TV Wetzgau legt Einspruch ein

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Kurz vor Olympia negativ in den Schlagzeilen: Im Blut von Oleg Verniaiev wurde eine Konzentration des Mittels Meldonium nachgewiesen. Das hat für das Schiedsgericht ausgereicht, um den 27-Jährigen für vier Jahre zu sperren.

Kurz vor Olympia: Oleg Verniaiev vom eigentlichen Finalgegner TG Saar ist wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden. Die Gmünder protestieren gegen die Wertung der Saison 2020.

Schwäbisch Gmünd.

Der ukrainische Kunstturner Oleg Verniaiev hat unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Tokio für einen Skandal bei der Kunstturnern gesorgt: Die Konzentration des Mittels Meldonium in seinem Blut hat für das Schiedsgericht des Internationalen Turnverbandes ausgereicht, um den 27-Jährigen für vier Jahre zu sperren. Die Sperre gilt rückwirkend ab November 2020.

Was aus Gmünder Sicht aber viel spannender ist: Im Oktober 2020 war Verniaiev unter anderem im Kampf gegen den TV Wetzgau in der Kunstturn-Bundesliga für die TG Saar am Start. Der TVW hat nun gegen die Wertung der Bundesliga-Saison, in der die TG Saar am grünen Tisch Meister und der Gmünder Verein Zweiter geworden war, Einspruch eingelegt.

Schon seit Monaten ist klar, dass es für Oleg Verniaiev ein unruhiges Jahr werden würde. Bereits im Dezember war bekannt geworden, dass gegen ihn ein Verfahren wegen Verwendung einer verbotenen Substanz eingeleitet worden ist. Damals zeigte sich auch die DTL auf Anfrage des TV Wetzgau noch sehr vorsichtig in einer Beurteilung, galt doch das Schutzgebot für den Beschuldigten, bis der Nachweis und ein Urteil erfolgt(e). Dieses Urteil liegt nun vor.

Der Athlet selbst zeigt sich in seinen sozialen Netzwerken schockiert und kämpferisch zugleich. Dort ist zu lesen, dass er sich nicht erklären könne, wie die Substanz in sein Blut gelangt sei, warum nur ein einziger Test positiv ausgefallen sei alle anderen aber nicht. Zudem fragt er sich selbst, warum er ausgerechnet in einer Zeit, in der keine wichtigen Wettkämpfe angestanden hätten, gedopt haben solle? Er werde, weil er an seine Unschuld glaube, vor dem Europäischen Gerichtshof in Lausanne Berufung einlegen.

Der TV Wetzgau hat sich aufgrund der Dopingsperre dazu entschieden, bei der Deutschen Turnliga Einspruch gegen die Wertung der vergangenen Bundesliga-Saison einzulegen. Zur Erinnerung: Der TVW wurde im Dezember, nachdem das Finale gegen die TG Saar ausfallen musste, am grünen Tisch zum deutschen Vizemeister erklärt. Eine Entscheidung, die bis heute fragwürdig ist. Einer der Gründe für diese Entscheidung: In der Vorrunde hat die TG den TVW besiegt. Doch genau in diesem Wettkampf kam Oleg Verniaiev für die Saarländer zum Einsatz. TVW-Tainer Paul Schneider: „Genau deshalb haben wir jetzt Einspruch eingelegt. Medizinisch geht man davon aus, dass Meldonium 65 Tage lang im Blut nachweisbar bleibt. Die Probe bei Verniaiev wurde im November genommen. Somit kann er bereits gegen uns gedopt gewesen sein.“

Schon ohne die Vorwürfe gegen Verniaiev fand die Entscheidung, den Titel 2020 der TG Saar zu verleihen, beim TV Wetzgau kein Verständnis: „Sowohl die TG als auch wir haben uns für das Finale qualifiziert. Während die TG dabei sogar kampflos einzog, weil der Halbfinalgegner verzichtet hatte, schafften wir auf sportlichem Wege die Qualifikation“, sagt Schneider. Und: „Da können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und das hinnehmen.“

Der Einspruch des TVW liegt daher bereits bei der DTL vor. Und ob der Turnverein Wetzgau noch in den Genuss der Goldmedaille kommt, dürfte davon abhängen, was in Lausanne entschieden wird. Aber: Der TVW werde nicht aufgegeben. „Verniaiev hat gedopt – das ist der jetzige Stand. Also gehört die Deutsche Meisterschaft uns“, sagt Paul Schneider.

Die Deutsche Meisterschaft gehört uns.“

Paul Schneider, Trainer des TV Wetzgau

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