Wegwarte im Blitz-und-Donner-Trail

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18 Steilkurven und ein Name von der Hardrock-Band AC/DC: Manuel und Stefan Schreyer pflegen in Heubach den Thunderstruck-Trail, der auch für Einsteiger gut zu fahren ist.

Wenn Manuel und Stefan Schreyer Spuren lesen, freuen sie sich über die Botschaft, die sie darin entdecken. "Der Trail wird gut angenommen", sagt der Mountainbiker Stefan Schreyer.

Fürs jüngste Kind des MTB-Standorts Heubach sind die Brüder wie zwei Paten, die sich regelmäßig um dessen Wohlergehen kümmern: Der Einsteiger-Trail auf dem Rosenstein ist 2018 gebaut worden, 2019 hatte er Wettkampfpremiere bei Rennen des "Bike the Rock", nun ist die einen Kilometer lange Strecke ins offizielle Tourennetz von Heubach aufgenommen worden.

Die Schreyer-Brüder sind gleichermaßen Mitglieder beim MCH Heubach und dem Radsportteam des TSV Böbingen. Wären sie beim Schwäbischen Albverein, würde man sie Wegwarte nennen. Der Ansatz des Sich-kümmerns ist derselbe, nur die Arbeit im Detail unterscheidet sich. Die Wanderwarte schauen nach einer gleichbleibend guten Beschilderung und verhindern mit der Heckenschere, dass die Wege zuwachsen – die Mountainbiker müssen sich vor allem um Erdarbeiten kümmern. "Nach dem Winter gibt's öfter Schäden durch stehendes Wasser", erzählt Manuel Schreyer. Außerdem schaffen es viele Biker in der Summe mit der Zeit Rillen und Wälle in die Strecke zu fahren. "Vor allem die Anlieger brauchen viel Pflege." Anlieger sind extra angelegte Steilkurven – 18 davon hat der "Thunderstruck-Trail". Den Namen – "vom Blitz getroffen" – haben die Heubacher von einem Song der Hardrock-Band AC/DC. Aber im Gegensatz zur technisch schweren Bundesliga-Downhill-Strecke, wo einem etwa im "Bones-Valley" die Knochen bös durchgeschüttelt werden, ist der neuere Trail eher wie wohltemperierter Softrock. Alles so, dass auch Vater-Sohn-Teams, ohne überfordert zu sein, gut fahren können. "Es war unser Ziel, dass der Trail auch für Einsteiger gut geeignet ist", sagt Stefan Schreyer. Wer technisch besser ist und wird, hat trotzdem Spaß: Dann fährt man halt ein, zwei Zacken schneller um die Kurven. Einige kleinere Sprünge gehören auch zur Strecke, aber die kann man alle sicherheitshalber umfahren.

Was solche extra ausgewiesenen Trails zusätzlich sicher macht: dass kein Begegnungsverkehr mit Wanderern oder entgegen kommenden Bikern da ist, weil es eine Einbahnstraßenregelung gibt. Wobei der Ritt durch den Trail mit seinen 56 Höhenmetern, die es abwärts geht, dadurch auch mit geringer Anstrengung schön flüssig läuft. E-Mountainbiker könnten sicher auch andersrum, sollten sich das aber aus Rücksicht verkneifen.

Es war unser Ziel, dass der Trail auch für Einsteiger gut geeignet ist.

Stefan Schreyer, Bike-the-Rock-Aktivist

Was Manuel und Stefan Schreyer jetzt noch gerne wissen würden: wie viele Biker genau mit ihrem Patenkind Bekanntschaft machen. "Das wäre schon interessant, wenn wir einen Zähler hätten." Aber schätzende Beobachtung tut es auch. "Es ist eigentlich immer was los hier oben auf dem Rosenstein", sagt Manuel Schreyer. Und Spuren lesen können sie ja schließlich auch.

Info: Stefan Schreyer (28) und Manuel Schreyer (26) sind Hobbybiker mit sportlichem Anspruch: beide starten als Lizenzfahrer bei Wettkämpfen. Den "Thunderstruck-Trail" nehmen sie selber regelmäßig unter die Räder. "Wir bauen den oft in eine Trainingsrunde ein", sagt Stefan Schreyer.

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