Uwe Wolf lässt die Kritik kalt

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Ansprache von Uwe Wolf nach dem Spiel in Balingen an die Mannschaft.
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Nach dem Fehlstart muss sich auch der Trainer Vorwürfe gefallen lassen. Der reagiert aber gelassen: „Ich weiß damit umzugehen“, sagt der 54-Jährige und bleibt seiner Philosophie treu.

Aalen

Die Lage ist schon zu Saisonbeginn heikel. Mit nur drei Punkten aus fünf Spielen steht der VfR Aalen am Dienstagabend im Heimspiel gegen den FC Gießen (Anpfiff: 19 Uhr) gehörig unter Druck. In der Kritik steht auch Trainer Uwe Wolf. Der 54-Jährige ist sich aber sicher, dass „wir die entsprechenden Ergebnisse liefern werden“. Deshalb will er auch an seiner Spielphilosophie nichts ändern.

Der Abstiegskampf sollte in die Saison kein Thema sein. Stattdessen richtete sich der Blick von Uwe Wolf vor Saisonbeginn Richtung oberes Mittelfeld. Nach fünf Spieltagen aber ist alles anders, die Schwarz-Weißen stecken mittendrin in der gefährliche Zone.

Was läuft schief beim neu aufgestellten VfR Aalen? „Wir bekommen unsere Gegentore viel zu einfach“, sagt der Trainer, der seiner Mannschaft beim jüngsten 2:3 in Balingen „Trägheit“ und „Bequemlichkeit“ vorwirft. Seine Defensive sei nicht bereit gewesen, die entscheidenden Meter mitzugehen. „Jeder weiß, dass Fußball ein Laufspiel ist“, so der 54-Jährige. Die Analysen hätten gezeigt, dass seine Elf bei keinem Gegentor ausgespielt worden ist. „Es waren lange Bälle, in denen uns die Gegenspieler weggelaufen sind.“

Luft nach oben sieht der Trainer auch in der Offensive. Es fehle die Effektivität, sagt Wolf. Und der mutige Torabschluss. „Wir müssen dem Gegner auch mehr Stress bereiten, den Druck erhöhen.“ Vieles sei aktuell zu umständlich, und „wir haben zu viele Ballverluste“.

Das ärgert den Trainer, und er denkt jetzt natürlich auch über personelle Veränderungen nach. Einer, der in der Vergangenheit gesetzt war und aktuell nur zweite Wahl ist, ist Gino Windmüller. Ist der ehemalige Abwehrchef jetzt wieder eine Option für die Innenverteidigung? Eine Alternative für Dienstagabend? Wolf schüttelt den Kopf. „Gino schafft es gerade nicht, die Trainingsleistung so zu bestätigen wie wir es uns erhoffen.“

Doppelspitze mit Arcalean?

Auf anderen Positionen kann sich der Coach dagegen Veränderungen vorstellen. So habe Leon Volz „eine gute Trainingswoche“ gehabt. Bei Kristjan Arh Cesen hofft Wolf, dass er „die Handbremse jetzt vollends lösen kann“. Damit hätte er zwei gleichwertige Alternativen für die linke Seite: Eduard Heckmann und Cesen. Ein weiterer Kandidat für die Startelf ist Jonas Arcalean. Der 24-Jährige habe nach seiner Einwechslung in Balingen für „viel Belebung“ gesorgt. Und: Für Arcalean ist die Partie am Dienstag eine besondere, schließlich trug er in der vergangenen Saison noch das Trikot des FC Gießen. „Ich kann mir vorstellen, dass wir gegen Gießen mit einer Doppelspitze mit Jonas Arcalean spielen werden“, verrät Wolf.

Nichts ändern will der Fußballlehrer unterdessen an seiner Spielphilosophie. „Ich habe darüber mit der Mannschaft ausführlich geredet. Ob wir mehr aus einer Konterstellung heraus spielen sollen.“

„Der schönste Job, den es gibt“

Aber: Als VfR Aalen sollte man nach Meinung von Wolf die nötige Überzeugung mitbringen und mit Vollgasfußball gegen Gegner wie die bisherigen auftreten. „Jeder objektive Zuschauer sagt, dass unsere Spiele alle interessant waren und nur die Ergebnisse nicht gepasst haben.“ Doch auch das werde sich laut Wolf ändern. „Uns fehlt gerade das nötige Spielglück. Aber ich bin voller Überzeugung, dass wir die entsprechenden Ergebnisse liefern werden, wenn wir so weitermachen wie bisher.“

Dass auch Uwe Wolf in der Öffentlichkeit in der Kritik steht, ist ihm nicht entgangen. Aber er reagiert gelassen. „Ich weiß damit umzugehen. Die, die jetzt laut schreien, sind diejenigen, die nachher anders laut werden, wenn die Ergebnisse wieder anders aussehen ...“ Und Druck verspüre er auch keinen. „Druck haben Menschen, die krank sind oder ohne Geld eine Familie ernähren müssen. Ich habe das bei meinen Auslandsstationen selbst erlebt.“ Er selbst dagegen dürfe den „schönsten Job, den es gibt, ausüben“.

Uns fehlt gerade das nötige Spielglück.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

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