Ungeimpfte unerwünscht: Hausrecht besiegelt den Abstieg

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Die Schützen der Skam Neßlau müssen runter in die Württembergliga.
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Die Skam Aalen-Neßlau muss in die Württembergliga runter, weil der Badische Sportschützenverband andere Corona-Vorschriften hat.

Aalen-Neßlau / Pforzheim

Kurios: Der Austragungsort hat die Skam Aalen-Neßlau den Klassenerhalt in der 2. Luftpistolen-Bundesliga gekostet. Weil der Badische Sportschützenbund als Ausrichter der Abstiegs-Relegation entscheidet, dass Ungeimpfte nicht antreten dürfen, kann die Schützenkameradschaft keine konkurrenzfähige Mannschaft stellen. „Wir sind natürlich alle sehr enttäuscht, akzeptieren es aber“, sagt Erwin Singvogel.

Im siebenköpfigen Team der Skam Neßlau sind zwei ungeimpfte Schützen. Die Namen will Singvogel nicht nennen. Nur soviel: „Es sind zwei absolute Leistungsträger“, sagt der Teamleiter. Und die hätte die Mannschaft zwingend gebraucht, um den drohenden Abstieg in der Relegation am kommenden Samstag in Pforzheim doch noch abzuwenden. „Es wäre sicherlich kein Selbstläufer gewesen und wir hätten alle richtig gut schießen müssen. Aber wir hätten es schaffen können.“ Das Problem: In Baden sind Ungeimpfte nicht erwünscht.“

Zwar ist der Deutsche Schützenbund der Veranstalter, aber der Badische Sportschützenbund hat als Ausrichter das Hausrecht. Heißt: Wäre die Relegation in Württemberg gewesen, hätten die Ungeimpften starten dürfen - wie in den Ligawettkämpfen auch. So aber steht fest: „Ohne unsere beiden Ungeimpften sind wir chancenlos“, sagt der Teamleiter. Die Mannschaft habe nach dem letzten Ligawettkampf zwar diskutiert, ob sie trotzdem antreten soll. „Aber das können wir uns sparen. Jeder würde sein Bestes geben, und am Ende reicht es trotzdem nicht.“ Zu stark seien die SG Pforzheim und der SV Walldorf.

Keine Vorwürfe vom Team

Eines ist Erwin Singvogel wichtig: dass keiner im Team den beiden Ungeimpften einen Vorwurf macht. Im Gegenteil: „Wir akzeptieren deren Meinung, und alle stehen dahinter.“ Ohnehin sei das die große Stärke der Skam Neßlau: „unser Zusammenhalt.“ Der Teamleiter ist sich sicher, dass „wir auch in der Kreisliga in dieser Besetzung schießen würden, weil wir ein Team sind“.

Runter bis in die Kreisliga muss die Schützenkameradschaft freilich nicht. Sondern nur in die drittklassige Württembergliga. Dort beginnt die neue Saison im Oktober. Doch schon jetzt steht fest, dass die Skam Neßlau in der aktuellen Besetzung dort antreten wird. „Wir haben keine Abgänge“, sagt Singvogel. Noch nicht sicher ist, ob sich ein Neuzugang anschließt. Doch auch das kann sich der Teamleiter schwer vorstellen. „Aus unserem Verein kommt niemand in Frage, das müsste schon ein Auswärtiger sein.“

Wobei die Skam Neßlau Verstärkungen nicht nötig hat. Singvogel weiß, dass „wir in der Württembergliga zu den Favoriten gehören werden.“ Und: „Unser Ziel ist der direkt Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga.“ Mit den Ungeimpften.

Kader Skam Aalen-Neßlau: Monika Kleiser, Andreas Stock, Thomas Singvogel, Michael Weckert, Frank Krauss, Markus Hyneck, Erwin Singvogel.

Ohne die Ungeimpften sind wir chancenlos.“

Erwin Singvogel, Teamleiter Skam Neßlau
Das Team der Schützenkameradschaft Neßlau müssen aus der 2. Bundesliga absteigen (von links): Frank Krauß, Michael Weckert, Monika Kleiser, Andreas Stock, Teamchef Erwin Singvogel, Thomas Singvogel, es fehlt: Markus Hyneck.
Die Schützen der Skam Neßlau müssen runter in die Württembergliga.
Die Schützen der Skam Neßlau müssen runter in die Württembergliga.

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