Weber gewinnt Grand-Slam-Titel

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Der Wasseralfinger Jakob Weber (Mitte) sicherte sich zum Jahresabschluss seinen dritten Grand-Slam-Titel im Tipp-Kick. Foto: Privat

Der Wasseralfinger holte sich zum Jahresabschluss seinen dritten Grand-Slam-Titel bei den Westdeutschen Meisterschaften im Tipp-Kick.

Wörrstadt.

Jakob Weber aus Wasseralfingen hat die 43. Auflage der Westdeutschen Einzelmeisterschaft im Tipp-Kick in Rommersheim-Wörrstadt bei Mainz gewonnen. Er sicherte sich damit seinen dritten Grand-Slam-Titel.

Der Fußball hätte sich von seiner Basis entfernt, das ist in den letzten Jahren immer öfter zu hören. Längst gehört das übergroß gewordene Spiel wieder herunterskaliert. Wendet man dabei den Maßstab 1:100 an, landet man beim beliebten Tischfußballspiel Tipp-Kick, das 2024 seinen 100. Geburtstag feiert. Während die deutsche Fußballnationalmannschaft bei den letzten Großereignissen den Anschluss an die Weltspitze verloren hat, ist Deutschland in Sachen Tipp-Kick weiterhin der Nabel der Welt.

Die Sportart kombiniert Fertigkeiten wie Geschwindigkeit vom Tischkicker, Agilität vom Tischtennis, Präzision vom Darts und Konzentration vom Schach. Gleichzeitig wird dem Sportler, der gleichzeitig Spieler, Trainer, Physio, Zeugwart und Psychologe ist, einiges abverlangt. Da lohnt es sich, genauer auf das tatsächlich wichtigste Fußballevent dieser Tage zu schauen: So fand der letzte Grand Slam des Jahres im Tipp-Kick mit Wasseralfinger Beteiligung statt.

Weber geht über die volle Distanz

Das Teilnehmerfeld spielt in zehn Runden im Modus Schweizer System die besten 12 Spieler aus. Die besten Vier qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, Platz 5 bis 12 ermitteln deren Gegner.

Der 24-jährige Jakob Weber vom PWR ’78 Wasseralfingen war als Zweiter der Vorrunde für das Viertelfinale gesetzt. Dort musste er gegen den aktuellen Deutschen Meister Artur Merke spielen, der für Eving (Dortmund) startet. Mit diesem Selbstverständnis zog Merke im ersten Spiel nach sechs Minuten auf 6:0 davon, die Partie endete letztendlich 2:6. Eine deutliche Steigerung war nun nötig – die zeigte Weber, denn er konnte im Best-of-3-Modus Spiel 2 und Spiel 3 mit 2:0 und 4:2 gewinnen.

Im Halbfinale ging es dann gegen Sebastian Baadte vom Bundesligisten Kaiserslautern. Auch hier erwischte Weber keinen optimalen Start und verlor das erste Spiel mit 2:3. Spiel 2 ging nach zehn Minuten Spielzeit mit 4:4 in die Verlängerung. Nur ein Gegentor vom Ausscheiden entfernt, konnte Weber das Golden Goal zum 5:4 mit einem sogenannten Brett erzielen: ein strammer Schuss, der bis zu 60 km/h erreicht. In Spiel 3 konnte der Wasseralfinger das Endspiel mit einem 3:2 klarmachen.

Diese Spannung wurde im Finale dann tatsächlich noch überboten. Weiterer Finalist war der zweifache Grand-Slam-Champion Max Daub vom deutschen Mannschaftsmeister Hirschlanden bei Stuttgart. Nach zwei Halbzeiten zu je fünf Minuten stand es 5:5. Die sich anschließende Verlängerung mit zwei Mal zwei Minuten blieb torlos, was bedeutete, dass es ein Wiederholungsspiel gab. Nach insgesamt 24 Minuten Spielzeit, ohne jedoch einmal in Rückstand gelegen zu sein, konnte Weber mit einem 3:2 Erfolg seinen Sieg besiegeln.

„Das war harte Arbeit, körperlich und mental, aber es macht einfach unglaublich viel Spaß. Für solche Momente spiele ich Tipp-Kick. Mit diesem Turnier kann die Fußball-WM definitiv nicht mithalten. Und mindestens eines haben wir dem Fußball voraus. Ab 2024 wird die Champions League auch im Schweizer System ausgespielt“, so Weber. Gute Ergebnisse zeigten auch die anderen Wasseralfinger. Uli Weishaupt schrammte mit einem 13. Platz knapp an den Play-offs vorbei, Felix Weishaupt erreichte den 23. Platz.

Zufriedener Jahresabschluss

Das letzte Quartal hielt zuvor noch zwei weitere Großereignisse bereit. Während am ersten Oktoberwochenende eine für Weber enttäuschende Deutsche Meisterschaft stattfand, konnte er die daraus gezogenen Schlüsse bei der Süddeutschen Meisterschaft vor einigen Wochen umsetzen.

Hier erreichte er auch das Endspiel und musste sich lediglich dem Frankfurter Frank Hampel geschlagen geben. Somit hat Weber bei seinen letzten fünf Grand-Slam-Teilnahmen viermal das Finale erreicht und drei davon gewonnen – eine sehr gute Bilanz.

Für die Tipp-Kick Enthusiasten geht es nächstes Jahr für die Grand-Slam-Turniere nach Bockenem (Hildesheim), Berlin, Kaiserslautern und Bochum sowie für die Deutsche Meisterschaft nach Wolfsburg.

Jakob Weber (Mitte) sichert sich zum Jahreabschluss seinen dritten Grand-Slam-Titel im Tipp-Kick.
Daniel Meuren (links, vom Veranstalter) und Jakob Weber bei der Pokalübergabe.

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