Zwei Spitzenspiele vorm Fest

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Der TSB Gmünd zeigt sich vor dem Spiel am Samstag in Köndringen zwischen Vorfreude und Verwunderung, dass gespielt wird.

Schwäbisch Gmünd.

Der Spielbetrieb in den Landesverbänden ruht, der TSB Gmünd hingegen hat vor Weihnachten gleich zwei Spitzenspiele vor der Brust. Als Tabellenfünfter und mit breiter Brustgastieren die Jets am Samstag um 20 Uhr im Breisgau beim Titelfavoriten SG Köndringen/Teningen in der Ludwig-Jahn-Halle.

Von der gemeinsamen Entscheidung der drei Landesverbände, den Spielbetrieb in der Oberliga nach einer Woche Unterbrechung wieder aufzunehmen, wurde der TSB Gmünd kalt erwischt. Laut dem offiziellen Statement hätten die Vereine „überwältigend klar“ dafür gestimmt, die zweiverbleibenden Spieltage vor Jahresende trotz der kritischen Corona-Lage zuabsolvieren.

Jürgen Rilli allerdings ist irritiert über die Vorgehensweise der Verbände. Der Sportliche Leiter des TSB erfuhr davon erst am Dienstagmorgen aus der Lokalpresse und stellt klar: „Wir haben definitiv keinen Fragebogenerhalten und waren bei der Mitbestimmung dadurch nicht eingebunden. Deshalb war ich sehr überrascht.“

Überhaupt betrachten die Jets die Lage differenziert. „Wir sind hin und her gerissen“, erklärt Rilli: „Rein als sportlicher Leiter finde ich die Saisonfortsetzung gut, weil wir im Flow sind und die Vorgaben der Politik perfekt einhalten. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum alle Ligen darunter und besonders die Jugenden nicht spielen dürfen.“Aus sozialen Gesichtspunkten sei es schwierig, diese Entscheidung nachzuvollziehen und zu vermitteln.

Dass sowohl die Oberliga als auch die 3.Liga – trotz fehlender Profibedingungen – einen Sonderweg gehen, stößt durchaus auf Kritik. Ist es überhaupt vernünftig weiterzuspielen? Der Hauptgrund ist wohl die drohende Terminnot, sollten weitere Absetzungen hinzukommen. Bis zum geplanten Saisonabschluss Ende Mai verbleiben nur nur am 8.Januar, an Fasching und Ostern freie Termine. Ein Nachholspiel unter der Woche im 244 Kilometer entfernten Breisgau würde laut Rilli „einen wahnsinnighohen Aufwand“ bedeuten.

Weil zunächst nicht klar war, wie es weitergeht,war zunächst nur am Donnerstag ein Training anberaumt, kurzfristig wurde noch am Dienstag trainiert. „Doch wir sind immer noch in unserem Rhythmus“, sagt Dragos Oprea. Doch auch beim Trainer mischt sich die Vorfreude mit einer großen Portion Verwunderung.

Im Breisgau erwartet den TSB die wahrscheinlich speziellste Begegnung der bisherigen Saison. Immerhin gastieren die Gmünder als Fünfter (13:7Punkte) beim Zweiten (15:5). Die SG Köndringen/Teningen, von 1981 bis 2018 einst ein Dauergast in der 3. Liga, hatte im Frühjahr beim Losentscheid um den Aufstieg gegen die TSG Söflingen den Kürzeren gezogen und ist seiner Rolle als Titelfavorit bislang weitestgehend gerecht worden.

Erst zwei Niederlagen musste die SG hinnehmen. Aus einer laut Oprea „sehr gut aufgestellten Mannschaft mit viel Erfahrung“ ragen Torwart-Oldie Sebastian Kicki sowie Maurice Bührer heraus. Der Linkshänder führt die Oberliga-Torschützenliste mit 84 Toren und großem Vorsprung an.Verzichten müssen die Südbadener allerdings auf ihren Rechtsaußen Illia Hreblev, der sich beim jüngsten 25:24-Zittersieg in Birkenau nach Spielende zu einem Faustschlag hinreißen ließ. Die Blaue Karte hatte eine Sperre zur Folge.

Viermal in Folgegingen die Gmünder zuletzt als Sieger aus fremden Hallen – eine solche Serie gab es in der Oberliga-Historie der Jets noch nie. Kein Wunder, dass sich Opreas Team mit kräftig Rückenwind auf die längste Auswärtsfahrt begibt.

Wir haben definitiv keinen Fragebogen erhalten.“

Jürgen Rilli, Teammanager TSB Gmünd

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