Wetzgau steht im Kampf um Gold

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Die Freude über den Einzug ins Finale ist groß, die Feier aber muss ausfallen. Zum Abschluss gibt's ein Siegerfoto – mit Maske und Abstand.
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Der TV Wetzgau gewinnt das Halbfinale gegen die Siegerländer KV zu Hause mit 61:15 Punkten deutlich. Es ist der Einzug ins Finale.

Das Finale haben die Gmünder nun fest im Blick. Silber ist ihnen sicher, aber Gold soll es sein. "Wir haben fest darauf hin gearbeitet, dieses Jahr den Titel zu holen", sagte Stefan Preiß, der Vorsitzende des TV Wetzgau, nach dem erfolgreichen Sieg gegen die Siegerländer KV. Umso schmerzlicher ist es nun, dass es keinen Zuschauerjubel gibt und die Feier zum Einzug ins Finale ausbleiben muss.

Mit einem mehr als deutlichen Ergebnis von 61:15 Punkten ziehen die Gmünder Turner ins Bundesliga-Finale ein. Schon von Beginn an, regnet es Punkte für das Team rund um Andreas Toba. Nur an einem Gerät müssen sich die Hausherren geschlagen geben, am Barren sind die Gäste stärker.

Die Siegerländer reisten ohne Unterstützung aus dem Ausland nach Gmünd und mussten zudem auf einen ihrer stärksten Athleten verzichten. Ihr Topscorer Dario Sissakis fiel wegen Schulterproblemen aus. Dafür konnte der TVW zum ersten Mal in dieser Saison auf einen ihrer ausländischen Turner zählen. Nestor Abad war aus Spanien angereist und war gleich an fünf Geräten im Einsatz.

Die erste Übung des Abends gehörte Carlo Hörr, der so gleich für die ersten drei Punkte sorgen konnte. Der 22-Jährige wurde mit 15 Punkten, die er an fünf Geräten holte, Top-Scorer des Halbfinales.

"Wir konnten von Anfang an punkten und haben da weitergemacht und uns das nicht mehr nehmen lassen", sagte der Gmünder Trainer Paul Schneider nach dem erfolgreichen Wettkampf. "Letztendlich waren wir auf den dritten und vierten Positionen besser besetzt."

Während es fürs Gmünder Team von Anfang an gut läuft, hadert der Gegner. Mit nur sieben Athleten war die Siegerländer KV nach Schwäbisch Gmünd angereist und hatte Schwierigkeiten, in den Wettkampf zu finden. Zu viele Stürze und Fehler begleiteten das Team aus Nordrhein-Westfalen. Zur Halbzeit zeichnet sich bereits ab, was am Ende auch gelingt: Nach drei Geräten führt der TV Wetzgau mit 33:4 Punkten.

Ungewöhnliche Probleme

Wir waren auf den dritten und vierten Positionen besser besetzt.

Paul Schneider Trainer des TV Wetzgau

Während am Sprung neben Carlo Hörr auch die TVW-Nachwuchstalente Arne Halbisch und Valentin Zapf überzeugen und punkten, will es bei Andreas Toba am Barren so gar nicht recht klappen. Gleich mehrmals geht er vom Gerät. "Ich habe das erste Mal in meinem Leben am Barren so wirklich gar keinen Griff gehabt", sagt der 30-Jährige. "Und der Barren war so rutschig, als hätte ich auf Öl geturnt." Der Barren ist am Ende das einzige Gerät, das die Wetzgauer hergeben müssen.

Deutlicher Sieg

Die Übung von Andreas Toba gibt's nach dem Wettkampf noch einmal zu sehen – fürs Selbstbewusstsein. "Die war einfach noch mal für mich. Manchmal schleichen sich dann so Fehler ein." Es passiere nun mal im Wettkampf auch mal, dass man nicht alles so hundert prozentig erwischt. "Aber jetzt war es halt heute so und dann will ich mir das so schnell wie möglich von der Seele turnen. Sodass ich beruhigt dann wieder in die nächste Trainingseinheit gehen kann."

Auch Nestor Abad muss einen Sturz am Reck einstecken – kann aber am Ende trotzdem noch vier Punkte holen, weil sein Gegner Fabian Lotz so gar kein Glück hat.

Am Ende machen diese Fehler in der Punktewertung nichts mehr aus – das Finale ist in Sicht, Silber ist sicher.

Stimmen zum Halbfinale:

Glenn Trebing: "Beim Wettkampf waren ein paar Fehler dabei. Eigentlich auch zu viele für ein Halbfinale. Aber grundsätzlich zufriedenstellend. Wir haben jetzt vier Wochen Zeit, um uns auf Saar vorzubereiten. Ich persönlich muss noch sicherer am Pferd werden. Ich habe heute eine neue Übung ausprobiert. Die hat nicht so gut geklappt."

Andreas Toba: "Ich denke, wir als Mannschaft haben heute gut geschlossen geturnt. Natürlich gab es noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten – gerade meine Übung am Barren. Alle anderen Geräte habe ich eigentlich recht gut durchgeturnt. Am Pferd habe ich etwas Neues probiert. Das hat funktioniert, zwar nicht mega sauber aber ich habe die Übung zum ersten Mal in einem Wettkampf durchgeturnt. Von daher bin ich mit meiner Leistung zufrieden und das Team hat mega gut geturnt heute."

Valentin Zapf: "Meine Übungen waren noch nicht perfekt heute. Am Boden habe ich die Schwierigkeit etwas rausgenommen, weil es wichtig war, sicher durchzukommen. Mit Sprung und Barren bin ich zufrieden. Im Großen und Ganzen hat es gepasst. Es ist ein großer Unterschied zu meinem Wettkampf bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Heute haben wir mit der Mannschaft geturnt, da ist der Druck höher. Aber es macht viel mehr Spaß. Man freut sich zusammen. Es ist eine motivierende Atmosphäre." sas

Von Absagen und Gedenken

Zweites Halbfinale abgesagt Der Gegner fürs Finale stand schon vor Wettkampfbeginn fest. Die KTV Straubenhardt hat ihren Worten Taten folgen lassen und ist nicht bei der TG Saar zum Halbfinale angetreten. "Die KTV wird im November nicht turnen", versicherte der Trainer bereits im Voraus. Die DTL gab einer Terminverschiebung nicht statt, die Sicherheits- und Hygienevorgaben seien gegeben. Der sechsmalige Deutsche Mannschaftsmeister verzichtete auf seine diesjährige Chance, Gold zu holen, und gab sich kampflos geschlagen. "Wir übernehmen an dieser Stelle Verantwortung für unsere Turner», sagte KTV-Vorstand Andreas Rapp. "Dieser Wettkampf ist zu diesem Datum falsch platziert."

Schweigeminute Vor Beginn des Wettkampfs in der Großen Sporthalle wurde eine Schweigeminute eingelegt – und zwar für den kürzlich verstorbenen Gmünder Turnpapst Otto Baur. "Er wäre heute, wie bei allen Wettkämpfen, sicher bei uns", so der TVW-Vorsitzende Stefan Preiß.

Kein Unbekannter Der Gegner vom Siegerländer KV ist kein Unbekannter für die Gmünder Turner. Im vergangenen Jahr setzte sich der TVW gegen die Siegerländer im kleinen Finale in der Ludwigsburger MHP-Arena durch. Knapp aber erfolgreich holte sich das Team von Trainer Paul Schneider die Bronzemedaille vor 3 500 Zuschauern.

Die Bank Abstand wird an diesem Abend groß geschrieben. Jede Mannschaft hat ihren Bereich, jeder Turner seinen Platz. Anders als normalerweise üblich steht für jeden Turner ein Stuhl bereit – mit dem nötigen Abstand zum nächsten. sas

Erturnte in diesem Halbfinale 14 Scorepoints für den TV Wetzgau: Der Spanier Nestor Abad hatte seinen ersten Einsatz in dieser Saison für die Gmünder Turner. Er startete an fünf Geräten
Wer nicht turnt, der trägt seine Maske - so die Hygienevorschriften in dieser Saison.

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