VfR: In Mainz die Scharte auswetzen

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Leon Volz (am Ball) hat den VfR Aalen im Hinspiel gegen die U23 des FSV Mainz05 II bereits nach vier Minuten in Führung gebracht. Am Ende verlor der VfR 1:2. Ist am Sonntag die Revanche fällig?
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Die A-Juniorenspieler Holger Bux und Michael Schaupp dürfen am Sonntag gegen die U23 des FSV Mainz auf ihr Debut im Profiteam des VfR Aalen hoffen.

Aalen.

Drei Punkte mehr, und der VfR Aalen wäre dem persönlichen Saisonziel seines Trainers ein schönes Stück näher gekommen. Rang acht peilt Uwe Wolf in dieser Saison noch an. Ein Sieg in Pirmasens vergangenen Samstag hätte den VfR bis auf vier Zähler an den derzeitigen Achten, VfB Stuttgart II (55 Punkte) herangebracht. „Das ist auch ein Grund, weshalb mich die 0:2-Niederlage in Pirmasens so geärgert hat“, gibt Wolf offen zu. Bei den U23-Youngsters des Bundesligisten FSV Mainz 05 fordert er am Sonntag (14 Uhr) von seinen Jungs, die Scharte des vergangenen Wochenendes mit einem Sieg wieder auszuwetzen. Mehr noch: „Wir haben noch fünf Spiele“, sagt Wolf. „Da wollen wir noch 15 Punkte holen.“

Es ist eine klare Ansage für die restlichen vier Wochen dieser Regionalligasaison, die den Vereinen und deren Akteuren nach dem Saisonabbruch im Vorjahr auch in diesem Pandemiejahr einiges abverlangt hat.

Gerichte sollen Aufstiegsrecht der Oberligisten klären

Für die Verantwortlichen der Liga scheint inzwischen klar zu sein: Es wird keine Aufsteiger aus den Oberligen geben. Deshalb haben sie sich auf nur zwei anstatt der zunächst sechs vorgesehenen Absteiger geeinigt. Doch auch diesbezüglich scheint noch nicht alles wasserdicht zu sein. Die Stuttgart Kickers - bei Saisonabbruch der Oberliga Baden-Württemberg Tabellenzweiter und damit auf einem Aufstiegs-Relegationsplatz - wollen die Entscheidung der Verbände, die Oberliga-Saison 20/21 ohne Aufstiegsmöglichkeit zu annullieren, nicht hinnehmen und haben beim Landgericht Stuttgart entsprechende Anträge auf den Erlass einstweiliger Verfügungen eingereicht. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Vorgehensweise der Regionalliga Südwest GbR und der Oberliga Baden-Württemberg nicht in Ordnung ist und beschreiten deswegen zur Klärung den Weg vor die ordentlichen Gerichte“, sagt Kickers-Präsident Rainer Lorz. Auch Spitzenreiter Freiberg als möglicher Direktaufsteiger beschreitet diesen Weg, wie SGV-Präsident Emir Cerkez über die vereinseigene Homepage bekundet. Und Eintracht Trier, Spitzenreiter der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord, hat eine Beschwerde beim Berufungsgericht der Regionalliga Südwest GbR eingelegt. Es kann sein, dass andere Oberligisten noch nachziehen werden.

Das alles muss den VfR Aalen nur am Rande beschäftigen. Mit 48 Zählern hat die Rohrwangelf fünf Spieltage vor Saisonschluss acht Zähler Vorsprung auf den momentanen Sechstletzten SC Gießen (40 Punkte) und einige Teams noch dazwischen.

Der Blick von VfR-Cheftrainer Uwe Wolf richtet sich deshalb bereits auf die Kaderzusammenstellung für die neue Regionalligasaison. Rund 23 Feldspieler und drei Torwarte - wie jetzt - soll der Kader umfassen. Nach einigen Probespielern in der vergangenen Woche waren in dieser Woche zehn andere Akteure im Probetraining. Ein weiterer Schwung ist angesagt.

Ein Spieler, so Wolf, sei in dieser Woche dabei gewesen, an dem er handfestes Interesse habe. Zwei weitere, sagt der Trainer, wolle er im Blickfeld behalten.

Von den eigenen A-Junioren trainieren schon seit Anfang April Holger Bux, Michael Schaupp und Timo Müller mit. Die beiden Erstgenannten werden ab sofort fest zum Profikader zählen und am Sonntag in Mainz im 18er-Kader dabei sein. Bux stellt Wolf sogar einen Startelfplatz in Aussicht. „Der Junge ist bereit. Er hat überragend trainiert. Er hat es verdient.“ Er wolle ihn nicht unter Druck setzen, sagt Wolf. Aber Holger Bux wisse, sich im Zweikampf zu behaupten und erinnere ihn von seiner Art auf dem Spielfeld durchaus an Thomas Müller.

Daniel Bernhardt steht wieder im VfR-Kasten

Im Tor wird übrigens wieder Kapitän Daniel Bernhardt stehen. Dass er in Pirmasens nicht mit dabei gewesen sei, sei so abgesprochen gewesen. „Ich wollte Matze im Wettkampf sehen“, begründet Wolf den Einsatz des 22-jährigen Ersatzkeepers Matthias Layer und stellte ihm in Aussicht, dass er durchaus auch noch bei einem Heimspiel in dieser Saison zwischen den Pfosten stehen dürfe. Wolf: „Ihm wird die Zukunft gehören.“

Steffen Kienle spielt in dieser Saison nicht mehr

Während im Sturm der langzeitverletzte Toni Vastic wieder aufs Feld zurückkehren könnte, steht inzwischen fest, dass Goalgetter Steffen Kienle in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Vorsichtshalber. Es seien ohnehin noch drei Wochen Reha geplant. Wolf: „Und dann will ich Steffen in nichts mehr reinjagen.“ Er soll fit sein, wenn am 5. Juli das Vorbereitungstraining wieder beginnt.

Nicht mehr dabei sein wird dann auch der aus Kaiserslautern ausgeliehene Mo Morabet. Er habe ihn - dies betont Wolf - übrigens nicht aussortiert. „Ich bin ihm letztlich entgegengekommen“, sagt Wolf. „Weil er noch Rekonvaleszent ist, habe ich ihm angeboten, sich in einem Reha-Zentrum seines Vertrauens wieder fit zu machen.“ Für einen anderen Verein in der kommenden Saison. „Das hat er angenommen.“

So könnten sie spielen:

VfR Aalen: Bernhardt - Stanese, Grupp, Windmüller - Volz, Abruscia, Bux, Sakai - Ramaj, Vastic, M. Müller

Da wollen wir noch 15 Punkte holen.“

Uwe Wolf, Cheftrainer des VfR Aalen

Maximilian Eiselt und Tim Ruth bleiben in Dorfmerkingen und in Essingen

Einen der in dieser Woche anwesenden Probespielern könne er sich vorstellen, in die Kaderplanung für die kommende Regionalligasaison aufzunehmen, hat VfR-Cheftrainer Uwe Wolf vor dem Abschlusstraining am Freitagnachmittag gesagt. Maximilian Eiselt vom Oberligisten SF Dorfmerkingen und der Kapitän des diesjährigen Verbandsliga-Spitzenreiters TSV Essingen, Tim Ruth, zählen nicht dazu.

„In einem fairen und sachlichen Gespräch hat Uwe Wolf mir gesagt, dass ich mit 27 Jahren nicht in seine Planungen passe. Damit kann ich leben. Ich habe gesehen, dass ich mithalten könnte. Das war mir wichtig“, sagt Tim Ruth nach dieser Woche im Probetraining beim VfR. „Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, wieder an den Ball zu schlagen. Darauf freue ich mich jetzt auch in Essingen.“ Dort wird - je nach Inzidenzlage - wahrscheinlich Mitte Juni das Training wieder aufgenommen.

Auch Maximilian Eiselt (25) hat bei Wolf „einen guten Eindruck“ hinterlassen. Die Position des Linksverteidigers, dies habe ihm der VfR-Coach erklärt, sehe er allerdings anders besetzt. Auch die Sportfreunde in Dorfmerkingen wollen Anfang/Mitte Juni ins Vorbereitungstraining für die neue Oberligasaison einsteigen. SFD-Trainer Helmut Dietterle habe ihm bereits klar signalisiert, dass er sich auf ihn freue. Maximilian Eiselt: „Ich freue mich darauf mindenstens genauso.“ wr

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