Überraschung in Donzdorf: Benjamin Bilger tritt als Trainer zurück 

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Hatte zum Schluss nur noch wenig zu lachen: Trotz des sportlichen Erfolgs war Benjamin Bilger mit der Gesamtsituation beim JC Donzdorf nicht mehr zufrieden. Deshalb ist der 42-Jährige nun als Trainer des Landesligisten zurückgetreten.
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Der Trainer des Aufsteigers JC Donzdorf legt nach dem letzten Spiel des Jahres sein Amt nieder. Bilger: „Sportlich hat alles gepasst.“

DonzdorfBenjamin Bilger hat den JC Donzdorf vor vollendete Tatsachen gestellt: Direkt nach dem letzten Spiel des Jahres bei der SSG Ulm (1:2) ist der 42-jährige Gmünder als Trainer des Aufsteigers zurückgetreten. Auf die Gründe seines Rücktritts will er nicht näher eingehen. Nur soviel: „Am Sportlichen lag's nicht.“Es war eine Entscheidung, mit der niemand gerechnet hat. „Es haben schon seit zwei Monaten gewisse Dinge nicht mehr gepasst, aber der letzte Entschluss ist während des Spiels gefallen“, sagt Bilger. Ein Spiel, das kein einfaches war, weil ein Zuschauer „einen Spieler von uns attackiert hat“, sagt der Ex-Trainer. Es folgte eine rote Karte wegen einer Tätlichkeit. Aber: Der 42-Jährige stellt klar, dass sein Rücktritt nichts mit den Spielern zu tun habe. „Die Mannschaft war geschockt, und ein Großteil der Spieler wollte, dass ich bleibe.“ Außerdem habe ihm Kapitän Pietro Maglio zum Abschied geschrieben, dass „er keinen besseren Trainer gehabt hat, seit er in Deutschland ist“. Aus gutem Grund: Sportlich lief es unter dem 42-Jährigen. Als Bilger die Donzdorfer im November 2021 übernommen hatte, hatte der Verein in der Bezirksliga 15 Punkte Rückstand auf den VfL Kirchheim. Es folgte eine beeindruckende Serie von 18 Siegen und zwei Unentschieden in Folge - und der Aufstieg in die Landesliga mit 10 Punkten Vorsprung. Auch eine Etage höher war der JC zunächst Tabellenführer, rutschte aber während der Urlaubsphase ab, weil „viele Spieler länger im Urlaub waren“. Danach lief es wieder, Bilger schaffte acht Siege in Folge, und der Verein überwintert nun als Tabellenachter. „Die Mannschaft hätte sogar das Potenzial, Tabellenführer zu sein.“Bilger, der 2019 die TSG Hofherrnweiler in die Verbandsliga geführt hat, spricht bewusst im Konjunktiv. Weil es im Umfeld zu viele Unruhen gab, die es unmöglich gemacht haben, dass sich das Team aufs Sportliche konzentrieren kann. Nachtreten will der 42-Jährige aber nicht, deshalb äußert er sich nicht näher dazu. Eines stellt Bilger allerdings klar: dass er bei seinem Amtsantritt genau gewusst habe, auf was er sich bei der Multi-Kulti-Truppe einlasse. Aber: „Ich habe nicht mit so vielen Einflüssen von außen gerechnet.“ Und wie reagiert der Verein auf den Rücktritt? Der hält in einer kurzen Stellungnahme fest, dass Benjamin Bilger mit seiner JC-Mannschaft die sportlichen Ziele erreicht habe. In Erinnerung bleibe, dass man nach 15 Punkten Rückstand am Ende der vergangenen Saison noch die Bezirksliga-Meisterschaft geholt habe und damit erstmals in die Landesliga aufgestiegen sei, wo Bilger das Team an obere Tabellendrittel herangeführt habe. Und: Der Verein respektiere die persönlichen Gründe für den Rücktritt. 

Hatte zum Schluss nur noch wenig zu lachen: Trotz des sportlichen Erfolgs war Benjamin Bilger mit der Gesamtsituation beim JC Donzdorf nicht mehr zufrieden. Deshalb ist der 42-Jährige nun als Trainer des Landesligisten zurückgetreten.

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