Vom Kreißsaal direkt zum Doppelsieg

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Der Veranstalter DJK Gmünd ist hochzufrieden: Beim virtuellen "30. Sparkassen Albmarathon" gingen in drei Wochen über 450 Läufer auf die verschiedenen Strecken. Und die Athleten reisten teilweise auch hunderte Kilometer weit an.
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Über 450 Läufer gehen beim virtuellen "30. Sparkassen Albmarathon" an den Start. Johannes Großkopf siegt über 10 und 25 Kilometer. Paul Schiele gewinnt den 50-Kilometer-Lauf.

Es sind die 32 Stunden in seinem Leben, die Johannes Großkopf nie vergessen wird: Am Samstagmorgen um 1:01 Uhr hat Ehefrau Yvonne Tochter Emilia zur Welt gebracht. Nach nur vier Stunden Schlaf ist er beim virtuellen "30. Sparkassen Albmarathon" souverän zum Sieg über 10 Kilometer gelaufen. Keine 24 Stunden später hatte er auch den 25-Kilometer-Rechberglauf der Gmünder Tagespost gewonnen.

"Eigentlich war alles anders geplant", sagt Großkopf und lächelt. "Aber erst die Geburt und dann diese starken Zeiten – ich bin rundum glücklich mit diesem verrückten Wochenende."

Verrückt, das war nicht nur Johannes Großkopf bei diesem Jubiläums-Albmarathon. So sind beispielsweise der Aalener Marc Slonek und der Gmünder Walter Hösch die vier Strecken – 5, 10, 25 und 50 Kilometer – an einem Tag gelaufen. Noch mehr Kilometer hat beim diesjährigen Albmarathon nur Kurt Bachmann geschafft. Der Läufer der DJK Gmünd hat nicht nur die vier Distanzen absolviert, er ging auch noch beim 50-Kilometer-Staffellauf an den Start – natürlich hat er seine Läufe über die gesamte Wettkampfzeit verteilt.

Insgesamt drei Wochen lang hatten die Athleten die Chance, beim "30. Sparkassen Albmarathon" ihre Bestzeiten vorzulegen. Und das haben unerwartet viele getan. "Es waren über 450 Läufer auf den Strecken", sagt Tim Schwarzkopf. Und der Organisator von der DJK Gmünd fügt hinzu, dass "die Veranstaltung all unsere Erwartungen übertroffen hat". Es habe einfach alles gepasst bei diesem coronabedingt neuartigen Wettkampf. Auch die Tatsache, dass die Familie Mila die Finisher auf dem Rechberg mit Getränken versorgt habe, lobt der Organisator. Durchweg positiv seien auch all die Rückmeldungen der Teilnehmer gewesen. "Es war eine super organisierte Veranstaltung", sagt auch Doppelsieger Johannes Großkopf, dessen Sparda-Team Rechberghausen mit zahlreichen Athleten vertreten war.

Doppelsieg durch Gerlinde Herr

Und: Zahlreiche Laufsportler haben sich mehrfach auf die Strecken begeben. Andreas Lonardoni von der DJK beispielsweise über die 25- und 50-Kilometer-Distanz. Oder Manuela Lingel (Laufteam Elle), die in der 25-Kilometer-Siegerliste die Plätze 4 und 10 belegt. Schnellste Frau über die 25-Kilometer-Distanz war ebenso eine Gmünderin: Annika Seefeld, die inzwischen auch für das Sparda-Team Rechberghausen startet. Wie stark Großkopf auf dieser Strecke war zeigt seine Siegerzeit: Mit 1:36,57 Stunden lag er über 12 Minuten vor dem Zweitplatzierten Elias Tomas Gabure (Sparda-Team).

All unsere Erwartungen wurden übertroffen.

Tim Schwarzkopf Organisator Alb Marathon

Was Tim Schwarzkopf besonders freut: dass die Langdistanz über 50 Kilometer endlich mal wieder ein DJKler gewann: Paul Schiele in 3:58,51 Stunden. Schnellste Frau war Anja Seidel vom ASV Köln, die nach 4:02,03 Stunden im Ziel. Obwohl sie bei dem virtuellen Lauf keine direkten Konkurrentinnen hatte, "hätte sie mit dieser Zeit in den vergangenen sechs Jahren fünfmal gewonnen", sagt Schwarzkopf.

Über 10 Kilometer lag Großkopf 1:42 Minuten vor dem Zweiten Steffen Krebs (DJK), der sich dafür den Sieg über die 5 Kilometer sicherte. Einen Doppelsieg gab's bei den Frauen über 5 und 10 Kilometer: Beide Rennen gewann die DJKler Gerlinde Herr.

Professionelle Zeitmessanlagen an drei verschiedenen Streckenpunkten, regelmäßige Streckenmarkierungen – die Organisatoren hatten mächtig viel zu tun beim virtuellen Albmarathon. "Wir waren allein drei- viermal in der Woche auf der Strecke, ob die Markierungen aufzufrischen", sagt Schwarzkopf. Und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Da sind mir zwei stressige Albmarathon-Tage am Stück lieber als drei Wochen der virtuelle Lauf ..."

Die gibt's dann vielleicht im kommenden Jahr wieder.

Die letzten Meter: Johannes Großkopf beim 25-Kilometer-Lauf kurz vor dem Ziel auf dem Rechberg.

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