Vereine kämpfen mit Steigerungen

+
Sportvereine wie die Aalener Sportallianz leiden mit ihren Anlagen unter den steigenden Energiepreisen.
  • schließen

Die Preissteigerungen treffen große wie kleine Vereine massiv. Pläne müssen geändert, Zusatzeinnahmen generiert werden. Vor allem eigene Anlagen kosten mehr.

Ostalbkreis.

Auch die Sportvereine sind von den Auswirkungen der Energiekrise, sprich den Preissteigerungen für die Energieversorgung. Das trifft große wie kleine Vereine gleichermaßen, müssen die Verantwortlichen sich doch Gedanken über Maßnahmen machen. Vor allem sind die betroffen, die eigene Vereinsanlagen betreiben.

Die Aalener Sportallianz ist mit knapp über 4000 Mitgliedern der größte Verein in der Region und betreibt in Aalen drei Standorte. Der Standort im Aalener Rohrwang, der seit 2021 auch eine Kita beinhaltet, wird weitgehend mit Gas beheizt. „2019 kostete das benötigte Gas rund 6000 Euro, 2021 noch ohne Kita bereits 7500 Euro. In 2022 hat sich der Gaspreis vervielfacht, selbst mit einer Gaspreisbremse auf 12,5 C ist er fast dreimal so hoch wie 2021“, schildert Geschäftsführer Tobias Schramek. Er rechnet für 2023 mit rund 30 000 bis 40 000 Euro mehr an Energiekosten, inklusive Strom und Öl, als geplant. „Und auch bei allen anderen Waren gibt es Steigerungen“, ergänzt er. „Das ist für einen Verein nicht zu erwirtschaften“, betont er. Man spare, wo es geht. So werden Lüftungen nur bedingt betrieben, Lichter und Geräte konsequent ausgemacht, Temperaturen in Räumen und Hallen runtergefahren. „Die Gaspreisbremse würde helfen, aber nur bedingt“, sagt Schramek, denn Rücklagen seien nach Corona aufgebraucht. Wichtig sei, dass die Politik die Vereine nicht vergesse, appelliert er. Man wolle durchkommen, ohne die Mitglieder zu belasten.

Auch die TSG Hofherrnweiler rechnet mit Mehrkosten von rund 30 000 Euro. „Wir werden die Entwicklung beobachten, jetzt planen wir noch keine Maßnahmen“, sagt der Vorsitzende Achim Pfeifer. Man habe die Mitglieder und Übungsleiter zum Sparen aufgefordert. 2009 Hatte man die Heizung von Öl auf Pellets umgestellt, aber auch deren Preis habe sich verdreifacht. „Letztlich auswirken werden sich die Steigerungen natürlich erst im kommenden Jahr, wenn die Rechnungen kommen und man sieht, wie der Verbrauch war“, ergänzt der Vorsitzende. „Dann müssen wir uns eventuell Gedanken machen vor der Mitgliederversammlung im Juni und dort eventuell Maßnahmen für unsere rund 1900 Mitglieder beschließen.“  Möglich sei eine Energieumlage, „aber es ist noch nichts beschlossen, wir sind noch unaufgeregt“, betont Pfeifer.

Mitglieder nicht überfordern

Auch bei der SG Bettringen mit ihren 2300 Mitgliedern will man die Entwicklung abwarten. Man nützt eine eigene Halle, sonst weitgehend städtische Sporthallen. Dort und in der Geschäftsstelle würden sich die Energiekosten  sicher erhöhen, das wolle man versuchen, im normalen Haushalt zu bewältigen, ohne die Mitglieder zu belasten, sagt Vorsitzender Johannes Barth. „Wir hoffen, dass die Stadt die Nutzungsgebühren nicht deutlich erhöht“, ergänzt er. Eventuell müsse man Kursgebühren erhöhen, „aber da ist noch nichts beschlossen“, betont Barth. „Die Politik hat uns in Corona-Zeiten gut unterstützt, das sollte jetzt wieder geschehen“, appelliert er. Denn die Vereine haben in der Gesellschaft eine wichtige Rolle.

Rücklagen werden aufgefressen

Beim TSV Mutlangen hat man gerade erst rund 6000 Euro für Öl bezahlt, doppelt so viel wie 2021, wie dessen Vorsitzender Ralf Bühlmaier berichtet.  Ansonsten hat man geplante, eigentlich dringend notwendige Baumaßnahmen am Vereinsheim erst mal zurückgestellt. „Das neue Dach war bereits deutlich teurer als geplant, die Duschen und anderes sanieren wir jetzt später, und legen das Geld für Energiepreissteigerungen zurück“, sagt er. Bereits im Frühsommer hatte man die Beiträge für die rund 1200 Mitglieder erhöht, diese Möglichkeit sei erst mal ausgereizt. „Mit den Erhöhungen machen Energiekosten zehn Prozent am Umsatz aus, da hilft natürlich die Preisbremse ein Stück weit“, ergänzt Bühlmaier. „Aber die Rücklagen werden aufgefressen.“

Ebenso wie die großen Sportvereine sind die kleineren, die Einspartenvereine betroffen. Der Schützenverein Mögglingen konnte nur  zweier Zuschüsse seitens des WLSB und der Gemeinde Mögglingen das Jahr 2021 mit rund 5000 Euro Gewinn abschließen. „Wir müssen aber definitiv nächstes Jahr unseren Gastank füllen“, sagt Vorsitzender Holger Krieg. „Und wir haben bereits die Preise im Vereinsheim für Getränke und die Vermietung deutlich erhöht. Die Mitgliedsbeiträge wollen wir noch stabil halten, da sonst mit vermehrten Austritten zu rechnen ist.“ Eine Unterstützung der Politik wünsche man sich  im Bereich der Steigerungen gegebenenfalls als Pauschalen.

Auch Futter wird deutlich teurer

Beim Reitverein Fachsenfeld steigen die Kosten in allen Bereichen. Man heizt mit Flüssiggas, der Preis stieg um 15 Prozent, wie der Vorsitzende Joachim Kieninger berichtet. Das bedeute fast 500 Euro mehr, der Strompreis steigt auf rund 1000 Euro. Dazu kommen Steigerungen beim Hafer von 16 auf 29 Euro je 100 kg bei einem Verbrauch von 10 Tonnen im Jahr, beim Sägemehl steige der Preis um etwa 50 Prozent. Mit steigenden Personalkosten rechnet er mit Mehrkosten von rund 10 000 Euro in 2023. „Wir sparen, wo es geht“, sagt er. So investiere man in stromsparende Beleuchtung. „Wir können aber auch nicht alles weitergeben an Mitglieder und die Einsteller der Pferde, die sind sonst weg“, sagt er.

Sportvereine wie die Aalener Sportallianz leiden mit ihren Anlagen unter den steigenden Energiepreisen.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Mehr zum Thema

Kommentare