TVW-Bundesligaturner wieder im Training - hoffen auf eine „ganz normale“ Saison

+
Glenn Trebing.

Der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau bereitet sich schon auf die nächste Saison vor, die am 7. Mai zuhause gegen Singen startet. Der Kader bleibt beisammen. Gesucht wird noch eine internationale Verstärkung.

Schwäbisch Gmünd.

Die Kunstturner des TV Wetzgau - aktuell Deutscher Mannschafts-Vizemeister - bereiten sich auf eine neue Saison vor. Saisonstart ist am 7. Mai. Ob bis dahin das Thema Corona-Pandemie noch relevant sein wird? Die Hoffnung ist: Nein. Die Antwort allerdings kann noch nicht gegeben werden.

Rein sportlich liefen die letzten beiden Jahre für den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau nahezu optimal. Zweimal feierte die Mannschaft von Paul Schneider die deutsche Vizemeisterschaft, kann weiterhin sogar noch auf den Titel 2020 hoffen, da der Dopingfall der TG Saar (der Fall des Russen Oleg Verniaiev liegt weiterhin beim Internationalen Sportgerichtshof CAS) noch nicht zu einem Ende geführt wurde.

Keine Splittung mehr ⋌in zwei Bundesligagruppen

Die Hoffnung ist sowohl bei der Deutschen Turnliga (DTL) als auch beim Deutschen Turnerbund (DTB) groß, dass in 2022 wieder eine gewisse Normalität einkehrt. Daher haben sich die Gremien auch dazu entschieden, die Bundesliga zu ihrem einst bekannten Status zurückzuführen. Das heißt, es wird keine Splittung in zwei Staffeln mehr geben, die Anzahl der Wettkämpfe wird nicht mehr künstlich reduziert. Jede Mannschaft wird wieder gegen jede andere antreten, wie das bis 2019 vollkommen normal gewesen war.

Paul Schneider zeigt sich glücklich über die Planungen, die einen späten Saisonstart am 7.Mai vorsehen: „Wir sind ganz großer Hoffnung, dass 2022 wieder ein normales Turnjahr werden wird. Mit vielen Wettkämpfen, mit hoffentlich vielen Erfolgen und schließlich mit ganz vielen unserer treuen Fans in unserer Halle.“

Die Mannschaft um ⋌Andreas Toba bleibt zusammen

Bereits seit dem 3. Januar haben die Wetzgauer Athleten die Vorbereitung aufgenommen. Und das in voller Stärke: „Für uns ist die wichtigste Nachricht, dass wir unsere komplette Mannschaft halten konnten. Das einzige Fragezeichen steht hinter Arne Halbisch, der sein Abitur in den nächsten Monaten schreibt und bei dem nicht sicher ist, wie viel der Vorbereitungsphase er mit absolvieren kann.“

Ansonsten aber haben alle Sportler erneut ihre Zusage den Gmündern gegeben: Andreas Toba, Glen Trebing, Thore Beissel, Valentin Zapf, Carlo Hörr, Felix Pohl, Frederik Knaus und Christian Auer werden an die Geräte treten. „Das ist schon ein Wort, unser Team. Das haben die letzten Jahre eindrucksvoll gezeigt“, freut sich der Coach.

Und auch die ausländische Unterstützung, ohne die im Spitzenturnern nichts mehr geht, wurde erneut gesichert: Während Nestor Abad bereits seit vielen Jahren zum Wetzgauer Kader gehört, hat sich Nicolau Mir in die Herzen der TVW-Fans geturnt. „Er hat überzeugt“, sagt Trainer Schneider. Vollkommen unstrittig ist die Leistungsfähigkeit von Olympiasieger Artur Dalaloyan. Auch er gehört wieder zum TVW-Kader. Paul Schneider: „Man muss ihm zu Gute halten, dass er – wenige Monate vor Olympia – eine schwere Verletzung erlitten hatte, aber sich trotzdem durchgebissen hat. Da ist es verständlich, dass er zum Jahresende hin in ein Loch fiel. Aber wir setzen wieder voll auf ihn.“

Suche einem weiteren ⋌ausländischen Spitzenturner

Trotz der drei Größen aus dem Ausland ist Schneider weiter auf der Suche nach noch einem Athleten: „Wir wollen, aus welchen Gründen auch immer, nie wieder in die Situation kommen, dass wir ohne Ausländer bei einem Wettkampf dastehen. Daher werden wir den Kader um noch einen weiteren internationalen Athleten erweitern.“ Wer das sein wird, will der Cheftrainer momentan noch nicht kommentieren: „Es sind mehrere Namen im Gespräch. Wir werden damit an die Öffentlichkeit gehen, wenn der Vertrag unterzeichnet ist.“

Die Frage nach den Anhängern in der eigenen Halle treibt den Gmünder Verein aber ebenso um. Durch die Corona-Pandemie war ein Besuch der Wettkämpfe, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt möglich. Schneider: „Vor leeren Rängen turnen zu müssen, ist für alle schlimm. Daher hoffen wir so sehr darauf, dass wir unsere Erfolge auch wieder mit den Fans feiern dürfen. Wir müssen abwarten, sind aber guter Dinge.“

Das gilt auch für das Jahresziel 2022. „Natürlich ist es unser ganz klarer Wille, wieder in das Finale der besten Vier zu kommen“, sagt Paul Schneider - wohl wissend, dass die Luft ganz oben sehr dünn ist. Außerdem bergen unkalkulierbare Faktoren wie die Pandemie, die auch Reiseprobleme mit sich bringen kann, oder Verletzungspech stets unangenehme Begleiterscheinungen.

Der TVW startet am 7. Mai mit einem Heimkampf gegen Singen in die Saison. Am letzten Wettkampftag der Runde, am 26. November, empfängt aktuelle Deutsche Meister TuS Vinnhorst den Vizemeister TV Wetzgau. Eine Konstellation, die sich Paul Schneider sicherlich auch eine Woche später gut vorstellen könnte – beim Finale.

Die lange Pause in den Sommer- und Herbstmonaten ist den internationalen Wettbewerben geschuldet mit EM und WM und einigen Weltcups geschuldet.

Das alles klingt nach einer „ganz normalen“ Turnsaison. Jetzt muss „nur“ noch Corona mitspielen…

„Natürlich ist es unser ganz klarer Wille, wieder in das Finale der besten Vier zu kommen.“

Paul Schneider, Kunstturnchef des TV Wetzgau
  • Die Bundesligatermine des TV Wetzgau 2022
  • Samstag, 7. MaiTV Wetzgau - StTV Singen
  • Samstag, 14. MaiTG Saar - TV Wetzgau
  • Samstag, 21. MaiSC Cottbus - TV Wetzgau
  • Pfingstsamstag, 4. JuniTV Wetzgau - TSV Pfuhl
  • Samstag, 12. NovemberKTV Straubenhardt - TV Wetzgau
  • Samstag, 19. NovemberTV Wetzgau - Siegerländer KV
  • Samstag, 26. NovemberTuS Vinnhorst - TV Wetzgau
  • Samstag, 3. DezemberFinale der Top Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm
Andreas Toba.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare