„Warum haben manche Spieler keine Einstellung?“

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Geduldig und auskunftsfreudig: Trainer Uwe Wolf (links) und Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf vom VfR Aalen stellen sich beim Online-Fantreffen den vielen Fragen der Anhänger.
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Online-Fantreffen beim VfR Aalen: Michael Weißkopf und Uwe Wolf sind auskunftsfreudig.

Aalen. Herr Wolf, warum haben manche Spieler keine Einstellung zu ihrem Beruf?“ Die Fragen beim Online-Fantreffen des VfR Aalen waren direkt und knackig, und Trainer Uwe Wolf und Präsidiumsmitglied Michael Weißkopf geduldig und teilweise unerwartet auskunftsfreudig.

Zum Einstieg ging's gleich ums Geld. Es gebe in der Region so viele große Firmen. „Warum sind die keine Sponsoren des VfR Aalen?“ Michael Weißkopf versichert, dass der VfR mit denen jährlich in Kontakt trete und versuche, sie als Partner zu gewinnen. „Aber teilweise ist kein großes Interesse da“, so das Präsidiumsmitglied. „Irgendwann muss man dann einsehen, dass es besser ist, auf andere zuzugehen.“ Bei Carl Zeiss werde der VfR ein neues Konzept vorlegen, „wobei wir uns bei mittelständischen und mitarbeitergeführten Firmen leichter tun“.

Ein anderer Fan hat sich nach dem Fünf-Jahres-Plan des Regionalligisten erkundigt. Finanziell habe der VfR seine Talsohle durchschritten, „es ist sogar eine leichte Aufwärtstendenz erkennbar“, sagt Weißkopf. Ziel sei es, den Mannschaftsetat von derzeit 1 Million Euro auf 1,5 bis 2 Millionen zu erhöhen. „Unser sportliches Ziel ist es, dass wir oben anklopfen können.“ Vom Aufstieg wolle er bewusst nicht reden, „dieser ist erst bei einem Etat von 4 bis 5 Millionen planbar“. Wobei Uwe Wolf klarstellt, dass der VfR Aalen „in die 3. Liga gehört. Mindestens.“ Mit Erzählen komme man da aber nicht hin, „die ganze Region muss dazu mitmachen“. Wolf sagt, dass er dafür verantwortlich sei, dass „wir mit leidenschaftlichem Fußball das Feuer entfachen“. Dabei treibt die Fans derzeit noch etwas anderes um: „Können Sie uns die Angst nehmen und uns sagen, dass wir uns keine Abstiegssorgen machen müssen?“

U15-Spieler bei den Profis dabei

Es war die einzige Frage, bei der Wolf keine klare Antwort parat hat. Der Trainer erzählt, dass der VfR unter ihm „nie die schlechtere Mannschaft gewesen ist“, dass derzeit aber auch „der Killerinstinkt fehlt“. Jedenfalls werde das Team alles dafür tun, um das schnellstmöglich zu schaffen. Denn: Je früher das gelinge, desto besser sei die Planungssicherheit. Wobei die Verantwortlichen bereits am Kader für die kommende Saison basteln. Derzeit sind vier Probespieler im Training: Manuel Longhino vom Kreisligisten SV Mehring und Sean Seitz von der TSG Hoffenheim II sowie die Jugendspieler Atmir Krasniqi vom VfB Stuttgart U19 und Eduard Heckmann von der Stuttgarter Kickers U19. Apropos Nachwuchs: Junge, hungrige Spieler aus der Region sollen beim VfR Aalen verstärkt eine Chance bekommen. Uwe Wolf hat nun sogar Tom König aus der eigenen U15 zu den Profis hochgezogen. „Ihm liegt eine Anfrage vom 1. FC Heidenheim vor. Wir wollen ihm zeigen, dass er hier seinen Weg gehen kann“, sagt der Trainer. Und stellt klar: „Den lassen wir nicht gehen!“

Das müssen dafür einige Profis aus dem aktuellen Kader. „Warum haben manche Spieler keine Einstellung zu ihrem Beruf?“, wollte ein Fan wissen. Michael Weißkopf stellt klar, dass das auch die Vereinsseite erkannt habe und im Sommer entsprechend handeln werde.

Nach knapp einer Stunde mussten auch die Fans das Online-Meeting verlassen. Mit dem Versprechen, dass es ein solches bald wieder geben wird.

Alexander Haag

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