Sportmosaik

Vom VfR Aalen auf die Rennbahn

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Alexander Haag

Alexander Haag über Schützenhilfe, Stürmer und eine Stute

Es war ein Sieg, über den sich auch der Ligakonkurrent SSV Ulm 1846 gefreut hat. Das überraschende 4:3 des VfR Aalen über den bisherigen Spitzenreiter FSV Mainz 05 II hat die „Spatzen“ auf Platz eins der Regionalliga Südwest befördert - wenn auch nur für einen Tag. Dass drei der vier Aalener Treffer von ehemaligen SSV-Spielern erzielt wurden, hat Ulms Abwehrspieler Johannes Reichert besonders gefallen. „Überragend, dass die beiden uns da Schützenhilfe geben ...“ Gemeint sind Alessandro Abruscia und Steffen Kienle, Letzterem ist sogar ein Doppelpack gelungen.

Nein, die Torjägerkrone interessiere ihn nicht. Er wisse noch nicht einmal, wie viele Treffer seine Konkurrenten hätten. das sagte Alessandro Abruscia vor wenigen Wochen Inzwischen darf sich der Kapitän des VfR Aalen die aktuelle Rangliste ruhig einmal anschauen. Denn: Mit 11 Treffern liegt der 31-Jährige bereits auf Platz zwei. Nur Nick Proschwitz von der TSG Hoffenheim II ist besser - er traf bereits 15 Mal. Gleichauf mit Abruscia ist Markus Mendler (FC Homburg) mit ebenso 11 Toren. Eines haben Proschwitz und Mendler dem Aalener voraus: Sie haben eine makellose Elfmeterbilanz. Proschwitz hat fünf Elfer geschossen und fünf verwandelt. Bei Mendler waren es vier Versuche und vier Treffer. Abruscia trat in dieser Saison sechsmal vom Punkt an - nur vier waren drin.

Apropos Nick Proschwitz: Der 35-jährige Torjäger stand einst auch auf der Wunschliste des VfR Aalen weit oben, als dieser noch in der 3. Liga spielte. „Ich habe lange mit seinem Berater Ivan Klasnic verhandelt“, erzählt das damalige Präsidiumsmitglied Hermann Olschweski. Gescheitert ist die Verpflichtung damals am Geld, der Stürmer war für die Gremien schlicht zu teuer. Heute verbindet Proschwitz eine andere Sportart mit der Ostalb. Er hat sich gemeinsam mit dem ehemaligen VfR-Aufsichtsratsvorsitzenden Jörg Mangold ein Rennpferd gekauft. Muskoka heißt die Stute, die Mangold und Proschwitz bei der Jährlingsauktion in Iffezheim ersteigert haben. Sein erstes Rennen soll Muskoka im Herbst 2022 absolvieren, der Höhepunkt ist dann ein Jahr später beim Deutschen Stutenderby „Diana“ in Düsseldorf. „Geplant ist die klassische Distanz über 2400 Meter“, sagt Mangold. Bis dahin wird dessen Rennpferd von „Champion-Trainer“ Henk Grewe ausgebildet - dem erfolgreichsten deutschen Trainer der vergangenen zwei Jahre.

Vier Tage vor dem großen Finale gegen die TuS Vinnhorst müssen die Kunstturner des TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau ihre Mannschaft umstellen: Weil Thore Beissel verletzungsbedingt ausfällt und auch die beiden Spanier Nicolau Mir und Nestor Abad definitiv wegbrechen, hat Trainer Paul Schneider einen Last-Minute-Neuzugang verpflichtet: Philippe Mathias trägt am Samstag in der Ratiopharm-Arena das Trikot der Gmünder.

„Das tut natürlich weh“, sagt Wetzgaus Trainer Paul Schneider zu den Ausfällen beim entscheidenden Wettkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Die beiden Spanier Nestor Abad und Nicolau Mir haben entschieden, bei den spanischen Meisterschaften an den Start zu gehen. Diese werden parallel ausgetragen. Und Thore Beissel muss verletzungsbedingt passen. Der 19-Jährige wurde am Dienstag am Innenmeniskus operiert, ein Einsatz am Samstag ist ausgeschlossen. Wettkampfbeginn ist um 14 Uhr.

Jörg Mangold (rechts)

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