Viertes Spiel in Folge ohne Dreier

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Keeper Matthias Layer ist geschlagen, Leon Volz fassungslos und Sebastian Schiek glücklich: Der Ex-Aalener (rechts) hat das zwischenzeitliche 2:1 für die SG Sonnenhof Großaspach erzielt. Am Ende unterliegt der VfR Aalen der B-Elf des Fast-Absteigers knapp mit 2:3 (1:1).
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Doppelschlag sorgt für Frust: Der ersatzgeschwächte VfR Aalen verliert gegen die B-Elf des Fast-Absteigers SG Sonnenhof Großaspach mit 2:3 (1:1). Jungspunden fehlt die Cleverness.

Aspach.

Alessandro Abruscia saß wütend auf der Ersatzbank. Und Trainer Uwe Wolf kam erst knapp eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff wieder aus den Katakomben. Der VfR Aalen hat auswärts bei der SG Sonnenhof Großaspach unerwartet mit 2:3 (1:1) verloren und ist damit auch im vierten Spiel nacheinander ohne Dreier geblieben.

„Sehr lehrreich“ seien solche Spiele für die Jungs aus dem Nachwuchsbereich, sagt Uwe Wolf. Lehrreich scheint die Niederlage auch für die Verantwortlichen des VfR Aalen gewesen zu sein - nämlich dass der jungen Rasselbande doch der eine oder andere Erfahrene gut zu Gesichte stehen würde. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, antwortet Wolf auf die Frage, ob im kommenden Heimspiel gegen Kickers Offenbach einer der derzeit verletzten Leistungsträger zur Verfügung stehe. Und Geschäftsführer Giuseppe Lepore sagt, dass „wir nicht gerade unerhebliche Ausfälle haben“.

Solche Spiele sind sehr lehrreich für uns.“

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

Die hatte allerdings auch Großaspach. Und trotzdem war es die Elf von Trainer Rainer Scharinger, die früh in Führung hätte gehen können. Der gebürtige Aalener Darius Held war auf der rechten Außenbahn völlig ungestört, seine Hereingabe setzte Dominik Widemann aus kurzer Distanz an den Pfosten (4.). Der VfR Aalen hielt danach gut dagegen, investierte viel und hatte auch optisch ein Übergewicht. Das erste Tor aber erzielten die Gastgeber. Jonas Brändles Freistoß wird von der Aalener Mauer zunächst geblockt, im Strafraum reagiert aber Can Karatas schneller als Kolja Herrmann - 1:0 (14.). Die Ostälbler ließen sich davon nicht beirren, und sie schlugen zurück. Nach einem Eckball des fleißigen Abruscia nutzt Kai Merk den Stellungsfehler von Held und köpft das 1:1 (34.). Nachdem VfR-Keeper Matthias Layer gegen Sandro Sirigu zur Stelle war (38.), gab's auf der Gegenseite eine knifflige Situation. SG-Routinier Kai Gehring rempelte im Strafraum Merk zu Boden, die Pfeife von Schiedsrichter Nicklas Rau blieb stumm (44.). Wolf wollte den Elfer, und selbst für Scharinger war es eine „50:50-Entscheidung“.

Direkt nach Wiederanpfiff stand erneut Aaleners Torwart im Mittelpunkt. Layer parierte einen 16-Meter-Schuss von Karatas (46.). Der VfR leistete sich gegen die tief stehenden Großaspacher unnötig viele Fehler. Serdar Arslan rettete in höchster Not gegen Flavio Santoro (63.), und den abgefälschten Schuss von Widemann parierte Layer (74.). Es folgten 180 Sekunden, die den VfR Aalen zumindest einen Teilerfolg kosteten:

76. Minute: Vincent Sadler schlägt einen hohen Ball in den Strafraum, Kai Gehring legt den Ball per Kopf ab, und der Ex-Aalener Sebastian Schiek vollendet ungestört - 2:1.

78. Minute: Widemann sieht den völlig allein gelassenen Karatas, der den Ball nur einzuschieben braucht - 3:1.

Ouadie Barini fälschte einen Freistoß von Abruscia zwar noch zum 2:3 (81.) ab, mehr war aber nicht drin für den VfR Aalen. Nach sechs Niederlage in Folge hat Großaspach den ersten Dreier geholt. „Nicht clever“ habe sich seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit verhalten, sagt Wolf. Und fügt hinzu, dass sich sein Team „auswärts gerade schwer tut“. Uwe Wolf stellt klar, dass „wir uns die drei verlorenen Punkte nun zuhause zurückholen müssen“. Der Gegner am kommenden Samstag heißt dann Kickers Offenbach - und rangiert aktuell auf Tabellenplatz drei.

Die VfR-Rasselbande muss sich dann definitiv steigern - und cleverer anstellen.

Stimmen zum Spiel: „Letztendlich ist es dann auch eine Qualitätsfrage“

Rainer Scharinger, SG-Trainer: „Wir haben uns mit Willen und Leidenschaft ins Spiel reingearbeitet. Wir konnten über die Grenzen gehen und am Ende einen glücklichen Sieg feiern. Das war ein Sieg für meine Mannschaft, die in diesem Jahr viel ertragen musste.“

Giuseppe Lepore, VfR-Geschäftsführer: „Wir spielen bis zum Sechzehner gut und lassen dann die Endkonsequenz vermissen. Wir haben nicht gerade unerhebliche Ausfälle, und letztendlich ist es dann auch eine Qualitätsfrage.“

Matthias Layer, VfR-Keeper: „Ich denke, dass wir ein engagiertes Spiel gezeigt haben und die bessere Mannschaft waren. Aber wenn man die Gegentore anschaut, das ist immer wieder dasselbe: Das geht viel zu einfach.“

Sebastian Schiek, SG-Offensivspieler: „Wir hatten viele Tiefpunkte. Manchmal sieht es aus, als würden wir das erste Mal Fußball spielen. Aber unterm Strich wurden wir für das belohnt, was wir investiert haben.“

Leon Volz, VfR-Defensivspieler: „Wir sind ordentlich reingekommen, haben uns aber selbst das Leben schwer gemacht mit einfachen Fehlpässen. Die Gegentore muss man aber ganz klar klären und löschen. Da hat uns die Konsequenz gefehlt.“ alex

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