Weltcup-Rennen durch Aalens City

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Noch ist es eine Fotomontage, aber am 23. Juli 2022 soll das Realität sein: Weltmeister Simon Gegenheimer und Weltcupsiegerin Marion Fromberger treten bei einem Weltcup-Rennen in Aalen an. Der rund 600 Meter lange Rundkurs soll mitten durch die Innenstad
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Abu Dhabi, Paris, Barcelona und jetzt die Ostalb: Die besten Sprinter der Welt duellieren sich am 23. Juli 2022 in den schmalen Gassen der Innenstadt. Was Steffen Thum plant.

Aalen

Im Rennkalender der UCI ist der Termin bereits fixiert: Aalen wird Weltcup-Ort und trägt am 23. Juli 2022 erstmals ein Rennen für Sprinter aus. Der rund 600 Meter lange Kurs soll mitten durch die Innenstadt führen. Steffen Thum vom Racingteam Aalen bestätigt das. Oberbürgermeister Frederick Brütting will das Spektakel an diesem Freitag näher vorstellen.

Die weltbesten Sprinter zieht es in der neuen Saison wieder in die großen Metropolen: nach Dubai, Abu Dhabi, Paris und Barcelona. Und erstmals nach Aalen. Möglich gemacht hat es Steffen Thum, der Teamchef des Aalener MTB-Racingteams, das selbst Fahrer an den Start schickt: Marion Fromberger und den amtierenden Weltmeister Simon Gegenheimer.

„Das ist ein City-Mountainbike-Weltcup, dementsprechend wird das Rennen mitten in der City stattfinden. Im Herzen der Stadt, wo das Leben pulsiert“, sagt Thum. Wo genau sich die Sprinter duellieren werden, steht noch nicht final fest. Aber: Packende Zweikämpfe durchs Kneipenviertel oder übers Kopfsteinpflaster bei der Stadtkirche sind das Ziel der Organisatoren. „Wir wollen zu den Leuten kommen mit unserem Sport. Und dazu müssen wir in die Innenstadt“, sagt Thum und erzählt, dass das in Paris oder Barcelona genauso sei. Allerdings wolle er diese Rennen nicht kopieren. „Nein, wir machen unser Rennen. Das ist schließlich der Aalen-Weltcup.“ Dazu sollen auch heimische Firmen und Vereine mit ins Boot geholt werden.

Eines ist ihm dabei wichtig: „Wir wollen mit dieser Veranstaltung keine neuen Profis generieren und auch keine 500 Aalener zum Rennfahren animieren.“ Das unterscheide den sogenannten „Eliminator-Weltcup“ vom „Bike the Rock“ in Heubach. Und es soll auch keine Konkurrenz-Veranstaltung werden. Denn: „Hier werden an diesem 23. Juli nur die 30 weltbesten Sprinter antreten, das ist die Formel 1 der Mountainbiker. Die Leute sollen uns anschauen, es cool finden und es dann selbst machen. Ich möchte die Leute zum Radfahren motivieren, und zwar nicht nur für einen Tag.“ Angesprochen werden alle Altersklassen - von den kleinsten Kindern bis zu den Senioren.

Die Stadt Aalen soll profitieren

Dem gebürtigen Aalener ist eines wichtig: dass durch den Weltcup nachhaltige Strukturen geschaffen werden. „Aalen soll langfristig davon profitieren.“

Das soll die Stadt aber auch am Renntag. Thum spricht von einem „Radfest“, das an diesem Samstag stattfinden soll. Mit vollen Innenstadt-Cafés, in denen die Zuschauer die Rennfahrer hautnah erleben können. Und mit einer Fanmeile in der Altstadt. „Ich denke, dass die Teams aus Italien, Holland oder der Türkei ihre Anhänger mitbringen. Wir wollen uns als weltoffene Stadt präsentieren“, sagt der Mountainbike-Profi.

Und wie läuft ein Sprint-Rennen ab? Es gibt einen Rundkurs mit verschiedenen Hindernissen, der zweimal durchfahren werden muss. Die Weltcupfahrer treten in Ausscheidungsrennen gegeneinander an, und die letzten Vier kämpfen im Finale um den Sieg. Männer und Frauen fahren im Wechsel. Ein Rennen dauert knapp 2 Minuten. Dass es in den Gassen der Innenstadt eng hergeht, ist Thum bewusst. Das sei aber bei den anderen Weltcups nicht anders. „Teilweise gibt es Passagen, die vielleicht 2,5 Meter breit sind. Da können die Fahrer nur hintereinander durchfahren. Aber das macht's ja noch spannender ...“ Nach rund zweieinhalb Stunden werden die Sieger des Weltcups feststehen. Diese sollen dann vor dem Rathaus gekürt werden. „Ich möchte ein tolles Rennen hier haben, bei dem alle hinterher sagen: 'Das machen wir noch einmal ...'“

Das ist die Formel 1 der Mountainbiker.“

Steffen Thum, Teamchef MTB-Racingteam Aalen
  • Hill-Climbing und Schüler auf der Rennstrecke
  • Planung. Bereits Ende 2020 haben die Planungen für den Sprint-Weltcup in Aalen begonnen. Steffen Thum will dazu ein Rahmenprogramm bieten.
  • Hill-Climbing. Im Vorfeld des Weltcups kann sich der Macher ein Hill-Climbing zum Aalbäumle vorstellen. Dass sich Hobbyfahrer am Langert duellieren.
  • Schulen. Eine weitere Idee: Dass alle Aalener Schüler am Tag vor dem Weltcup über die Strecke fahren. „Das soll kein Rennen sein, ich will keine Kinder zum Rennfahren animieren“, sagt Thum. Aber Kinder auf einer solch gesicherten Strecke fahren zu lassen, sei motivierend. „Und das ist auch das Ziel.“ alex
Freuen sich auf den Heim-Weltcup in Aalen (von links): Teamchef Steffen Thum, Marion Fromberger und Weltmeister Simon Gegenheimer.
Freuen sich auf den Heim-Weltcup in Aalen (von links): Teamchef Steffen Thum, Marion Fromberger und Weltmeister Simon Gegenheimer.

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