Jahresrückblick: Dezember 2021

Uwe Wolf: Erst eine Abmahnung, dann Rücktrittsandrohung

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VfR-Trainer Uwe Wolf sorgt für Aufsehen.
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Der Trainer des VfR Aalen steht in der Kritik, weil der den Verein öffentlich kritisiert. Die Verantwortlichen schlagen zurück und verurteilen den 54-Jährigen aufs Schärfste.

Aalen. Sportlich hat er den VfR Aalen in ruhiges Fahrwasser gebracht, abseits des Platzes jedoch schlagen die Wellen hoch: Trainer Uwe Wolf steht beim VfR Aalen mächtig in der Kritik. Der 54-Jährige kassiert von der Vereinsleitung eine Abmahnung, die er selbst bei einer Pressekonferenz öffentlich macht - sehr zum Ärger der Verantwortlichen, die das Thema gerne intern gehalten hätten. So aber müssen sie sich äußern. Geschäftsführer Giuseppe Lepore sagt, dass „es mehrere Vorfälle waren, die zu dieser Maßnahme geführt haben“.
Bekannt ist, dass ein Vorfall nach dem 5:2-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim II das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wolf soll mit seinen Gästen zu lange im VIP-Forum gefeiert haben. Und die Öffnungszeit überschritten haben. Auch der Sicherheitsdienst habe den Trainer nicht zum Gehen bewegen können. Es soll zu Diskussionen gekommen sein. Und das alles nicht zum ersten Mal.
Deutliche Worte
„Es sind ein paar Dinge vorgefallen, die wir uns anders wünschen. Und wenn diese Dinge angesprochen werden und nicht fruchten, muss man sie eben niederschreiben.“ Auch Lepore hat bereits von „völlig inakzeptablen Verhaltensweisen“ gesprochen. Was der Geschäftsführer nicht versteht: „Uwe ist bislang uneinsichtig.“
Damit nicht genug: Nur zwei Wochen später sorgt der Trainer erneut für Aufsehen. Mehrere Coronafälle und verletzte Spieler bringen den VfR Aalen in eine akute Personallage. Fürs Spiel bei Schott Mainz hätten die Ostälbler nur noch sieben einsatzbereite Feldspieler gehabt. Weil der Verband einer Spielverlegung zunächst nicht zustimmt, platzt Wolf der Kragen. Er ist stocksauer. Auf den Verband, der diese Verlegung zunächst ablehnt. Und auf die eigenen Vereinsverantwortlichen, die es nicht geschafft haben, den Antrag durchzudrücken.
Der Trainer hat deshalb harte Konsequenzen angekündigt und mit dem sofortigen Rücktritt gedroht, sollte der VfR tatsächlich zum Spiel antreten: „Das wäre mein Abschied gewesen.“ Immerhin: Der Verband stimmt der Spielverlegung dann doch noch zu.
Vom Tisch war die Sache allerdings noch lange nicht. Auch, weil Wolf den Verein in einer anderen Sache scharf kritisiert: Er klagt über teilweise unprofessionelle Verhältnisse und spricht gezielt das Fehlen eines Masseurs oder Physiotherapeuten an, nachdem Achim Hägele den Verein verlassen hat. Zwei Tage lang haben die Verantwortlichen geschwiegen. Dann aber haben sie auf den Rundumschlag ihres Trainers reagiert und diesen aufs Schärfste verurteilt.
Die Kritik an der zunächst gescheiterten Verlegung kann Michael Weißkopf überhaupt nicht nachvollziehen: „Selbst in dieser prekären Personalsituation müssen die Anforderungen für eine ordnungsgemäße Spielverlegung erfüllt sein“, sagt das Präsidiumsmitglied. Diese Anforderungen seien Wolf bekannt gewesen. „Umso unverständlicher sind seine Rücktrittsandrohungen und andere unqualifizierte und inakzeptable Verlautbarungen – sowohl intern als auch extern. Dafür haben wir kein Verständnis.“ Ganz nebenbei gehöre es „nicht zur Verantwortung und Kompetenz von Uwe Wolf, wo gespielt wird und wo nicht“, so Weißkopf.
Auch Geschäftsführer Lepore findet deutliche Worte. „Das ist gänzlich inakzeptabel, dazu noch unprofessionell, und es erhöht in der ohnehin schon schwierigen Pandemielage völlig unnötig den Druck auf den Verband und Verein.“ Weißkopf und Lepore sagen, dass Wolf zum Rapport müsse. „Das wird eine konsequente interne Aufarbeitung zur Folge haben“, so Lepore. Uwe Wolf hat auf den erneuten Rüffel gelassen reagiert. „Ich fokussiere mich auf meine Mannschaft und gehe für diese durchs Feuer. Diese Unterstützung würde ich mir auch einmal von der Geschäftsleitung und dem Präsidium wünschen ...“ Und: Schon kurz danach hat der Verein einen Physiotherapeuten präsentiert.

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