen. Der Lohn: Russland sicherte sich nach einem packenden Wettkampf die Goldmedaille und ist Olympiasieger.
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Artur Dalaloyan gewinnt im Mannschaftsfinale mit Russland die Goldmedaille. Das deutsche Turn-Team mit Andreas Toba ist zu fehlerhaft und muss sich mit Platz acht begnügen.

Tokio / Schwäbisch Gmünd

Jubel bei den Kunstturnern des TV Wetzgau: Der für den Gmünder Bundesligisten turnende Artur Dalaloyan ist Olympiasieger. Der 25-Jährige gewann im Mannschaftsfinale mit dem russischen Team die Goldmedaille - nur drei Monate nach seinem Achillessehnenriss. Sein Vereinskollege Andreas Toba kam mit dem deutschen Turn-Team nicht über den achten Platz hinaus.

Paul Schneider strahlt. Nachdem der Trainer des TV Wetzgau am Wochenende noch den glanzvollen Auftritt seines Schützlings Andreas Toba in der Qualifikation feierte („Das war ein perfekter Wettkampf“), darf er nun sogar einen Olympiasieg eines anderen TVW-Turners bejubeln.

„Wir sind unglaublich stolz auf Artur. Das ist einfach nur sensationell, und es ist eine Ehre für den TV Wetzgau, dass er für uns turnt“, sagt Schneider. Der Trainer hat seinem Schützling gleich eine WhatsApp auf Englisch geschrieben und ihn beglückwünscht. Dalaloyan wiederum schrieb Schneider, dass er sich jetzt schon freue, wieder für Wetzgau an die Geräte gehen zu dürfen. Einzige Unbekannte: Corona. Wegen der Pandemie durfte der 25-Jährige vergangene Saison nicht nach Deutschland einreisen und absolvierte deshalb keinen Bundesliga-Wettkampf. Schneider aber ist optimistisch: „Ich glaube fest daran, dass es dieses Jahr wieder klappt.“

Perfekt geklappt hat es im Olympia-Finale: Dalaloyan lieferte einen herausragenden Wettbewerb ab, er zeigte an allen sechs Geräten absolutes Weltklasseniveau. Dennoch: Die Russen mussten bis zum Schluss zittern, ehe der letzte Turner den hauchdünnen Triumph perfekt machte. Dalaloyan und seine Teamkollegen lagen in der Endabrechnung mit 262,500 Punkten gerade einmal 0,103 Punkte vor dem Zweiten Japan (262,397).

DTB-Auswahl: Zu viele Patzer

Unerreichbar waren diese Regionen für die DTB-Auswahl mit Andreas Toba. Denn: Die Deutschen konnten im Finale nicht mehr an den „perfekten Wettkampf“ in der Quali anknüpfen. Vor allem am Boden sind außergewöhnlich viele Patzer passiert. „Es ist ein bisschen schade, dass wir nicht besser geturnt haben“, sagt Bundestrainer Valerie Belenki. Das gilt auch für Toba. Der 30-Jährige hat zwar alles gegeben. Ganz fehlerfrei ist der sonst so stabile Athlet aber nicht geblieben. Beispielsweise am Reck, als Toba mit Unsauberkeiten zu kämpfen hatte und Abzüge hinnehmen musste.Schneider: „Man hat gesehen, dass die Luft raus war.“ Doch bei aller Enttäuschung nach dem Finale: Es war schon ein grandioser Erfolg, dass sich die deutsche Riege mit Lukas Dauser, Nils Dunkel, Philipp Herder und eben Toba überhaupt so souverän fürs Finale mit den besten acht Nationalen qualifiziert hatte.

Ergebnisse Mannschaftsfinale:

1. Russland 262,500 Punkte

2. Japan 262,397

3. China 261,894

4. Großbritannien 255,760

5. USA 254,594

6. Schweiz 250,927

7. Ukraine 246,394

8. Deutschland 238,495

Es ist eine Ehre, dass er für uns turnt.“

Paul Schneider, Trainer von Artur Dalaloyan

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