WM im Skispringen: Anna Rupprecht will cooler werden 

+
Platz 18 und 19 in Sapporo, Platz 13 und eine Disqualifikation in Zao: Anna Rupprecht vom SC Degenfeld blickt auf die Asienreise zurück und zieht ein durchwachsenen Fazit.
  • schließen

Kleine Fehler kosten Meter: Die Mixed-Weltmeisterin des SC Degenfeld schafft es aktuell nicht, zwei gleich gute Sprünge abzuliefern. Noch fünf Wochen bis zur Weltmeisterschaft.

Bernau / Schwäbisch Gmünd

Anna Rupprecht hatte am Mittwoch einen freien Tag. Den hat sie dringend gebraucht nach der zweiwöchigen Asienreise. Die Weltmeisterin des SC Degenfeld blickt zurück auf die beiden Weltcups in Japan - und sagt, was sie bis zur WM in Planica noch verbessern muss.

Den Druck der Qualifikation hat sie längst hinter sich: Drei Top-15- oder zwei Top-8-Platzierungen sind nötig, um die Norm für die Weltmeisterschaft in Planica (22. Februar bis 1. März) zu erfüllen. Anna Rupprecht hat bereits sechs Top-15-Ergebnisse, zweimal war sie sogar unter den besten Acht. Damit steht fest: Die Mixed-Weltmeisterin von 2021 ist auch bei der WM 2023 dabei. „Insgesamt läuft es bei mir gerade sehr gut“, sagt sie. Und das war so nicht zu erwarten. „Im Sommer war ich richtig schlecht“, sagt die 26-Jährige. „Damals haben sich die Trainer gefragt, wie das im Winter gut werden soll.“

Aber: Nach dem durchwachsenen Weltcup-Auftakt beim Mattenspringen in Wisla (29., 23. Platz) war die Gmünderin, die in ihrer Heimatstadt zur Sportlerin des Jahres 2022 gewählt wurde, beim zweiten Weltcup in Lillehammer voll da - und schaffte mit Rang 9 das erste Quali-Hindernis für die WM. Vor der Japanreise hat Rupprecht dann in Villach (12., 5. Platz) und Ljubno (7., 15. Platz) die WM-Qualifikation perfekt gemacht.

Nicht ganz so gut lief's nun bei der Asienreise. Erste Station: die Großschanze (Hillsize: 137 m) in Sapporo: „Ich bin mit der Schanze nicht zurechtgekommen, das waren nicht meine besten Sprünge“, sagt die 26-Jährige, die 18. und 19. wurde. Deutlich besser kam die Gmünderin eine Woche später mit der Normalschanze (Hillsize: 102 m) in Zao zurecht. Ärgerlich: Beim ersten Weltcup dort wurde Anna Rupprecht wegen eines zu großen Anzuges disqualifiziert. Ärgerlich vor allem, weil sie im zweiten Durchgang zu den Besten gehörte und auf Platz 7 vorgesprungen wäre. Beim zweiten Springen in Zao war die Mixed-Weltmeisterin wieder auf Top-10-Kurs, „dann habe ich aber den zweiten Sprung vermasselt“.

Rupprecht: „eine Kopfsache“

Genau das ist es, was Rupprecht zu schaffen macht: die fehlende Konstanz. „Ich schaffe es viel zu selten, zwei starke Sprünge runterzubringen“, sagt sie - wohl wissend, dass sie das noch bessere Platzierungen kostet.

Es gelte nun, diesen Makel bis zur WM abzustellen. Aber wie? Mit vielen Trainingssprüngen? „Nein, so etwas kann man nicht trainieren“, sagt Rupprecht und gibt zu, dass das „eine Kopfsache“ ist. „Ich muss einfach cooler bleiben beim Wettkampf.“ Und nach einem starken ersten Durchgang die Lockerheit mit ins Finale nehmen und nicht überdrehen. Vier Weltcupstationen gibt es noch bis zur WM. Weiter geht's am 27./28. Januar mit dem Heimweltcup in Hinterzarten. Die kleinste Großschanze der Welt (Hillsize: 111 m) liegt der Gmünderin, und in Hinterzarten wurde sie 2022 auch Deutsche Meisterin im Teamwettbewerb.

Die 26-Jährige will den Wettkampf nutzen, um kleinere Fehler auszuräumen. Und im teaminternen Wettstreit näher an die derzeit vor ihr liegenden Katharina Althaus und Selina Freitag ranzukommen. Denn nur zwei Mädels werden bei der Weltmeisterschaft für den Mixed-Wettbewerb nominiert - jene Disziplin, die der Gmünderin im Jahr 2021 den Weltmeistertitel einbrachte.

Bis dahin nutzt Anna Rupprecht die Zeit zum Regenerieren. Und ihre Erkältung auszukurieren. Auch die hat sie aus Japan mitgebracht.

Zurück zur Übersicht: Regionalsport

Kommentare