WM für Hörr und Trebing gelaufen

+
Glenn Trebing, Deutscher Meister am Barren, wartete bei der WM an diesem Gerät mit stolzen 14.400 Punkten auf.
  • schließen

Die beiden Bundesligaturner des TV Wetzgau müssen bei der Weltmeisterschaft in Japan noch Lehrgeld bezahlen. In der Qualifikation weit abgeschlagen.

Kitakyushu/Japan.

In der Qualifikation zur Kunstturn-Weltmeisterschaft in Japan haben sich Wetzgaus Bundesligaturner Carlo Hörr und Glenn Trebing vor wenigen Wochen in Berlin-Kienbaum als Beste unter den 15 Turnern durchgesetzt. Ihre Nominierung für die WM war deshalb für Bundestrainer Waleri Belenki keine Frage. Und obwohl Hörr und Trebing in Japan am Dienstag und Mittwoch bestens vorbereitet an die Geräte gingen, war der Wurm drin. Beide haben eine Finalteilnahme klar verfehlt.

Nur 76.498 Punkte erreichte Hörr im Mehrkampf. 80.100 waren es in Kienbaum. Das Mehrkampf-Finale dieser Weltmeisterschaft im japanischen Kitakyushu war damit für ihn nicht zu erreichen. Das Finale der weltbesten Turner am Freitag wird sich der 23-Jährige von der Zuschauertribüne aus anschauen.

„Ich habe kurz mit ihm gesprochen“, sagt TV Wetzgaus Kunstturncoach Paul Schneider. „Er ist schon enttäuscht.“ Am Pauschenpferd verturnt (11.3 Punkte), die Übungen an den Ringen fehlerbehaftet (12,366) und nur 12.0 Punkte am Reck. Damit war klar, dass Hörr die Weltmeisterschaft unter der Überschrift „internationale Erfahrung“ abhaken muss. Dass er ausgerechnet am Reck verturnte, ärgert ihn besonders. Schließlich ist Hörr an diesem Gerät im Sommer Deutscher Meister geworden. Am Boden (13.566), Sprung (14.000) und Barren (13.366) zeigte er internationales Niveau.

Der zweite Wetzgauer Bundesligaturner, der in Japan die deutschen Farben vertrat, Glenn Trebing, ging an vier Geräten an den Start. Am Barren, seinem Paradegerät, an dem er im Sommer DM-Gold holte, zeigte sich der 21-Jährige international auf gutem Niveau. Seine Übung wurde mit 14.4 Punkten belohnt. Fürs Finale der besten Acht war dies dennoch zu wenig.

Felix Remuta (TSV Unterhaching), Dario Sissakis (SC Berlin) und Andreas Bretschneider (KTV Chemnitz) komplettieren das deutsche WM-Quintett der Männer in Japan. Auch Remuta und Sissakis vermochten es nicht, am Einzug eines Finales zu schnuppern. Am nächsten dran war Andreas Bretschneider. Der Chemnitzer verpasste am Mittwochabend als Zehnter am Ende seiner internationalen Karriere seinen dritten Einzug in ein Reckfinale einer Weltmeisterschaft denkbar knapp um 0,1 Punkte (14.100).

Damit hat kein deutscher Turner bei dieser WM ein Finale erreicht. Paul Schneider sieht das nicht dramatisch. „Es sind bis auf Andreas Bretschneider alles junge Leute, die die Zukunft noch vor sich haben.“

Am 13. November wieder in der Bundesliga für Wetzgau

Carlo Hörr und Glenn Trebing werden sich nach ihrer Rückkehr aus Japan wieder auf die Bundesliga konzentrieren. Am Samstag, 13. November, will der TVW in Singen mit einem Sieg die Weichen für den Halbfinaleinzug um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft stellen. Das Finale wird am 4. Dezember in der Ratiopharm-Arena in Ulm stattfinden.

Es sind bis auf Andreas Bretschneider alles junge Leute, die die Zukunft noch vor sich haben.“

Paul Schneider, Cheftrainer des TV Wetzgau
  • Hörr und Trebing bei der WM in Japan
  • Carlo Hörr
    Qualifikation
    Mehrkampf: 31. mit 76.498 Punkte (Boden 13.566 - Pauschenpferd 11.300 - Ringe 12.266 - Sprung 14.000 - Barren 13.366 - Reck 12.000)
  • Glenn Trebing
    Qualifikation
    Einzelgeräte: Pferd 84. (11.466), Barren 25.(14.400), Ringe 56. (12.333), Reck 45. (12.733)
Der Deutsche Meister am Reck, Carlo Hörr, konnte auch an seinem Paradegerät in Japan nicht punkten.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

WEITERE ARTIKEL

Kommentare