Vergraste Anlagen und Stolperfallen

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Bei vielen Gmünder Sportstätten herrscht dringender Handlungsbedarf. Jetzt soll eine Prioritätenliste auf den Weg gebracht werden.

Schwäbisch Gmünd.

Abgeplatzte Stufen, eine schlechte Tontechnik. „Das kann man doch niemandem zumuten“, ärgerte sich Sabine Linke, als sie ihrem Enkel beim Fußballspielen im Laichle zuschaute. „Uns ist bewusst, dass wir im Bereich der Sportstätten einen Investitionsstau haben“, sagt Klaus Arnholdt dazu. Man habe sich – noch unter der Leitung von Dr. Joachim Bläse – vor einigen Jahren dafür entschieden, den Schwerpunkt auf die Schulen zu legen. „Das war eine politisch bewusste Entscheidung“, erklärt der Leiter des Gmünder Amtes für Bildung und Sport. Dass der Sport jetzt nicht länger warten könne, das betonten sowohl Oberbürgermeister Richard Arnold bei der Hauptversammlung des Gmünder Stadtverbandes Sport als auch Sportbürgermeister Christian Baron bei der Mitgliederversammlung des TSB Gmünd.

„Bei der Sport-Infrastruktur liegt viel im Argen“, bekannte OB Arnold vergangene Woche im Kreise der Sportvereinsvertreter im Prediger offen. Weil aber die Stadt mangels notwendiger Finanzen nicht alles auf einmal stemmen kann, soll nun im Dialog mit den Vereinen und den Schulen eine Prioritätenliste erstellt werden, die über den Sportbeirat in den Gemeinderat eingebracht werden kann. „Wir brauchen so etwas“, sagte Arnold, „um Planungssicherheit zu bekommen für mehrere Jahre.“

Im Übrigen sei es ja nicht so, dass in Sachen Sportstättensanierung nichts passiert sei in Schwäbisch Gmünd in den vergangenen Jahren. Als Beispiel führt Klaus Arnholdt die Generalsanierung der großen Sporthalle in der Katharinenstraße an oder die bis zum Ende der Herbstferien abgeschlossene Sanierung mit Erneuerung des Hallenbodens in der Straßdorfer Römersporthalle.

Derzeit laufen Untersuchungen bezüglich der Statik bei der Holztribüne im Normanniastadion, die eine dringende Dachsanierung nötig hat. „Wir versuchen, die Sanierung über den Gebäudeunterhalt zu finanzieren. Aber bevor wir jetzt eine neue Dachabdichtung machen, müssen wir wissen, ob wir auch statisch etwas unternehmen müssen“, sagt Bildungs- und Sportamtsleiter Arnholdt. Und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass wir das zeitnah hinbekommen.“ Darüber wird Bürgermeister Christian Baron die Mitglieder der Gmünder Normannia an diesem Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung informieren.

Klar ist aber: Es gibt viele Mängelpunkte in den bestehenden Sportstätten der Stadt. Die Zuschauerstufen beim TSB-Sportplatz im Laichle zählen zweifellos dazu. „Ich will aber betonen, dass der Sportplatz dort tiptop ist und alle – auch die Kinder – dort bestens Sport treiben können“, betont Klaus Arnholdt. Und dass Tartanbahnen und Weitsprunggruben vergrasen, liege mitunter auch daran, dass sie nicht mehr genutzt werden. Dass aber zum Beispiel in Sachen Hallenbodensanierung in der Hussenhofener Mozarthalle und im Schulzentrum Strümpfelbach Handlungsbedarf bestehe, darüber bestehe Einigkeit. Auch Sanitärräume und Heizungsanlagen seien in Gmünder Sporthallen verschiedentlich in die Jahre gekommen.

Um Schwerpunkte setzen zu können, gelte es, erst einmal eine Bestandsliste mit Mängelaufnahmen zu fertigen. Eine solche gebe es bislang nicht. Klaus Arnhodt: „Wir werden jetzt mit Nachdruck daran gehen, eine solche zu erstellen.“

Bettringer Eigeninitiative

In diesem Zusammenhang lobt Arnholdt die Eigeninitiative der SG Bettringen als ein Beispiel, wie Vereine und Stadt zusammenarbeiten können. Die SGB hat die Zuschauerstufen zwischen Sportplatz und Uhlandhalle in Eigenregie erneuert und die angefallenen Kosten vorgestreckt. Mit der Stadt wurde vereinbart, dass diese Kosten in Raten über fünf Jahren zurückbezahlt werden. „Vielleicht“, sagt Arnholdt, „gibt es an anderer Stelle ähnliche Ideen, die allen gemeinsam weiterhelfen.“

Die Finanznot der Stadt ist dem Vorsitzenden des Gmünder Stadtverbandes Sport, Ralf Wiedemann, durchaus bewusst. Aber, sagt er: „Kein Geld zu haben, hilft ja nicht weiter. Wir müssen die Dinge angehen.“ „Wir sind als Sprachrohr unserer Vereine im ständigen Austausch mit der Stadt“, betont Wiedemann. Den Weg, eine Prioritätenliste über den Sportbeirat - in dem auch die Schulen und der Stadtverband Sport vertreten sind - zu erstellen, sieht er als den richtigen. Für den Stadtverband Sport gehören neben Wiedemann auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Oliver Glass (SG Bettringen) und Michael Hieber (TSB Gmünd) diesem Gremium an.

Für den Stadtverband-Sport-Vorsitzenden ist jedoch auch klar: „Dringende Sanierungsmaßnahmen sind das eine. Wir müssen uns aber auch Gedanken über neue Sportstätten machen. In diesem Zusammenhang sehe ich die Zukunft auch in einem Sportpark. Wie das konkret aussehen könnte, da müssen wir uns gemeinsam – Stadt und Vereine – einbringen. Auch das müssen wir angehen.“

„Kein Geld zu haben, hilft ja nicht weiter.

Ralf Wiedemann, Vorsitzender Stadtverband Sport
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Römersporthalle Straßdorf
Sportplatz Herlikofen
Römersporthalle Straßdorf

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