Vielseitig ist bei der Trampolin-WM gefragt

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Dr. Ralph Dalferth

Dr. Ralph Dalferth war Teamarzt der deutschen Trampolinnationalmannschaft bei der WM in Baku - Sohn Patrick wurde in Essen Deutscher Mastersmeister im Schwimmen.

Schwäbisch Gmünd.

Am ersten Adventswochenende waren aus der Gmünder Sportlerfamilie Dalferth Vater und Sohn erfolgreich unterwegs. Allerdings in unterschiedlichen Sportarten und an weit voneinander entfernt liegenden Schauplätzen.

Während Patrick Dalferth bei den Deutschen Mastersmeisterschaften im Schwimmen in Essen in der Altersklasse 20 bis 24 Jahre über 50 Meter und 100 Meter Rücken jeweils eine Goldmedaille gewann, war Dr. Ralph Dalferth als Verbandsarzt für die deutsche Trampolinturnen-Nationalmannschaft für die medizinische Versorgung und für die Konzipierung und Durchsetzung eines umfangreiches Hygienekonzept bei der Trampolin-WM in Baku/Asarbeidschan verantwortlich. Angesichts der aktuellen Corona-Pandemielage und einer Coronainfektion im deutschen Team eine höchst diffizile und herausfordernde Aufgabe.

„Obwohl die Inzidenzzahlen in Baku wesentlich niedriger sind als in Deutschland, haben wir unsere eigenen Verhaltensregeln, die sich schon bei den Europameisterschaften im Mai in Sotschi in Russland bewährt haben, erneut in dieser Form beibehalten und darin auch die Vorgaben der Gesundheitsbehörden in Asarbeidschan integriert“, sagt der Gmünder Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nach der Rückkehr. So musste das komplette DTB-Team um Sportdirektor Thomas Gutekunst und Bundestrainerin Katrina Prokesova bereits beim Abflug in Frankfurt einen negativen PCR-Test vorlegen, im Flugzeug durfte die Schutzmaske nicht abgenommen werden und sofort nach der Ankunft in Baku, noch vor dem Einchecken ins Hotel, wurde erneutet getestet. Im Hotel selbst wohnte das deutsche Team in einem separaten Trakt, abgeschottet von den übrigen Gästen und Mannschaften. Bei den Wettkämpfen in der Sporthalle waren keine Zuschauer zugelassen, die Turnerinnen und Turner durften das Hotel auch zu Privatausflügen in Baku nicht verlassen. „Fast täglich haben wir getestet und strikt auf die Hygieneregeln geachtet“, berichtet Dalfehrt.

Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen wurde aber ein deutscher Kampfrichter bei einer Routineuntersuchung positiv getestet. „Die Aufregung danach war natürlich groß“, erinnert sich Dalferth, „weil der betroffene Kampfrichter zu unserer Delegation gehörte“. Aber er hatte nicht direkten Kontakt zu den Athleten und Trainern, die sich alle sofort einem PCR-Test unterziehen mussten – alle mit negativem Ergebnis.

Coronafall sorgt für Besorgnis

Deshalb durften die deutschen Sportlerinnen und Sportler auch an den Wettkämpfen weiter teilnehmen. „Der Kampfrichter musste sich aber sofort in Baku in Quarantäne begeben“, sagt Dalferth, „inzwischen durfte er wieder nach Deutschland heimfliegen“. Wegen des Coronafalls im deutschen Team war Ralph Dalferth natürlich sehr gefordert; nicht nur als medizinischer Leiter, sondern auch in der psychischen Betreuung der Turnerinnen und Turner, die um ihre Teilnahme bangten. „Alle haben die schwierige Situation mit großer Disziplin gemeistert und bei den Wettkämpfen keine Schwächen gezeigt“, lobt der Gmünder Arzt im Rückblick.

Obwohl auch in Baku Nationen wie Weißrussland, China, Japan, Neuseeland, Frankreich und Portugal ihre Vormachtstellung im Trampolinturnen erneut unter Beweis stellten, waren die Verantwortlichen des Deutschen Turnerbundes mit der sportlichen Ausbeute ihrer Athletinnen uns Athleten zufrieden. Denn neben drei Bronzemedaillen in den Nachwuchsklassen gab es unerwartet durch Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) und Matthias Pfleiderer (MTV Stuttgart) im Synchron-Springen eine Silbermedaille. Der Gmünder Sportmediziner ist der „Hausarzt“ der Stuttgarter WM-Athleten Leonie Adam, Aileen Rösler, Tim Oliver Gesswein und eben Matthias Pfleiderer, die auch regelmäßig beim Physiotherapeuten Florian Geiger aus Schwäbisch Gmünd behandelt werden. Und gecoacht wird das schwäbische WM-Quartett am DTB-Stützpunkt Stuttgart vom früheren TSB-Spitzentrampolinturner und Ex-Bundestrainer Michael Kuhn.

Mehrere Gmünder beteiligt

Auch Dr. Ralph Dalferth war in den 1980er-Jahren als Mitglied der Bundesligamannschaft des TSB Schwäbisch Gmünd ein erfolgreicher Spitzentrampolinturner. Deshalb freute er sich besonders über die Silbermedaille von Vogel/Pfleiderer: „Das ist die erste WM-Medaille für deutsche Trampoliner in den letzten zehn Jahren.“

Ralph Dalferth freute sich in den ersten Adventstagen nicht nur über die erfolgreiche WM-Mission des DTB-Trampolinteams in Baku, sondern auch über die ersten deutschen Meistertitel seines Sohnes Patrick. -

Fast täglich haben wir getestet.“

Dr. Ralf Dalphert, Teamarzt Trampolinturner

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