Urteil: SF Dorfmerkingen und Ehingen Süd verlieren das Spiel

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SFD-Generalkoordinator Josef Schill (rechts) zu den rassistischen Beleidigungen, die einer seiner Spieler erfuhr: "Das war unterste Schublade."
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Spielabbruch wegen rassistischer Beleidigung zieht Niederlage für beide Teams nach sich.

Dorfmerkingen. Wegen rassistischer Beleidigungen haben die Spieler der Sportfreunde Dorfmerkingen am 29. Oktober das Spielfeld in Ehingen beim Verbandsligaspiel gegen Ehingen-Süd verlassen und sind auch nicht mehr auf den Rasen zurückgekehrt. Jetzt wurde die Partie für beide Teams mit 0:3 Toren als verloren gewertet.

„Gemeinsam mit den Verantwortlichen des SSV Ehingen Süd werden die Sportfreunde das Urteil analysieren und das weitere Vorgehen besprechen. Durch den Spielabbruch wollten und wollen die Sportfreunde aufzeigen, dass Rassismus auf dem Fußballplatz nichts verloren hat.“ Dies ist die Stellungnahme von SFD-Manager Sepp Schill.

„Wir wissen, dass wir damit eine Niederlage riskieren“, hatte Schill noch am Abend nach der Rückkehr aus Ehingen bekundet. Zwar haben sich die komplette Ehinger Mannschaft und Verantwortliche sofort in der Kabine für das grobe Fehlverhalten eines ihrer Zuschauer entschuldigt. Aber die Beleidigung („Du schwarzer Drecksack“) saß so tief, dass sich die Dorfmerkinger - und insbesondere der Betroffene - nicht mehr in der Lage sahen, weiterzuspielen.

Nach den WFV-Statuten wird der betreffende Verein bestraft, wenn Anhänger die Menschenwürde einer Person durch herabwürdigende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen oder Handlungen in Bezug auf Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung verletzen.

Deshalb wurde dem SSV Ehingen-Süd das Spiel mit 0:3 Toren als verloren gewertet. Dem Zuschauer wurde eine Geldstrafe in Höhe von 350 Euro auferlegt, für die gegenüber dem Verband der Verein geradestehen muss.

Dorfmerkingen wurde das Spiel ebenfalls als verloren gewertet, weil es - den Statuten nach - den Spielabbruch verursacht hat. ⋌⋌⋌Werner Röhrich

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