Wolf interessiert das Debakel nicht

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Nicht vergessen: Im Hinspiel ging der VfR Aalen auswärts beim FC 08 Homburg trotz einer 1:0-Führung mit 1:6 unter. Am Samstag haben die Ostälbler die Chance, sich für diese Schmach zu revanchieren.
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Trotz der 1:6-Hinspielniederlage: Der neue Trainer des VfR Aalen strebt am Samstag im Heimspiel gegen den FC 08 Homburg den nächsten Dreier an. Anpfiff: 14 Uhr.

Aalen.

Es war lange vor Uwe Wolf. Vergessen ist dieser 24. Oktober 2020 beim VfR Aalen deshalb nicht. Nach der frühen Führung durch Kai Merk brachen die Ostälbler auswärts beim FC 08 Homburg völlig auseinander und kassierten mit dem 1:6 die bislang höchste Saisonniederlage. Der inzwischen entlassene Trainer Roland Seitz nahm damals die Schuld auf sich, weil er vor der Partie ohne Not auf eine Dreierabwehrkette umstellte.

Am Samstag (Anpfiff in der Ostalb-Arena: 14 Uhr) heißt der Gegner wieder FC 08 Homburg. Und der neue Trainer Uwe Wolf macht das, was Seitz damals zum Verhängnis geworden ist: mit einer Dreierkette spielen. Der 53-Jährige verteidigt allerdings sein System und macht sich deswegen keine Sorgen. Im Gegenteil: „Wir können einfacher umschalten und haben keine große Verschiebung im Spiel mit dem Ball. Und wir haben fünf Offensive davor“, sagt Wolf.

Was aber auch zur Wahrheit gehört. Zuletzt in Kassel (1:1) war die Dreierkette anfällig, weil Oliver Oschkenat einen rabenschwarzen Tag erwischte. Ob er erneut beginnen darf ist fraglich. Zumal der 27-Jährige seine Unzufriedenheit unter der Woche an seinen Mitspielern ausgelassen hat. „Da war das eine oder andere Frustfoul dabei. Das geht absolut gar nicht. Ich erwarte eine harte, aber saubere Zweikampfführung“, sagt Wolf und stellt klar, dass er mit Oschkenat nicht zufrieden gewesen sei.

Personell umstellen muss der Coach auf jeden Fall im defensiven Mittelfeld, weil Nikita Marusenko mit einer Sprunggelenkverletzung ausfällt. Wer ihn ersetzt, lässt Wolf offen. Was er aber verrät: dass Tim Grupp in die Startelf zurückkehrt. „Tim hat sehr gut trainiert und war mein verlängerter Arm. Er wird spielen.“ Dasselbe gilt für Mark Müller, auch der Youngster ist wieder von Anfang an dabei.

Tatsache ist: Auf die elf Auserwählten kommt am Samstag ein hartes Stück Arbeit zu. Wolf zählt den FC 08 Homburg zu den Spitzenmannschaften der Liga, der „mit seinen Möglichkeiten und seinem Etat einen Platz zwischen eins und fünf einnehmen müsste“. Davon sind die Saarländer jedoch weit entfernt, weshalb auch Wolf sagt, dass „die Saison für Homburg gelaufen ist. Nach vorne und nach hinten geht nichts mehr.“

Ob das ein Vorteil für den VfR ist? Selbst wenn dadurch die Luft beim Gegner etwas raus sein sollte, die Aalener wissen trotzdem, dass vor allem die Defensive hellwach sein muss. Denn die Offensive ist mit Patrick Dulleck, Thomas Gösweiner, Damjan Marceta, Jannik Sommer und Philipp Hoffmann hochklassig besetzt. „Da kommt etwas auf uns zu ...“ Das 1:6 aus dem Hinspiel ist dabei kein Gradmesser mehr. „Das interessiert mich nicht“, sagt Wolf. „Mich interessieren nur die jüngste Ergebnisse.“ Und da hat der Trainer erkannt, dass die Homburger „hinten nicht immer sattelfest waren“. Heißt: Die Saarländer sind anfällig.

Uwe Wolf sieht vor der Heimspiel aber auch das Ganze. „Wenn wir das Spiel gegen Homburg gewinnen, sind wir dem sicheren Hafen wieder ein großes Stück näher.“ Und mit der Maßgabe schickt der Coach seine Spieler auf den Platz: das Spiel gewinnen zu wollen. „Wir wollen den Auswärtspunkt von Kassel daheim wieder vergolden.“

Im ersten Heimspiel unter Uwe Wolf ist das dem VfR Aalen gegen Eintracht Stadtallendorf (2:1) bereits gelungen. Am Samstag soll das noch einmal kappen.

So könnten sie spielen:

VfR: Bernhardt - Appiah, Windmüller, Stanese - Grupp, Sakai - Volz, Abruscia, M. Müller, Hoffmann - Kienle

Das geht

Uwe Wolf, Trainer des VfR Aalen

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