VfR-Trainer Uwe Wolf will seine Freunde ärgern

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Uwe Wolf umarmt seinen zweifachen Torschützen Sean-Andreas Seitz.
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Der Trainer gastiert mit dem VfR Aalen bei seinem Ex-Verein Hessen Kassel. Nach der Gala gegen Hoffenheim II herrscht akute Personalnot: Acht Profis fallen am Samstag aus.

Aalen / Kassel

Im Mannschaftsbus bleiben einige Plätze leer. Beim VfR Aalen werden am Samstag im Auswärtsspiel bei Hessen Kassel insgesamt acht Profi ausfallen - weshalb Uwe Wolf nur 17 Feldspieler zur Verfügung hat. „Wir kommen personell auf der letzten Rille daher, der Kader stellt sich von selbst auf“, sagt der Trainer und spricht von einer „echten Herausforderung“. Anpfiff im Auestadion. 14 Uhr.

Die Keeper Daniel Bernhardt, Tom Österle sowie Jonas Arcalean, Daniel Stanese, Sascha Korb, Daniel Elfadli und Benjamin Kindsvater fallen definitiv aus. Besonders ärgerlich ist die Verletzung von Kindsvater, er hat sich im Sprunggelenk zwei Bänder gerissen und „fällt vier, fünf Wochen aus“, sagt Wolf. das achte Sorgenkind ist Kristjan Arh Cesen, der Fieber hat. Immerhin: „Der Coronatest war am Donnerstag negativ“ , sagt der Trainer, der aber wenig Hoffnung hat, dass sein Linksverteidiger rechtzeitig fit wird.

Jammern, nein, das will Uwe Wolf nicht. Stattdessen sagt er, dass er all seinen Spielern im Kader vertraue. Und dass sich jetzt Spieler in der Startelf wiederfinden, die bislang auf der Bank saßen. Einer davon ist Manuel Botic. „Es ist kein Geheimnis, dass er am Samstag beginnen wird.“ Der 23-Jährige markierte zuletzt den Treffer zum 5:2-Endstand gegen die TSG Hoffenheim II.

Jener Galaauftritt am vergangenen Samstag macht natürlich Mut für die anstehende Aufgabe in Kassel. „Das war der Fußball, den ich mir vorstelle“, sagt der Coach. „Eine mutige, spielstarke Mannschaft, die auch nach einem 4:1-Vorsprung nie nachlässt und weiter nach vorne spielt. So muss das sein!“ Jene Dominanz will der VfR Aalen auch am Samstag beim Tabellennachbarn zeigen.

Die Trainer und die Taktiktafel

„Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und uns nicht das Spiel von Kassel auf die Brust zwingen lassen.“ Einfach sei das allerdings nicht. Wolf erwartet einen kampfstarken und robusten Gegner, der „übers Kollektiv kommt“. Und: einen defensivstarken Gegner. 18 Gegentore haben die Kasseler in 16 Partien kassiert - 10 weniger als der VfR Aalen. „Es ist sehr schwierig, gegen Kassel Torchancen zu kreieren“, sagt Wolf. was er aber auch sagt: „Wir haben einen Plan und schauen, ob der aufgeht.“ Allerdings sei ein guter Plan nicht immer eine Erfolgsgarantie. „Wenn ich gut vorbereitet in die Schule gehe, habe ich fast immer eine gute Note. Im Fußball aber ist ein Gegner, der ebenso sein bestes rausziehen will.“ Und: „Ich habe noch keinen Trainerkollegen erlebt, der an der Taktiktafel sein eigenes Spiel verliert.“ Jeder seiner Kollegen sei gut vorbereitet, wobei „ich hoffe, dass wir den besseren Plan haben“.

Hessen Kassel hat aktuell 22 Punkte auf dem Konto - und damit genauso viele wie der VfR Aalen. 15 dieser 22 Zähler hat der KSV im heimischen Auestadion geholt. Dort, wo Uwe Wolf selbst einst das Sagen hatte. „Ich hatte eine geile Zeit dort“, sagt der 54-Jährige, der sich jetzt auf seine Rückkehr freut. „Ich habe heute noch einen guten Draht zu den Fans und dem Funktionsteam. Und am Samstag werden viele Freunde von mir da sein.“

Denen will Uwe Wolf den Fußballnachmittag vermiesen.

So könnten sie spielen:
VfR Aalen: Paterok - Schmidt, Windmüller, Odabas - Knipfer, Abruscia, M. Müller, Heckmann - Seitz, Kienle, Botic

Ein Video gibt's unter www.schwaepo.de.

Das ist der Fußball, den ich mir vorstelle.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen
  • Der „letzte Meistertrainer“ kehrt nach Kassel zurück
  • Amtszeit. Von Januar 2012 bis Juni 2013 war Uwe Wolf Trainer des KSV Hessen Kassel.
  • Erfolge. Nachdem er die Mannschaft im ersten Halbjahr „stabilisiert“ (Wolf) hat, hat er den KSV in der Saison 2012/2013 zur Meisterschaft in der Regionalliga geführt. Gescheitert sind die Kasseler erst in den Relegationsspielen. „Ich hatte eine super Truppe mit zwei Leadern. Einer davon war Andreas „Bobo“ Mayer.“
  • Erinnerungen. „Ich hatte eine geile Zeit dort, und ich kann jetzt sagen, dass der letzte Meistertrainer zurückkehrt“, sagt Wolf.
  • Abschied. Hessen Kassel rückte 2013 vom professionellen Fußball ab, „darauf haben sich unsere Wege getrennt“, sagt Wolf. alex

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